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„Alles ist vergeben“: Das große Mohammed-Cover der neuen Hebdo-Ausgabe

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Große Geste und großes Cover der Satire-Zeitschrift: Am Mittwoch erscheint die erste Ausgabe von Charlie Hebdo nach dem schrecklichen Anschlag auf die Redaktion. Natürlich liefern die Satiriker auf ihrer Titelseite ihr Statement zu dem Attentat, das zehn ihrer Kollegen das Leben kostete. IhreMohammed Nachricht an die Terroristen ist: Vergebung. Verpackt wird diese große Geste in eine traurig-komische Mohammed-Karikatur.

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Auf dem Titelbild ist ein weinender Prophet zu sehen. Die Zeile dazu lautet: „Tout est Pardonne“ („Alles ist vergeben“). In seiner Hand hält Mohammed das längst berühmt gewordene Schild mit dem Slogan „Je suis Charlie“.

Gezeichnet wurde die neue Karikatur vom festen Charlie Hebdo-Karikaturisten Luz, der den Anschlag nur deshalb überlebte, weil er sich bei der Redaktionskonferenz am Mittwoch verspätet hatte.

Bereits bevor das Cover bekannt geworden war, hatte der Chefredakteur von Charlie Hebdo angekündigt, keine besondere Trauer-Ausgabe machen zu wollen. Schließlich seien sie keine „Heulsusen“. Das hat die Franzosen allerdings nicht davon abgehalten, eines der wohl emotionalsten Cover des Jahres zu liefern.

In einer Stellungname erklärte Richard Malka, der Anwalt des Magazins, dass der Geist von „Je suis Charlie“ auch ein „Recht auf Blasphemie“ bedeute. Immerhin hätte es seit 22 Jahren keine Ausgabe der Zeitschrift gegeben, in der nicht der Papst, Jesus, Rabbiner, Imame oder Mohammed karikiert worden seien.

Am Kiosk, so viel ist jetzt schon abzusehen, wird die neue Ausgabe ein großer Erfolg. Zuletzt hatte das Magazin eine Auflage von rund 60.000 Exemplaren. Die kommende Nummer wird drei Millionen Mal gedruckt. Zudem sind Versionen in 16 Sprachen geplant.

Aufgrund der Umstände umfasst die neue Nummer lediglich 8 statt 16 Seiten. Asyl fand das gute Duzend-Redakteure in den Redaktionsräumen von Libération.

Aus Angst, die Gefühle einiger Leser zu verletzten sehen auch diesmal einige Medien davon ab, die neue Titelseite zu zeigen. Beim Guardian beispielsweise ist das Bild erst nach einem Klick auf einen entsprechenden Warnhinweis zu sehen.

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