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Tiedje verlässt Vorstand: Michael Inacker wird neuer Chef von WMP Eurocom

Der ehemalige Journalist Michael Inacker wird neuer Vorstandschef der Kommunikationsagentur WMP Eurocom AG. Dies verkündete der bisherige Chef Hans-Hermann Tiedje auf der Weihnachtsfeier der Beraterfirma. Tiedje, der auch Gesellschafter von WMP ist, hat sich laut Süddeutscher Zeitung erstmal in einen mehrwöchigen Urlaub verabschiedet, offiziell übernimmt Inacker am 1. Februar.

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Inacker ist seit Mai dieses Jahres im Vorstand der Kommunikationsberatung. Die ersten Monate im Job scheinen so gut gelaufen zu sein, dass Inacker nun (wie vermutlich zu seinem Antritt verabredet) auf den Chefposten von Tiedje rückt. Laut Süddeutscher Zeitung, die über den Wechsel an der Spitze berichtete, schließt WMP dieses Jahr mit einem Rekordergebnis ab. In den Vorstand der Beratung rückt Katrin Dahm auf, die für Personalmanagement und Finanzen zuständig ist. Klaus-Peter Schmidt-Deguelle bleibt Vorstandsmitglied.

Tiedje, 65, ist in seinem ersten Berufsleben eine Art journalistischer Bulldozer gewesen. Er volontierte beim Hamburger Abendblatt, war bereits Mitte der 80er Vizechef der Bild-Zeitung, übernahm für kurze Zeit die Chefredaktion der Bunte. Zwischen 1989 und 1992 war er dann Chefredakteur von Bild – mit dem Kohl-Titelbild „Der Umfaller“ schrieb er sich in die Annalen der Boulevardzeitung ein. Es folgte eine Station als Redaktionsleiter von Thomas Gottschalks Late-Night-Ausflug bei RTL. Nach dem Scheitern der Magazin-Neugründung Tango wechselte Tiedje in die Beraterkaste. Ende der 90er hatte er sich mit Helmut Kohl versöhnt und beriet ihn in dessen Wahlkampf. Seit 2000 ist Tiedje WMP-Vorstand, seit 2004 Vorstandsvorsitzender.

Auf eine bewegte Karriere kann auch sein Nachfolger Inacker, 50, bereits zurückblicken. Wie wenig andere Menschen in der Kommunikationsbranche wechselte er die Seiten zwischen Journalismus und Unternehmenskommunikation. Inacker war u.a. Chefkorrespondent der Welt am Sonntag, darauf Leiter des Planungsstabes des Vorstandes von DaimlerChrysler. Auf ein Engagement bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung folgte die Rückkehr zu Daimler. Zurück in den Journalismus als Vize-Chef der WirtschaftsWoche, dann Konzernkommunikationschef der Metro AG. Darauf Vize-Chef beim Handelsblatt. Mitte 2013 sollte Inacker Konzernkommunikator bei Siemens werden. Inacker trat den Posten dann aber nicht an, weil Vorstandschef Löscher selbst seinen Hut nahm.

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Kritische Berichte über die Arbeit von WMP gab es immer mal wieder, u.a. 2003 im Spiegel. Zuletzt zankte sich Tiedje mit dem stern-Journalisten Hans-Martin Tillack. Imagepflege in eigener WMP-Sache gehört nun für Inacker genauso zum Geschäft wie die Imagepflege von Kunden.

Es heißt, Tiedje wolle sich künftig nicht völlig fern vom operativen Geschäft halten. Er behalte einige Mandanten und berate diese weiterhin. Im Aufsichtsrat von WMP saßen und sitzen u.a. Ex-Politiker wie Hans Eichel oder Hans-Dietrich Genscher, sowie Unternehmer wie Ulrich Marseille, Roland Berger und Wendelin Wiedeking.

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