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Golem.de zieht erste Bezahl-Bilanz: 1.600 Abos in sechs Monaten sind OK … aber nicht genug

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Das IT-Portal Golem.de hat im August 2014 ein weiches Bezahlmodell eingeführt. Nutzer können ein bezahltes Abo abschließen, um eine werbefreie Seite und einige Zusatz-Funktionen zu bekommen. Nun zieht Golem-Chefredakteur Benjamin Sterbenz eine erste Bilanz, die durchwachsen ausfällt. Rund 1.600 bezahlte Abos kann Golem.de Ende 20114 vorweisen. Das Potenzial sei noch bei weitem nicht ausgeschöpft, meint der Chefredakteur.

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Genau hat Golem.de zum 31. Dezember 2014 1.638 bezahlte Abos. Nutzer können dabei wählen, ob sie ein monatlich kündbares Abo für vier Euro abschließen wollen, ein sechsmonatiges Abo für 18 Euro oder ein Jahresabo für 30 Euro. 1.279 Leser haben sich laut Golem.de für ein Jahresabo entschieden, 253 für die Sechsmonatsoption und 106 für das einmonatige Abo.

Abonnenten sehen keine Werbung beim Aufruf der Seite und werden dementsprechend auch nicht für personalisierte Werbung auf anderen Seiten getrackt. Seit der Startphase wachse die Zahl der Abonnenten um rund drei Prozent pro Monat, schreibt Chefredakteur Sterbenz auf Golem.de. Eigentlich sind das keine üblen Zahlen. Aber: „1.600 Abonnenten entsprechen nicht einmal einem Prozent unserer Leser. Die Agof-Zahlen, die in Deutschland die Onlinereichweite messen, bescheinigen Golem.de 1,92 Millionen Unique User im Monat, die zumindest einmal im Monat bei Golem.de vorbeischauen. Geht man davon aus, dass mindestens ein Zehntel davon Stammleser sind, liegt die Aboquote somit unter einem Prozent“, so der Golem-Chefredakteur.

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In Euro bringen die Bezahlabos Golem.de derzeit 3.680 Euro pro Monat, was in etwa einer Redakteursstelle inklusive Nebenkosten entspreche. Andere Angebote kommen jedoch auf deutlich höhere Pay-Einnahmen. So würde Netzpolitik.org nur mit Spenden zwischen 6.500 und 7.000 Euro pro Monat einnehmen, obwohl das netzpolitische Blog nur etwa ein Zehntel der Unique Visitors habe wie Golem. Die taz erziele mit ihrem freiwilligen Digital-Abo rund 8.000 Euro pro Monat, plus rund 2.000 Euro an zusätzlichen Spenden, wobei die Website auch Abonnenten noch Werbung anzeigt. Sterbenz bilanziert: „Ein realistisches Ziel scheint es, nach drei Jahren mindestens den Level der taz erreicht zu haben. Von den 900.000 Euro, die Krautreporter durch Crowdfunding eingenommen hat, sind wir aber sicherlich noch über 20 Jahre entfernt.“

Anlass für die Abos war übrigens die Erkenntnis dass über 50 Prozent der Leser von Golem.de Adblocker-Software nutzen und somit für keine Werbe-Umsätze sorgen. Die Abos sollten ein Angebot an Leser sein, die auf Werbung verzichten wollen. An der hohen Nutzungsrate von Adblocker-Software habe sich seit Einführung der Abos aber kaum etwas geändert.

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