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Wegen Rubel-Crash: Apple stoppt Online-Verkauf in Russland

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29 Prozent in einem Jahr weg: Apple in der Dauer-Börsenkrise


Es war wohl der turbulenteste Handelstag des Börsenjahres: Gestern verschärfte sich die seit Wochen schwelende Währungskrise in Russland dramatisch – der Rubel wertete weiter drastisch ab. Apple hat nun reagiert: Zuerst verteuerte sich das iPhone 6 Ende November um 25 Prozent, nun wurde der Online-Verkauf ganz eingestellt. Russische Internetaktien versinken unterdessen im Rubel-Crash.

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Es sind Szenen, wie man sie seit der Russlandkrise vor 16 Jahren nicht mehr gesehen hat: Die Währung des größten Flächenstaats der Welt schmilzt wie Schnee in der Sonne. Binnen der vergangenen drei Wochen hat der Rubel in der Spitze 40 Prozent seines Wertes verloren, allein seit Wochenbeginn vernichtete der Crash fast ein Viertel des Währungswertes.

Als Höchstkurs mussten gestern 99 Rubel für einen Euro bezahlt werden – im November waren es noch weniger als 60 Rubel. Gut etwa für Moskau-Touristen: Plötzlich ist eine der teuersten Städte so erschwinglich wie eine deutsche Vorstadt – wer etwa gestern in einem Zwei-Bett-Zimmer im 5-Sterne-Nobelhotel Hilton Leningradskaya absteigen wollte, musste dafür gerade mal einen Jugendherbergspreis von 55 Euro pro Nacht berappen.

Bis gestern war das iPhone in Russland so günstig wie nirgends auf der Welt

Der Traum manchen Russland-Reisenden wird zum Albtraum von Exporteuren ins russische Riesenreich: Ist die Ware eingetroffen und in Rubel bezahlt, ist der Gegenwert schon wieder weniger wert. Darauf reagierten westliche Konzern nun mit entsprechenden Maßnahmen: Ikea etwa kündigte eine Preisanhebung an und sorgte damit für lange Schlangen vor den Warenhäusern.

Tech-Branchenprimus Apple hatte bereits Ende November auf die Währungsturbulenzen reagiert und die Preise für die neuen iPhone-Modelle um 25 Prozent abgehoben. Das 16 GB große iPhone 6 kostete demnach 40.000 Rubel und wäre damit gestern in Russland so günstig gewesen wie nirgends auf der Welt – es wäre bereits für 470 Euro zu haben.

Apple reagiert: „Unser Online Store in Russland ist im Moment nicht verfügbar“
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Nun hat Apple vor den Währungsturbulenzen kapituliert und den Online-Verkauf im größten Flächenstaat der Welt vorerst ganz eingestellt. „Unser Online Store in Russland ist im Moment nicht verfügbar, während wir unsere Preise überprüfen“, erklärte ein Apple-Sprecher gegenüber Bloomberg.

Erwartungsgemäß setzten die Turbulenzen in Russland die Kapitalmärkte weltweit unter Druck. Nach einem kurzfristigen Erholungsversuch verlor die Apple-Aktie auch gestern weiter an Wert und notierte bei unter 107 Dollar den fünften Tag in Folge im Minus. Seit Ende November hat Apple mehr als 70 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.

Rubelkrise: Google stürzt auf Jahrestiefs, russische Internetaktien im Crash

Technologieaktien notierten im Sog der Rubelkrise unisono tiefer: Google sackte gar auf unter 500 Dollar und damit den tiefsten Stand des Jahres ab. Russische Internetaktien erleben unterdessen ein totales Waterloo.

Die russische Suchmaschine Yandes, die auch an der Technologiebörse Nasdaq notiert, verlor binnen eines Monats ein Drittel an Wert und seit Jahresbeginn sogar enorme 60 Prozent, der russische Internet-Riese Mail.ru büßte sogar schon 70 Prozent seines Wertes ein und verlor allein gestern crashartige 22 Prozent.

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