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Insolvenz in Eigenverwaltung: Social-TV-Sender Joiz verabschiedet sich aus Free-TV

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Das vorläufige Ende eines interessanten TV-Projektes: In Berlin hat der deutsche Ableger des Schweizer Social-TV-Senders Joiz einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Joiz Deutschland soll restrukturiert und in den nächsten Monaten vom Free-TV-Sender in ein Web- und IPTV-Senderangebot umgewandelt werden.

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Dabei soll das Angebot – laut Unternehmensmitteilung – wie bisher aus täglichen, eigenproduzierten, interaktiven Sendungen sowie Serien bestehen. „Ziel ist es daher auch, möglichst viele der derzeit 65 Arbeitsplätze zu erhalten“. Damit dies gelingt, hat das Management am heutigen Dienstag einen „Antrag auf Sanierung zur Weiterführung des Unternehmens in Eigenverwaltung gestellt“.

Sich selbst attestieren die Programmmacher eine hohe Akzeptanz in den sozialen Netzwerken. „Bedauerlicherweise kann dieser hohe Stellenwert bei der jungen Zielgruppe nicht in der Reichweiten- und Quotenmessung der GfK abgebildet werden. Damit fehlt uns in der Ausweisung durch die AGF/GfK die Reichweiten-Größe, die für die Vermarktung des Free TV-Senders und damit die Finanzierung notwendig sind. Die klassischen TV-Umsätze sind klar unter den Erwartungen geblieben“, so Alexander Mazzara, CEO der Joiz AG. „Daher sehen wir im deutschen Free-TV-Markt mittelfristig leider keine Perspektive für den Free TV-Sender joiz und möchten uns mit dem Angebot im Web über IPTV und kostenfreie digitale Distributionsplattformen auf die Kernmedien unserer jungen Zielgruppe konzentrieren.“

Das Credo des im August 2013 in Deutschland gestarteten Senders lautete, dass stets die Zuschauer im Mittelpunkt stehen sollen. „Chats, Video-Telefonie und Votings, die in Echtzeit in Live-Sendungen integriert und in Social Networks gepostet werden, sind allgegenwärtig und bestimmen das Programm“, heißt es in der Selbstbeschreibung. Offenbar hat dieses Konzept nicht gereicht, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Als erster überbrachte das wohl bekannteste Web-Gesicht des Senders die schlechte Nachricht. So twitterte Tilo Jung bereits eine halbe Stunde vor der offiziellen Bestätigung über die Insolvenz.

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Von der Sanierung ist nur das Deutschland-Geschäft betroffen. Die Unternehmen Joiz AG, Joiz Schweiz AG und Joiz IP AG, die als joiz Global die Technologie vermarktet, seien „nicht tangiert“.

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