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Spiegel-Manager: „Versprechen uns positive Auswirkungen auf die Auflage“

Vize-Chefredakteur Clemens Höges und Spiegel-Verlagsleiter Matthias Schmolz antworten auf Fragen zu der Verkaufsstart-Umstellung
Vize-Chefredakteur Clemens Höges und Spiegel-Verlagsleiter Matthias Schmolz antworten auf Fragen zu der Verkaufsstart-Umstellung

Mehr "Feintuning" als Kraftakt: Nach dieser Devise geht der Spiegel konzeptionell an die Vorverlegung des Verkaufsstarts heran. Die Chefredaktion setzt vor allem auf bekannte investigative Stärken und Qualitäten der Zeitschriftenmarke Nummer eins. Im Verlag glaubt man zudem an Zuwächse im Abverkauf.

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Verlagsleiter Matthias Schmolz skizziert die Erwartungen an der Ericusspitze so: „Im Vordergrund stehen die Interessen unserer Leser, von denen bereits heute viele den Spiegel am Samstag lesen. Ab Samstag bekommen sie zum Start ins Wochenende ein noch aktuelleres Heft. Vom neuen Erscheinungstag versprechen wir uns natürlich auch positive Auswirkungen auf die Auflage.“ Und der Manager verweist auf zusätzliche Anstrengungen in der Distribution: „Dank der engagierten Arbeit unseres Vertriebs konnte die Zahl der eingeschalteten Verkaufsstellen deutlich erhöht werden.“ Auch die Signale aus der Vermarktung seien bisher „vielversprechend“.

Für die Redaktion (einen Chefredakteur gibt es ja bis zum Vertragsabschluss mit Klaus Brinkbäumer vorerst nicht) äußerte sich Vize Clemens Höges über die inhaltliche Herangehensweise und die besonderen Lesebedürfnis am Wochenende: „Wir denken ständig darüber nach, wie wir den Spiegel noch besser, noch attraktiver machen können. Nach Einführung des Meinungskonzepts und nach der Layoutreform geht es jetzt zunächst um Feintuning. Denn wir setzen natürlich weiter auf unsere Kernkompetenzen: Die Leser erwarten vom Spiegel packende Geschichten, die zustande kommen durch investigative Recherchen, kundige Analysen sowie Präzision in Fakten und Sprache.“

Weiter so, könnte hier der Tenor lauten. Was im Wesentlich auch für die Online-Aktivitäten gilt. „Die EVT-Verlegung beeinflusst unsere Digitalstrategie nicht grundsätzlich“, so Schmolz, „Änderungen hat es aber natürlich beim digitalen Spiegel gegeben. Die Freischaltung haben wir wegen der Umstellung auf Freitag, 18 Uhr, vorgezogen.“

Spiegel-typisch lässt man sich in Bezug auf möglicherweise zusätzliche Konkurrenz durch Sonntagszeitungen nicht bange machen. Matthias Schmolz:  „Wir setzen auf unsere eigenen Stärken. Bei den Überlegungen zur Verlegung des EVT war der Blick auf andere Angebote nicht maßgeblich.“

Layout 1

Das Cover der ersten Samstags-Ausgabe des Spiegel, die am 10. Januar erscheint. Die Digital-Ausgabe steht bereits freitags ab 18 Uhr zur Verfügung.

Für Insider hier noch ein Überblick über das Paket an Maßnahmen, mit denen der Spiegel (lt. Presseauskunft des Verlages) den neuen Erstverkaufstag pusht:

Countdownmailings:
Ab dem 2. Januar wurden mehrstufige Countdownmailings versandt, mit denen der Einzelhandel über den neuen EVT informiert wurde. Beispielsweise: „Noch 5 Tage – Samstag wird der neue Montag!“. Das vierseitige Handout erläutert die wichtigsten Fakten, in Kurzform unter anderem das Ergebnis einer Leser-Befragung. An den Fachhandel gingen vier Mailings, an Verkaufsstellen des Lebensmittelhandels sowie Tankstellen jeweils zwei. Die einzelnen Aktionen waren auf die jeweilige Geschäftsart abgestimmt.

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Aktion für Bäckereien:
Wegen des großen Potenzials der Bäckereien für den Verkauf des Spiegel am Samstag wurde die Zahl der Verkaufsstellen von 1.200 Bäckereien, die den Spiegel anbieten, auf rund 6.000 erhöht. Bereits vor Weihnachten hat der Verlag gemeinsam mit Focus einen Folder für die Bäckereien über das Grosso verschicken, mit denen auf die Absatzchancen aufmerksam gemacht wurde. Außerdem sind gemeinsame Brötchentüten, Plakate und Regalwipper mit der Zeile „Geben Sie Ihren Kunden zum Frühstück etwas Gutes zu lesen mit“ produziert worden.

Verkaufsstellen:
Die Zahl der Verkaufsstellen wurde insgesamt um rund 20 Prozent erhöht. Den Schwerpunkt bei der Erweiterung bilden die Bäckereien. Daneben werden zusätzliche Supermärkte und Discounter das Heft erhalten. Parallel wird mit der Umstellung auch die Liefermenge für den Einzelhandel um rund 90.000 Exemplare erhöht.

Werbemittel:
Für den Einzelhandel wurden zahlreiche Werbemittel entwickelt und produziert, die auf den neuen EVT verweisen. Dazu gehören Stapelschilder, Adhäsionsfolien, Tischkalender, Aufsteller, Thekendisplays und Bodenaufsteller sowie verschiedene Streuartikel. Alle Produkte wurden über den Pressegroßhandel und den Außendienst an den Einzelhandel verteilt. Für den Pressehandel veranstaltet der Verlag ein Gewinnspiel, in dem als Preise ein Ladenbaugutschein im Wert von 3.000 Euro, Leuchtwerbungselemente für den Spiegel und Papiertragetaschen mit Spiegel-Werbung ausgelobt wurden.

 

 

 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Ist ja alles toll in der Selbstweihräucherung, wie toll es ist, dass DER LESER den Spiegel nun am Samstag erhält. Tatsache ist, dass ich als Spiegelabonnentin den Spiegel genauso wie früher erst heute am Montag erhalten habe. Realität versus Werbung.

  2. Interessante Kampagne zur Umstellung auf den neuen Vertriebstag. Bleibt nur eine Frage offen: Hat jemand den Leser informiert?

  3. Nachdem Theater über den Abgang von Herrn Büchner, kann mir der SPIEGEL gestohlen bleiben, habe diesen fast 29 Jahre im Abo gehabt, ich trauere nur den alten SPIEGEL- Redakteuren nach, Namen die man sich merkte, heute lauter Namen, die sagen mir eigentlich nichts mehr, egal ob im Heft oder im FS.
    Wenn früher ein Redakteur vom SPIEGEL im FS eine Sendung mit begleitete,
    war das fast eine Pflichtsendung, heute kann man diese politischen Sendungen verpassen, da man sowieso nichts mehr mit nimmt, immer die selben Leute…!!!

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