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Doppeltes Lottchen in der Geisterbahn: der Neujahrs-„Tatort“ mit Ulmen und Tschirner im MEEDIA-Check

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Mehr als ein Jahr haben wir darauf gewartet, endlich ist es so weit: Der Weimar-"Tatort" mit Nora Tschirner und Christian Ulmen als Kommissare Dorn und Lessing geht in die zweite Runde und sorgt mit der Folge "Der irre Iwan" für einen ulkigen Start ins neue Jahr. Einschalten ist Pflicht!

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Die Story

Das Kommissaren-Paar Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) wird ins Rathaus gerufen. Bei einem Überfall auf die Stadtkämmerei wurde die Sekretärin Sylvia Kleinhard erschossen und ein größerer Geldbetrag gestohlen. Stadtkämmerer Iwan Windisch gerät unter Verdacht, als herauskommt, dass er ein Verhältnis mit der vollbusigen Blondine hatte. Auch sonst scheint der verheiratete Mann sich in den Armen anderer Frauen recht wohl zu fühlen und besucht regelmäßig den örtlichen FKK-Club. Während ihrer Ermittlungen stoßen Dorn und Lessing dann noch auf Windischs eineiigen Zwilling Josef Eisenheim, der als tiefgefrorene Leiche in der von ihm und seiner Frau betriebenen Geisterbahn liegt. Die beiden Brüder wussten bis vor ein paar Wochen nichts voneinander. Die Frage, die sich die Kommissare nun stellen: Ist der lebende Windisch wirklich der, der er ausgibt zu sein?

Die Story hinter der Story

„Der irre Iwan“ ist die moderne Interpretation von Erich Kästners „Das doppelte Lottchen“: Ein Zwillingspaar begegnet sich im Erwachsenenalter zum ersten Mal und tauscht seine Rollen, weil das jeweils eigene Leben ihnen zu fad ist. Der eine sucht das Abenteuer, der andere das Geld. Einer von beiden aber kriegt nicht genug, die Frage ist: Wer? Zwischen all den wechselnden Identitäten und Geschlechtspartnern diskutieren auch Dorn und Lessing immer wieder ihre Beziehung. Das Paar hat mittlerweile ein gemeinsames Kind und Lessing will Dorn heiraten. Die aber scheint von der Ehe nicht viel zu halten.

Sätze zum Mitreden

1. „Dein Macker hat Monogamie für ein Brettspiel gehalten.“

2. „Im keltischen Horoskop bin ich Haselstrauch: ab und zu ein bisschen launisch, aber Eifersucht ist dem Haselstrauch fremd. Und mit dir als Birke hab’ ich einen Partner, der sehr häuslich und treu ist.“

3. Dorn zu Lessing: „Willst du meine Frau werden?“

Was taugt das Drehbuch?

Murmel Clausen und Andreas Pflüger haben schon den letzten Weimar-Tatort „Die fette Hoppe“ verantwortet und erfüllen alle Erwartungen an die Fortsetzung. „Der irre Iwan“ ist, wie der Name schon sagt: etwas irre. Das Drehbuch führt Kommissare und Zuschauer in einen FKK-Club, auf den Rummel, lässt Leichen wiederauferstehen und Frauen gegen Kängurus kämpfen. Zwischendurch verliert man mitunter den Überblick, wer wann mit wem Zärtlichkeiten ausgetauscht hat, überdreht wirkt dieser Tatort aber trotzdem keineswegs. Slow-Motion-Einstellungen und die unerschütterliche Ruhe der beiden Kommissare bringen eine Gelassenheit in die Handlung, die das Ganze nur noch komischer macht.

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Sind die Ermittler in Form?

Der Weimar-„Tatort“ lebt von seinen Kommissaren, wie kein anderer. Der Schlagabtausch zwischen Dorn und Lessing ist neckisch, aber nie überzogen. Inmitten von Mord- und Überfällen verlieren sie einander nicht aus den Augen und beobachten das Treiben der Verdächtigten gelassen und amüsiert. Man könnte meinen, das gemeinsame Ermitteln gibt ihrer Beziehung erst den richtigen Kick. Rollenspielchen werden dabei mitunter so ausgereizt, dass Lessing sich Dorns Vornamen aufs Bein tättowieren lässt. Ihr trockener Humor trifft dabei auf seine treudoofen Heiratsabsichten, die sie nebenbei und in einem Satz abwiegelt. 

Eher peinlich

Nichts.

Offene Fragen

Wenn Birke und Haselstrauch sich paaren – welches Sternzeichen kommt dann dabei raus? Und müssen wir jetzt wieder ein Jahr warten, bis in Weimar ermittelt wird?

Fazit

Wer am ersten Januar nicht sowieso verkatert auf dem Sofa liegt, sollte sich auf jeden Fall dorthin bewegen. „Der irre Iwan“ ist der perfekte Start ins neue Jahr: er ist lustig und skurril, bleibt im selben Moment aber gelassen, sodass auch das benebelte Gehirn noch hinterherkommt.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 – 10

10.

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Alle Kommentare

  1. Dieser Tatort gehört in die unterste Schublade. Es handelte sich mehr um Klamauk – Geisterbahn – Kettensäge – doppeltes Lottchen – Alkoholabhängige.
    Die ganze Story war etwas durcheinander.
    Unsagbar schlecht war die Tonqualität. So etwas wird in der besten Sendezeit gebracht …..!?

  2. War enttäuscht – Klamauk pur. Mich wundert’s, dass sich
    gute Schauspieler für so etwas hergeben.

  3. Das war der schlechteste Tatort seit 25 Jahren. Mit Krimi (Spannung!!!!!) hatte das gar nichts zu tun. Das war nicht einmal humorvoll oder witzig – wie der Tatort aus Münster. Dieser Tatort war einfach nur dämlich, die reinste Zeitverschwendung. Schlechter kann ein Jahr im Fernsehen nicht anfangen. Es kann nur besser werden.

  4. Es gab mal Zeiten ,da war ein Tatort ein Krimi.Manchmal ist das noch so,aber heute war das mit Sicherheit nicht der Fall.Hauptsache WITZIG WITZIG ,HAHAHA selten so gelacht,aber Gottseidank nach 15 min.ausgemacht.
    ZEITVERSCHWENDUNG

  5. Nora Tschirner ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Musikerin, hab neulich ihren Auftritt gesehen, als sie zwei Finger auf die Gitarrensaiten presste und nicht mehr losließ. Wenn sie demnächst Cola und Limo mixt, ist sie auch noch Chemikerin.

  6. Dieser Bericht macht mich auf den Film doppelt neugierig.
    Bin schon gespannt, wie die TV-Kritiker in Österreich darauf
    reagieren.

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