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Kinderpornografie in der Microsoft-Cloud führt zu Hausdurchsuchung

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Die US-amerikanischen Anbieter Microsoft und Google scannen die Cloud-Speicher ihrer Nutzer auf Kinderpornografie – dies führte nun zu einer Hausdurchsuchung bei einem einheimischen Nutzer. Microsoft hatte bei einem Deutschen ein fragwürdiges Bild entdeckt und daraufhin das Center for Missing & Exploited Children informiert, das den Hinweis wiederum an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden weitergab. Sein Anwalt äußert sich online zu den Anschuldigungen.

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Der deutsche Anwalt Udo Vetter schreibt in seinem Blog, sein Mandat würde sich selber als „Internet-Junkie“ bezeichnen und „online und wahllos ziemlich viel Material“ sammeln – auch Pornografie. Einen Teil davon hätte er für die eigene Nutzung in die Cloud OneDrive von Microsoft hochgeladen. Offensichtlich schlug daraufhin der Scan von Microsoft an, der kinderpornografische Bilder erkennt. Diesen Scan führt Microsoft automatisch durch. Vetter betont, es handele sich lediglich um einen Hinweis auf ein „einziges, fragwürdiges Bild unter etlichen tausend unbedenklicher Aufnahmen, das der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth schon gerecht habe, einen Durchsuchungsbeschluss zu beantragen. Die Polizei sei im Morgengrauen gekommen und habe die gesamte Hardware seines Mandaten mitgekommen, schreibt der Anwalt weiter.

Sowohl Google als auch Facebook und Microsoft arbeiten mit der sogenannten Hashing-Technologie, die bekannte Missbrauchsbilder markiert. Taucht ein markiertes Bild irgendwo im Internet wieder auf, wird automatisch die Polizei verständigt. In Googles Nutzungsbedingungen ist zu lesen, dass sich das Unternehmen vorbehält, Informationen zu Konten und dem damit verbundenen Content aufzurufen, erhalten oder weiterzugeben, wenn dies „aus rechtlichen Gründen erforderlich ist oder Google sich in gutem Glauben befindet, dass der Zugriff auf diese Information, die Beibehaltung oder Weitergabe notwendig sind.“ Und auch Microsoft schreibt in seinem Servicevertrag: „Wir setzen jedoch auch automatisierte Technologien ein, um Kinderpornografie oder missbräuchliches Verhalten ausfindig zu machen, das dem System, unseren Kunden oder anderen Schaden zufügen könnte.“

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Udo Vetter beklagt, die Firmen würden offensichtlich nicht nur konkreten Verdachtsmomenten nachgehen: „Vielmehr überprüfen Microsoft und Google (…) automatisch alles, was in die Cloud hochgeladen wird und informieren dann von sich aus die Ermittlungsbehörden.“ Ins Zwielicht würden so möglicherweise auch Eltern geraten, die Aufnahmen ihrer Kinder bei OneDrive speichern.

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