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Die Internetaktien-Verlierer 2014: Amazon und Twitter stürzen ab

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Nicht alle Internetaktien flogen in den vergangenen zwölf Monaten hoch. Tatsächlich gab es gegen den Aufwärtstrend der Branche einige überraschende Verlierer: Vor allem Amazon und Twitter strapazierten über die Maßen die Nerven ihrer Aktionäre …

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5.  Google: – 5 Prozent

Der wertvollste Internetkonzern der Welt tritt auf der Stelle: Google Glass oder das selbstfahrende Auto stehen für die großen Visionen, mit denen Sergey Brin und Larry Page die Technologiewelt in Zukunft bestimmen könnten – in der grauen Gegenwart jedoch scheint das Kerngeschäft, Werbeeinnahmen aus der Internetsuche, immer mehr an seine Wachstumsgrenzen zu stoßen.

Obwohl Google seine Umsätze weiter zweistellig steigern kann, stagnieren die Gewinne – im abgelaufenen Quartal musste der Suchgigant sogar erneut einen kleinen Gewinnrückgang verkraften. Google leidet am Paradigmenwechsel vom stationären zum mobilen Internet, in dem sich an Werbeanzeigen weniger verdienen lässt. Die Folge: Anleger hatten an der Google-Aktie 2014 wenig Freude – ein Minus von 5 Prozent schlägt am Jahresende zu Buche.

4. Netflix: – 7 Prozent

Es geht bekanntlich gut, bis es schief geht: Der Streaming-TV-Anbieter Netflix war wohl die größte Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre unter den sogenannten Momentum-Aktien der Internetbranche – extrem beliebte Wachstumswerte, die von Investoren in immer schwindelerregendere Höhen gezockt werden. Börsenhai Carl Icahn machte seinem Ruf wieder einmal alle Ehre, als er 2013 in Netflix auf Anraten seines Sohnes Brett – selbst Hedgefondsmanager –  investierte und seinen Einsatz binnen 14 Monaten verfünffachte, ehe er das Investment halbierte.

Nun ist die Party ist erst mal zu Ende: Netflix kam nach Vorlage der letzten Quartalszahlen Ende Oktober fürchterlich unter die Räder. Der Auslöser: Der Abonnentenzuwachs verläuft nicht mehr so schnell wie von Analysten erhofft. Zudem wächst die Konkurrenz: Der beliebte US–Pay-Sender HBO kündigte den Start eines Streaming-Dienstes an. Netflix-Aktien büßten im Anschluss der jüngsten Bilanz mehr als ein Viertel ihres Wertes ein – und notieren seit Januar insgesamt um 7 Prozent im Minus.

3. Amazon: – 22 Prozent

Es war nicht das einfachste Jahr für Amazon-Aktionäre. Konzernchef Jeff Bezos erlaubt sich seit Jahren den Luxus, auf Gewinne in der Gegenwart zu verzichten.  Entsprechend hatte Bezos seine Aktionäre immer wieder auf Quartalsenttäuschungen eingestimmt – abgerechnet wird schließlich in der Zukunft.

2014 jedoch überreizte Bezos das Blatt: Das Minus wurde immer größer – im jüngsten Quartal schlugen Verluste von knapp einer halben Milliarde Dollar zu Buche. Neue Produkte wie das Kindle Fire Phone schlugen zudem nicht ein, ältere Produkte wie die Kindle Tablet-Reihe verloren an Schwung. Die Folge: Die Aktie beendet das Jahr gegen den Marktrend um 22 Prozent schwächer.

2. Groupon: – 30 Prozent
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Fast alle Internetaktien flogen 2014 hoch, aber was macht eigentlich ein einst hochgewetteter Überflieger? Groupon, inzwischen vor mehr als drei Jahren mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse gekommen, ist an der Wall Street nie wirklich angekommen. Für einen Moment schoss die Groupon-Aktie seinerzeit von 20 auf 32 Dollar, das Unternehmen touchierte zu diesem Zeitpunkt die 20-Milliarden-Dollarmarke. Besser sollte es nie wieder werden.

Der Rest ist die Geschichte eines einzigen Niedergangs. Vor knapp zwei Jahren wurde CEO Andrew Mason gefeuert. Doch auch unter Nachfolger Eric Lefkofsky wollte die Trendwende lange Zeit nicht gelingen – das Schnäppchenportal verlor weiter Millionen. Erst im abgelaufenen Quartal sendete Groupon erkennbare Comeback-Signale – die Umsätze zogen so stark an wie seit Jahren nicht mehr, die Aktie legte seit Bilanzvorlage Ende Oktober um 25 Prozent zu und minimierte damit das Jahresminus auf 30 Prozent.

1. Twitter: – 43 Prozent

Twitter ist die schlechteste Internetaktie des Jahres – mit Abstand. Wie konnte das passieren? Der Kurznachrichten-Dienst und vor allem CEO Dick Costolo gibt Anlegern bis heute Rätsel auf: So vermeintlich kurz, prägnant und direkt die Kommunikation in 140 Zeichen verläuft – so unklar ist bis heute, was Twitter eigentlich sein will.

Seit dem IPO vor einem Jahr – dem größten Internet-Börsengang seit Facebook– besteht eine On-Off-Beziehung zwischen Twitter und der Börse. Was zunächst furios begann, hat sich binnen der nächsten knapp 14 Monate zur veritablen Achterbahnfahrt entwickelt.

Zunächst haussierte das Papier: In der Spitze zog die Twitter-Aktie sogar bis auf 75 Dollar ab und verdreifachte damit fast ihren Wert gegenüber dem Ausgabekurs. Der 140-Zeichen-Dienst war plötzlich 40 Milliarden Dollar wert – und  viermal so viel wie etwa die Deutsche Lufthansa.

Zum Start des neuen Börsenjahres erkaltete die Liebesbeziehung jedoch schnell. Mit Vorlage der ersten Quartalsbilanz Anfang Februar folgte der brutale Absturz: Die hoch gewettete Twitter-Aktie lernte nach Monaten des Börsenhöhenflugs plötzlich die Gesetze der Schwerkraft kennen.

Es folgten bittere Monate des stetigen Niedergangs. Auch aus Sorge vor einer Verkaufswelle zum Ende des Haltefrist für Altaktionäre taumelte die Twitter-Aktie in der ersten Jahreshälfte bis auf 29 Dollar – und damit fast auf den Ausgabekurs zurück. Wie gewonnen, so zerronnen.

Obwohl im Jahresverlauf Erholungssignale – etwa nach Bekanntgabe der starken Juni-Quartalszahlen – erkennbar waren, sind Anleger verunsichert. Maßgeblichen Anteil hat daran der umstrittene CEO Dick Costolo. “Ich glaube, die Aktie würde wieder bei 55 bis 60 Dollar notieren, wenn der Aufsichtsrat einen anderen CEO berufen würde”, watschte CNBC-Marktkommentator James Cramer Costolo jüngst öffentlich bei CNBC ab. Per Ende Dezember 2014 ist Costolo weiter im Amt  – und die Twitter-Aktie mit einem Minus von 43 Prozent der größte Verlierer unter den höher kapitalisierten internationalen Internet-Unternehmen.

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