Deloitte mit guten Nachrichten für Printmedien in 2015 (aber nur für Buchverlage …)

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Das Beratungsunternehmen Deloitte hat seine jährlichen Predicitions (Vorhersagen) für den Technologie-, Medien- und Telekommunikationsmarkt veröffentlicht. Die Experten erwarten für 2015 keine grundlegenden Revolutionen, sondern eher Evolution. Traditionelle Medien wie Print oder TV würden durch Neue Medien nicht ersetzt, sondern ergänzt. Vor allem für Buchverlage hat Deloitte einige positive Nachrichten in petto. Außerdem: Die Kluft zwischen Stadt und Land bei Internet-Zugängen wächst und das Internet of Things kommt nicht recht voran.

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Mit Internet of Things (IoT) wird der Trend beschrieben, dass immer mehr Geräte, wie Fernseher oder die berühmten Kühlschränke, mit Netzwerk-Funktionen versehen werden. Weltweit würde 2015 eine Milliarde vernetzter Geräte verkauft, meinen die Glaskugel-Gucker von Deloitte, die Mehrzahl allerdings im B2B-Sektor. „Bislang wenig überzeugende Consumer-Anwendungen verhindern die Entwicklung hin zu einem IoT-Massenmarkt“, heißt es.

Äußerst beliebt bleiben Smartphones. Deloitte prognostiziert, dass 2015 über eine Milliarde Smartphones als Ersatz für Altgeräte gekauft werden. Und das, obwohl die“alten“Geräte manchmal erst 18 Monate betrieben werden. Features wie Fingerabdrucksensor, NFC (Drahtlose Funk-Kommunikation im Nahbereich und Voraussetzung für mobiles Bezahlen) sowie verbesserte Kameras und Displays seien hier kaufentscheidend.

Vielleicht die beruhigendste Vorhersage: Traditionelle Medien werden auch das Jahr 2015 überleben. 95 Prozent der Buchhandelsumsätze in Deutschland würden in diesem Jahr mit gedruckten Exemplaren gemacht, so Deloitte. E-Books würden sich als zusätzliches Angebot, etwa für unterwegs, weiter entwickeln. Die Verbreitung von E-Book Readern sei in Deutschland auf 21 Prozent gestiegen, das Wachstum habe sich aber verlangsamt. Die Buchbranche befindet sich hier in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Die Leute bei Deloitte haben herausgefunden, dass sich die Aversion der nach dem Jahr 2000 Geborenen gegen physische Medien wie DVDs, CDs, Zeitungen oder Zeitschriften nicht auf Bücher erstreckt. Junge Leute mögen vielleicht kaum noch Zeitungen oder Zeitschriften lesen, Bücher konsumieren sie aber nach wie vor am liebsten gedruckt.

Warum ist das so? Deloitte zitiert eine Studie aus Großbritannien laut der 62 Prozent der 16- bis 24-Jährigen Print-Bücher E-Books wegen „des Geruchs“ und der Sammelleidenschaft vorziehen. Außerdem wollen sie „volle Buchregale“. Die viel gerühmten haptischen Qualitäten scheinen beim Buch tatsächlich eine Rolle zu spielen – bei Zeitungen und Zeitschriften weniger. Einen großen Einfluss haben bei Büchern offenbar auch die Cover. In Untersuchungen habe sich gezeigt, dass Covergestaltung einen großen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat, so Deloitte. Eine Untersuchung in den USA fand heraus, dass 16- bis 34-Jährige auf ihre Buchsammlung stolzer sind, als ältere Generationen, dass sie eher Bücher kaufen, die sie gar nicht lesen, und öfters Bücher mit sich führen, ohne sie zu lesen. Mit anderen Worten: Gedruckte Bücher sind ein intellektuelles Statussymbol. Bessere Nachrichten könnte es für die Buchbranche gar nicht geben.

Und sonst: Kurzvideos, also vor allem YouTube, würde das klassische Fernsehen nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen – für 2015 keine sehr gewagte Prognose von Deloitte. Short-Form-Videos würden weltweit lediglich drei Prozent des Bewegtbildkonsums ausmachen. Gut zu wissen.

Für Ende 2015 sagt Deloitte voraus, dass weltweit fünf Prozent der NFC-fähigen Smartphones mindestens einmal pro Monat für Bezahltransaktionen verwendet werden. Als Treiber für Mobile Payment sehen die Berater neue Dienste wie Apple Pay und Fingerabdruck-Sensoren, die die Sicherheit erhöhen und Vertrauen beim Nutzer schaffen.

Beim E-Commerce prognostiziert Deloitte einen Anstieg von Click & Collect. Das bedeutet, man kauft online ein und holt die bestellte Ware dann an bestimmten Abholstellen ab. Dies ermögliche einen Anstieg von 20 Prozent im E-Commerce-Markt. Über die Zustellung nach Hause sei die Branche mittlerweile an Wachstumsgrenzen gestoßen.

In Deutschland würde sich 2015 die Schere bei der Breitband-Verfügbarkeit zwischen Stadt und Land weiter öffnen. Die schnellsten zehn Prozent der Breitbandhaushalte nutzten 20 Mal schnellere Anschlüsse als das Zehntel am unteren Ende der Geschwindigkeitsskala. In ländlichen Regionen würde die längere „letzte Meile“ den Einsatz moderner Breitband-Technik behindern. Landeier müssen laut Deloitte fürs Erste auf noch schnelleres Internet verzichten.

Hier gibt es die Trends der Deloitte TMT Predictions noch einmal in einer Infografik aufbereitet.

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