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RTL schmeisst den PEGIDA-Undercover-Reporter raus

Ein vom NDR interviewter PEGIDA-Demonstrant war RTL-Reporter
Ein vom NDR interviewter PEGIDA-Demonstrant war RTL-Reporter

RTL zieht aus dem Vorfall mit einem verdeckt bei einer PEGIDA-Demonstration recherchierenden Reporter Konsequenzen. Der Reporter des RTL Landesstudios Ost war verdeckt auf einer PEGIDA-Demonstration anwesend und wurde zufälligerweise vom NDR interviewt. Statt sich als Journalist zu erkennen zu geben, spielte der Reporter die Rolle als ausländerfeindlicher PEGIDA-Anhänger. Nun hat RTL die Zusammenarbeit mit dem Mann beendet.

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Gegenüber FAZ.net sagte Thomas Präkelt, der Chef des RTL Landesstudios Ost: „Unser Mitarbeiter hat einen Fehler begangen, der nicht zu entschuldigen ist. Er sollte auf keinen Fall provozieren oder zur Hetze animieren, schon gar nicht anderen Journalisten eine Rolle vorspielen.“ Er habe seinem Berufsstand mit seinem Auftreten „schwer geschadet“. Der Reporter war vom NDR zu RTL gekommen und habe in der Vergangenheit bereits rund 300 Beiträge abgeliefert, bei denen es nie zu Problemen gekommen sei. Der Reporter habe außerdem das RTL-Landesstudio nach der Demo nicht darüber informiert, dass er von NDR-Reportern interviewt wurde. Die Zusammenarbeit mit ihm werde beendet, teilte RTL mit.

Reporter des NDR-Magazins „Panorama“ hatten bei einer PEGIDA-Demonstration Teilnehmer interviewt und ausführlich im O-Ton zu Wort kommen lassen. Der NDR stellte auch die Rohfassungen der Interviews ins Internet um den Vorwurf zu entkräften, man habe die Aussagen durch Schnitte manipuliert. Unter den gesendeten Aussagen war inkognito auch der RTL-Reporter, der besonders krasse ausländerfeindliche Äußerungen in die Kamera sprach. Dass sich später herausstellte, dass er ein Journalist ist, hat bei PEGIDA-Anhängern und Anhängern von Verschwörungstheorien für eine erneute Welle an Kritik und Häme gegen die so genannten Mainstream-Medien gesorgt.

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Alle Kommentare

  1. Was spricht gegen saubere Nachrichtenarbeit und den Namen des RTL-Reporters zu nennen? Und wenn RTL den nicht preisgegeben hat, dann wenigstens das mitzuteilen und damit zu erläutern, warum man eine der W-Fragen offenlassen muss? Und falls es rechtliche Bedenken gegen die Nennung gäbe (was mich überraschen würde), dann eben dies kurz zu erklären, statt sich insgesamt dem Verdacht auszusetzen, Journalisten deckten einander.

  2. Ich glaube so mancher Stasi-Opa bekommt auf seinen alten Tagen noch nachträglich Tagtraumpollutionen, angesichts der heutigen medialen Möglichkeiten staatsfinanzierter medialen Meinungsmache. Er wird sagen: ” Wer hatts erfunden? Wir nannten dieses….Unterwanderung und Zersetzung des Feindes!”
    Sollte die lila Hexe in Chile recht behalten, indem sie sagte: ” Der Same ist jedenfalls ausgesäht?” By the way, in den Wendejahren sind “Objektschützer” vom Wachregiment Feliks Dzierzynski als stasibelastet entlassen worden, jedoch einige tausend “Spezialisten des MFS” in neue Dienste übernommen worden, daß weiß bloß keiner mehr! Millionen wurden angefordert, um Facebook besser überwachen zu können, hatt da jemand Angst vorm eigenen Volk? Schon wieder?

  3. Das Verhalten des Reporters war falsch, das von RTL ist aber genauso fragwürdig:
    „…habe in der Vergangenheit bereits rund 300 Beiträge abgeliefert, bei denen es nie zu Problemen gekommen sei.“
    Und dann sofort die Zusammenarbeit aufkündigen?

  4. Ich entsinne mich noch gut an seinen TV-Auftritt: der junge Mann hat mich insofern beeindruckt, als er das konfuse vaterländische Gequatsche offensichtlich als junger, wacher und intelligenter Kopf äußerte. Gerade diese Metabotschaft macht sein Verhalten zu einer hochgefährlichen Unterstützung von Pegida: wenn selbst so eine überzeugende Positiv-Figur die Pegida-Linie vertritt …

  5. Ich habe bei Panorama Folgendes eingetütet.

    Sie haben innerhalb von zwei Stunden über eine Stunde lang Leute befragt, und behaupten, dass damit eine Auswahl der Befragten unmöglich gewesen sei. Das stimmt nicht. Möglicherweise haben Sie mehrere Leute unters Volk geschickt, die dann die Ihnen am besten Passenden vor die Kamera geholt haben.

    Das mit dem RTL-Mann war Pech für Sie. Ich glaube Ihnen, dass Sie davon überrascht worden sind. Ich glaube aber nicht, dass der RTL-Mann im Auftrag von RTL gehandelt hat, denn RTL steht dadurch genauso blöd wie Sie da. Ich glaube auch nicht, dass er seine tatsächliche Meinung gesagt hat und im Nachhinein, als er bemerkt hat, dass sein Gesicht im Fernsehen ist, eine Ausrede gesucht hat. Ich denke, dass er das mit dem Ziel getan hat, die Lügenmedien besonders schlecht dastehen zu lassen, und dadurch PEGIDA zu unterstützen.

    PEGIDA ist eine Gegenveranstaltung zu den Mahnwachen für den Frieden. PEGIDA verfolgt ein anderes Ziel. PEGIDA etabliert Europa als Vaterland und den Islam als Feind.

    Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie meinen Kommentar veröffentlichen.

    1. PEGIDA ist gefährlich – das sieht man an diesem Kommentar. Diese Begriffe „Vaterland“, „Islam als Feind“ und „Lügenpresse“ zeigen, dass Faschistesten keine Angst mehr haben sich öffentlich zu äußern. Und es wirft ein übles Bild auf die PEGIDA Demosntranten, die vielleicht wirklich nur Angst haben, dass islamische Fanatiker in Deutschland leben und den Frieden durch Anschläge bedrohen.

      Nie in den letzten 60 Jahren war es so nötig, dass die Politik Wege sucht und findet, um Fanatiker und Faschisten aufzuhalten.

      Es ist beschämend und macht mir Angst, dass ich Zeuge solcher Aussagen werde, die man vorher nur aus Geschichtsbüchern kannte.

  6. Glaubwürdigkeit …. noch letzten Montag gewarnt …

    Man kann sich die Finger wundtippen, der deutsche Qualitätsjournalist hat es nicht nötig gehabt.

    Nun geniesst euren Downfall.

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