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Kläger wollen Bertelsmann zwingen, das Buchclubgeschäft zwölf Jahre weiterzuführen

Die Bertelsmann AG hat ihren Sitz in Gütersloh.
Die Bertelsmann AG hat ihren Sitz in Gütersloh.

Geschäftspartner von Bertelsmann, wollen das defizitäre Buchclubgeschäft noch bis 2027 fortführen. Das berichtet das Handelsblatt in Berufung auf den schriftlichen Austausch zwischen Klägern und Angeklagten vor dem Landgericht Düsseldorf. Bertelsmann hatte Pläne angekündigt, das Buchclubgeschäft aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklung Ende 2015 aufzugeben. Die Geschäftspartner haben daraufhin Klage eingereicht.

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Mittlerweile ist die erste Runde des schriftlichen Austausches vor der mündlichen Verhandlung abgeschlossen. In der Replik, mit der die Kläger auf die Stellungnahme des Beklagten antworten, fordern die Geschäftspartner vom Gütersloher Konzern eine Fortführung der Buchclubaktivitäten um weitere 12 Jahre. Das berichtet das Handelsblatt in Berufung auf das Schriftstück.

Hintergrund dieser Forderung ist die Annahme, Missmanagement des Konzerns sei verantwortlich für das defizitäre Geschäft. Dazu führen die Kläger Zitate ehemaliger Bertelsmann-Führungskräfte an, die Managementfehler einräumen und einen Mangel an Investitionsbereitschaft bestätigen. Die Zitate stammen unter anderem aus Protokollen von Vollversammlungen.

„Die neuen Belege zeigen einmal mehr, dass die Darstellung von Bertelsmann, der Club sei seit Jahren ein Minusgeschäft und die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Folge externer Faktoren, ein völlig falsches Bild zeichnet“, sagt Guido Gebhard, Sprecher der Kläger. „Gewinne aus dem Club wurden nicht wieder in das Clubgeschäft gesteckt; das Management selbst hat wiederholt Fehler, mangelnde Investitionen und viel zu häufige Wechsel in der Buchclub-Führung zugegeben. Trotzdem hat der Club bis vor wenigen Jahren noch Geld verdient.“

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Laut Handelsblatt, dementiert ein Bertelsmann-Sprecher diese Anschuldigung. Investitionen habe es sehr wohl gegeben, zudem habe man das Mitgliedschaftsmodell mehrfach modifiziert.

Bertelsmann hatte am 17. Juni vergangenen Jahres bekannt gegeben, den Buchclub mit seinen rund eine Millionen Kunden aufzulösen und alle Filialen zu schließen. 250.000 der Mitglieder sind eigentlich Kunden von Buchhändlern und Medienvertrieben und werden von diesen geworben und Bertelsmann „überlassen“.  Die Verträge, die diese Kundenwerbung regeln, sind unkündbar. Stellvertretend für alle Vertriebspartner reichten daher drei der Geschäftspartner am 25. August 2014 Klage gegen die Schließung des Buchclubs ein. Sie vertreten 244 Vertriebsunternehmen, die für den Buchclub Kunden geworben hatten und bezifferten den Schaden auf eine zweistellige Millionensumme.

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