Anzeige

Redtube-Anwalt Urmann: „Habe Zulassung freiwillig zurückgegeben“

Massenabmahner im Fall Redtube: Rechtsanwalt Thomas Urmann
Massenabmahner im Fall Redtube: Rechtsanwalt Thomas Urmann

Die News, dass der Porno-Abmahnkönig Thomas Urmann seine Zulassung und seine Kanzlei verloren hat, sorgte am Dienstag für Aufsehen. Nun erklärt der Regensburger Anwalt, er habe seine Zulassung freiwillig zurückgegeben.

Anzeige
Anzeige

„Ich habe meine Zulassung und die der Rechtsanwaltsgesellschaft am 3. November aus freien Stücken zurückgegeben“, so Urmann im Gespräch mit der Welt. Mit anderen Worten: Seine Karriere als Anwalt und die Kanzlei Urmann & Collegen sind Geschichte. Auf die Frage nach dem Warum, teilt er mit, dass er die Entscheidung bereits bereits im Februar getroffen habe. „Ich denke, nach einem Strafverfahren, an dem man als Angeklagter beteiligt ist, kann man meiner Meinung nach nicht mehr als Organ der Rechtspflege auftreten.“

Insolvenzverfahren soll Grund für Ausstieg sein

Gemeint ist nicht eine Beschwerde der Anwaltskollegen der Kanzlei Gulden & Röttger, die etliche Abmahnopfer von Urmann im Redtube-Fall vertreten hatten, sondern ein Insolvenzverfahren aus dem Jahr 2013. Urmann hatte sich in die Xaver Schwarz Wurst- und Fleischwarenmanufaktur GmbH in Gundelfingen bei Augsburg eingekauft, die aber schließlich in die Insolvenz ging. Es folgte ein Verfahren, bei dem der Anwalt selbst vor Gericht stand und im August 2014 zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde.

Anzeige

Auch wenn das Urteil nicht rechtskräftig ist und der Anwalt Berufung einlegte: Ob diese Verurteilung nun der eigentliche Grund für das Ende seiner Anwaltskarriere ist, bleibt offen. Über die Jahre hatte seine Kanzlei U+C nicht nur mit Massenabmahnungen für die Pornobranche für Aufsehen erregt, sondern auch viel Kritik einstecken müssen.

Vor allem mit dem letzten großen Fall, bei dem die Regensburger rund 20.000 Abmahnungen an Nutzer des Porno-Strreamingportals Redtube verschickten, hatte sich Urmann wohl übernommen. Das vorgelegte Gutachten wies Lücken auf, die Beschaffung der IP-Adressen der Nutzer erschien dubios, zudem war das zuständige Landgericht Köln mit der Bearbeitung der Aktenberge überfordert. Auch war es das erste große Verfahren, bei dem das Streaming und nicht der Download von urheberrechtlich geschütztem Material abgemahnt wurden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*