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Nach dem PEGIDA-Zwischenfall: RTL verschärft Regeln für verdeckte Recherche

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Während einer PEGIDA-Demonstration wurde ein verdeckt recherchierender RTL-Reporter zufällig von einem TV-Team des NDR interviewt und gab dabei ausländerfeindliche Äußerungen von sich, ohne sich als Journalist zu erkennen zu geben. RTL hat sich vom Verhalten des Reporters distanziert und angekündigt, die Zusammenarbeit zu beenden. Dabei bleibt es nicht. Der Kölner Privatsender will auch die Regeln für den Einsatz von verdeckter Recherche verschärfen.

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Wie RTL-Chefredakteur Michael Wulf gegenüber Spiegel Online sagte, sollen Undercover-Recherchen bei RTL künftig in engerer Absprache mit der Chefredaktion erfolgen. „Wirkliche Undercover-Recherchen sind eine probate Vorgehensweise dann und nur dann, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind, um Missstände aufzudecken und zu dokumentieren“, so Wulf. In dem vorliegenden Fall sei eine verdeckte Recherche „nicht die richtige Herangehensweise gewesen“, so der RTL-Chefredakteur weiter.

Der Reporter des RTL Landesstudios Ost hatte sich inkognito unter PEGIDA-Demonstranten gemischt und war zufällig von einem Kamerateam der NDR-Sendung „Panorama“ befragt worden. Dabei gab der Reporter besonders ausländerfeindliche Sprüche von sich, gab sich aber nicht als Journalist zu erkennen. Später distanzierte sich der Reporter von seinen Aussagen und der NDR veröffentlichte eine Korrektur. RTL hat zwischenzeitlich erklärt, nicht mehr mit dem Reporter zusammenarbeiten zu wollen.

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Kritik an RTL kam auch vom Deutschen Journalisten Verband, DJV. Der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken nannte es widersprüchlich, dass der Sender die Zusammenarbeit mit dem Reporter aufkündige, das Mittel der verdeckten Recherche bei Großdemonstrationen aber gut heiße. Zuvor hatte RTL in einem Statement die Undercover-Recherche des Reporters bei der Pegida-Demonstration am 15. Dezember in Dresden als richtiges journalistisches Mittel bezeichnet, um so an Statements von Demonstranten zu gelangen. Mit den angekündigten Verschärfungen reagiert RTL nun auch auf diese Kritik.

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