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Und wann stirbt Ihre Zeitung? Open-Data-Projekt sagt Halbwertszeit von Printmedien voraus

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Wann hat eine Zeitung oder Zeitschrift die Hälfte ihrer Käufer eingebüßt? Dieser Frage geht das Open-Data-Projekt "Zeitungssterben" nach und zeigt grafisch auf Basis von IVW-Daten an, wann ein Printmedium seine Halbwertszeit erreicht hat.

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Hinter dem Projekt steckt OpenDataCity, eine Agentur für Datenjournalismus und Datenvisualisierungen. Die Datenbasis liefern IVW-Zahlen. Die Visualisierungen zeigen nach eigenen Angaben die durchschnittlichen Verbreitungszahlen aller deutschen Zeitungen und Zeitschriften, die ihre Auflagenzahlen an die IVW melden und seit 2001 mindestens einmal eine Auflage von über 25 000 Exemplaren hatten. Die Charts zeigen den Durchschnitt aller Auflagen in einem Quartal.

Auf dieser Basis wollen die Macher den weiteren Auflagenverlauf prognostizieren. Der Haken: Käuferzahlen bzw. deren Rückgang mit wirtschaftlichem Misserfolg, der irgendwann zum Aus einer Publikation führen könnte, gleichzusetzen, ist ein Trugschluss. So dienen etwa Maßnahmen, wie die Reduzierung der sonstigen Verkäufe, der wirtschaftlichen Gesundung eines Blattes. Insofern sagen die reinen Verkaufszahlen wenig über Umsatz und Gewinn aus. Auch die Anstrengungen im digitalen Bereich, etwa App- oder E-Paper-Verkäufe, werden nicht erfasst.

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Für jede Publikation ist online eine Halbwertszeit angegeben. Beim stern etwa sind es 20 Jahre, beim Spiegel 31 Jahre, beim Focus 15 und bei der Bild am Sonntag nur 13 Jahre. Allerdings zeigen einige Charts auch, wie unrealistisch manche Prognose ist. So beträgt etwa die Halbwertszeit der ADAC Motorwelt stolze 1967 Jahre. Bei der eingestellten Financial Times Deutschland sind es immerhin noch 586 Jahre.

Den Quellcode des Projektes stellen die Macher übrigens auf GitHub zur Verfügung. Wie aussagekräftig diese Zahlen nun sein mögen, sei einmal dahingestellt. Fraglos haben die meisten Printpublikationen einen Auflagenrückgang zu verzeichnen, allerdings unterliegt dieser auch Schwankungen. Wissenschaftlich ist dieser Ansatz somit nicht, Potenzial für Diskussionen bietet er allemal.

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Alle Kommentare

  1. Also von mir aus könnte meine lokale Zeitung auch bereits morgen sterben. Der wirklich lokale Teil wird immer kleiner und den Rest wusste ich eh bereits am Vortag. Wenn dann öffentliche Tweets als „exklusive Aussagen“ zitiert werden frage ich mich warum die uns Leser eigentlich für SO Dumm halten…

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