Anzeige

Ex-Burda-Manager Jürgen Todenhöfer reiste zu  den Terrorfürsten vom IS

Jürgen Todenhöfer, IS-Kämpfer (Foto: Facebook-Seite von Jürgen Todenhöfer)
Jürgen Todenhöfer, IS-Kämpfer (Foto: Facebook-Seite von Jürgen Todenhöfer)

Man muss nicht alle seine Thesen teilen, aber der frühere Burda-Vorstand Jürgen Todenhöfer hat wirklich Mumm. Für ein Buchprojekt reiste er tatsächlich ins Herz der Finsternis, zum Islamischen Staat und kehrte auch wohlbehalten zurück. Der Hacker-Angriff auf Sony Pictures und die abgesagten Aufführungen der Nordkorea-Komödie “The Interview” machen George Clooney sauer. Paulo Coelho will helfen. Und Mario Balotelli wird wegen eines angeblich rassistischen Instagram-Witzchens gesperrt.

Anzeige
Anzeige

Mittlerweile hat man ja fast vergessen, dass Jürgen Todenhöfer mal CDU-Abgeordneter (“Stahlhelm-Fraktion”) und Burda-Vorstand war und sich als solcher um schnöde Heftchen wie “Die Rätsel-Trickkiste” oder “Frau im Trend” gekümmert hat. Mittlerweile ist er in pazifistischer Mission unterwegs, hat viele Bücher geschrieben und gilt als manchmal zu wohlwollender Versteher des Nahen Ostens. Vor allem sein Interview mit dem syrischen Diktator Assad hat ihm reichlich Kritik eingebracht. Jetzt hat es Todenhöfer tatsächlich geschafft, in den Islamischen Staat ein- und wieder auszureisen ohne seinen Kopf zu verlieren. Auf Facebook postete er dieses erstaunliche Bild:

In den “Tagesthemen” wurde er von Caren Miosga zu seiner Reise in das Herz der Finsternis interviewt. Auch wenn man nicht immer mit Todenhöfers Ansichten hundertprozentig übereinstimmen muss – mutig ist er ohne Zweifel.

Angst vor Terror hatte dagegen das von Hackern geplagte Filmstudio Sony Pictures. Sony hat die Premiere der Nordkorea-Komödie “The Interview” in den USA wegen Terror-Drohungen abgesagt. In der satirischen Komödie können zwei Journalisten (gespielt von Seth Rogen und James Franco) den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un interviewen. Angeblich sollen dieselben Leute, die gedroht haben, Kinos, in denen der Film gezeigt wird, in Luft zu jagen, auch hinter dem neuerlichen Hacker-Angriff auf Sony stecken, bei dem zahlreiche interne, teils hochpeinliche Mails veröffentlicht wurden. In den USA wird vermutet, dass Nordkorea hinter dem der Hacker-Attacke und den Drohungen steckt. Es gab auch massive Kritik von Schauspielern und Filmemachern an dem Rückzieher von Sony. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. So fand sich unter Hollywood-Größen offenbar, der eine Petition unterzeichnen wollte, die George Clooney und sein Agent in Umlauf brachten. In der Petition wäre Sony Pictures Unterstützung zugesichert worden, falls das Unternehmen sich nicht den Forderungen der Terroristen beugt. Mit den durch den Leak diskreditierten Sony-Leuten wollte sich niemand solidarisieren.

Clooney machte in dem Magazin Deadline deutlich, dass die Sache alles andere ist, als eine Petitesse:

Wir reden hier über ein tatsächliches Land, das entscheidet, welche Inhalte wir sehen. Das betrifft nicht nur Filme, das betrifft jeden Wirtschaftszweig, den wir haben. Das ist die Wahrheit. Was geschieht, wenn ein Newsroom eine Story bringen will und ein Land oder ein Individuum oder ein Unternehmen entscheidet, dass sie das nicht mögen? Vergesst den Hacking-Teil. Da droht jemand damit, Gebäude in die Luft zu jagen und auf einmal muss sich jeder beugen.

(…)

und nur wegen dieser Drohung ändern wir, wie wir leben, das ist die tatsächliche Definition von Terrorismus.

Das komplette Interview mit Clooney in Deadline ist sehr lesenswert.

Bestseller-Autor und Social-Media Schwadroneur Paulo Coelho (“Der Alchemist”) hat nun Sony Pictures via Twitter angeboten, die Filmrechte an “The Interview” für 100.000 Dollar zu kaufen und den Film auf seiner Website zu zeigen.

Soweit musste es kommen.

Übel rassistisch oder nur ein harmloses Witzchen? Italiens Fußball-Star Mario Balotelli hat immer noch Ärger wegen eines unbedacht geposteten Bilder-Witzes auf Instagram. Balotelli teilte das Bildchen, das die Videospielfigur Super-Mario zeigt, Anfang Dezember.

Anzeige

Dass da auch steht, dass Super Mario springt wie ein Schwarzer und Münzen sammelt wie ein Jude, wurde Balotelli als Rassismus ausgelegt. Der entfernte das Bild und forderte in bewährter Balotelli-Manier zunächst dazu auf, man möge nun bitte das Maul halten.

Jetzt wurde Balotelli vom englischen Ligaverband wegen der Sache für das nächste Spiel seines Vereins FC Liverpool gesperrt.

Balotelli zeigt sich sich schon kurz nach dem Vorfall auf Twitter reuig. Die Sache tue ihm leid, er habe nicht rassistisch sein wollen, er habe das Bild anti-rassistisch und lustig gefunden, er habe eingesehen, dass es falsch war, nicht jeder Schwarze könne hoch springen, nicht alle Juden würden Geld lieben und nicht jeder Mexikaner habe einen Schnurrbart usw.

Hat wirklich im Ernst jemand geglaubt, Balotelli, der schwarze Fußballer aus Italien mit einer jüdischen Mutter sei Rassist? Wegen dieses blöden Bilder-Witzchens? Political Correctness kann schon eine Pest sein.

Nach so viel ernsthaftem Zeugs jetzt hier noch ein kleiner, aber völlig politisch korrekter Religions-Witz aus Google-Land:

Schönes Wochenende!

Und nicht vergessen: Nächste Woche Weihnachten!

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ich finde Herr Todenhöfer nicht mutig. Wenn ich ihn in Talkshows neuerdings so höre und das jetzt lese. Der Mann macht mit Angst.

  2. …erstaunlich – und bewunderswert – was ehemalige CDU-Minister noch auf ihre „älteren“ Tage vollbringen.
    Das müsste Heiner Geissler doch wurmen…
    Mein Vorschlag: Geissler fährt zu Putin und signalisiert ihm, dass die nicht zielfördernden Sanktionen gegen die Russsische Föderation aufgehoben werden:
    Der vermutlich grösste Bevölkerungsanteil Deutschlands und die am meisten betroffenen mittelständischen Unternehmen, sowie der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft würden es ihm danken !

    Christian G. Christiansen, Berlin

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*