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Sony-Leak enthüllt: Snapchat-Chef sieht Facebook auf dem absteigenden Ast

Evan Spiegel, CEO von Snapchat
Evan Spiegel, CEO von Snapchat

Der Sony-Hack zieht immer weitere Kreise. Die neueste Enthüllung betrifft den aufstrebenden Internetstar Snapchat, der die Übernahme durch Facebook ausschlug. Geleakte Dokumente werfen ein neues Licht auf die Ablehnung: Snapchat-CEO Evan Spiegel bescheinigt dem Social Network keine große Zukunft. 


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Enthüllungen tun immer weh. So zeigte sich Snapchat CEO Evan Spiegel extrem zerknirscht über die durch den Sony-Hack verbreiteten Interna: „Mir war den ganzen Morgen zum Weinen zumute“, schrieb der 24-Jährige in einer offenen Mail an seine Mitarbeiter, die Spiegel danach auf Twitter verbreitete.

Geheimnisse zu bewahren, mache einen großen Teil seiner Arbeit aus: „Geheimnisse bringen uns zusammen. Wir behalten Geheimnisse, weil wir Menschen gerne überraschen wollen“, erklärte Spiegel. Diese Rolle haben nun die Sony-Hacker übernommen, die in den Besitz der Interna kamen, weil Sony Entertainment-CEO Michael Lynton im Aufsichtsrat von Snapchat sitzt und der entsprechende Mail-Verkehr öffentlich wurde.

Evan Spiegel sieht Parallele zum Internet-Boom um die Millenniumswende
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Erste Erkenntnis: Evan Spiegel waren die 3 Milliarden Dollar, die Facebook 2013 für die Übernahme bot, nicht nur zu wenig – der Snapchat-CEO äußerte sich auch erstaunlich negativ über die Zukunft des weltgrößten Social Networks. „Facebook hat sich trotz rückläufiger Nutzerinteraktion und nachgebender Werbegelder von Markenartiklern gut geschlagen, weil die mobilen Werbeerlöse anziehen, vor allem von Apps.“

Nach Spiegels Meinung sei das jedoch nur nur ein kurzfristiger Effekt, der mit dem Internet-Werbeboom zur Millenniumswende vergleichbar sei – das heiße Geld stammte von Start-ups, die von Wagnisfinanzierern unterstützt wurden. Als die Internetblase platzte und sich der Markt für junge Internet-Unternehmen dramatisch bereinigte, versiegten für große Player wie Yahoo plötzlich die schnellen Werbe-Dollars.

„Facebooks Bewertung wird entsprechend unter Druck geraten“

Ein ähnliches Szenario sieht Spiegel nun auch Facebook bevorstehen: „Wenn sich der Markt für Technologieaktien abkühlt, wird Facebooks Bewertung entsprechend unter Druck geraten, der Zugang zum Kapital für Start-ups trocknet aus, und die Werbemittel zur Nutzergewinnung gehen schlagartig zurück – alles Probleme für Facebook, die die Aktie tiefer nach unten treiben“,  schrieb Spiegel in einer Mail vor einem Jahr an Michael Lynton.

Snapchat selbst ist unterdessen einer der größten Profiteure der anhaltenden Internet-Begeisterung der Wall Street: Die Bewertung ist nach jüngsten Finanzierungsrunden in diesem Jahr auf 10 Milliarden Dollar emporgeschossen.

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