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Nach Büchners Abschieds-Gruß: Die Twitter-Bio als neue Kunstform

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Selbst wenn von der Ära Büchner als Chefredakteur des Spiegels nicht viel bleiben sollte, eines wird die nächsten Monate überstehen: Der scheidende Blattmacher hat den winzigen Bio-Text-Kasten eines Twitter-Profils als neue Bühne für persönliche Statements populär gemacht. Tatsächlich hat die Zwitscher-Ego-Beschreibung das Zeug zu einer neuen kleinen Kunstform.

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Nachdem abzusehen war, dass er seinen Job als Chefredakteur des Hamburger Nachrichten-Magazins verlieren würde, änderte Büchner einfach den Text seiner Biografie beim 140-Zeichen-Angebot. Statt einer umständlichen Erklärung, wer er sei und was er beruflich mache, steht seitdem dort ein Zitat von Samuel Becket: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better.“

Ein knappes, aber passendes Statement zu seiner Situation und wie er sein Aus beim Spiegel sieht. Die Bloggerin Angela Gruber erklärte daraufhin das kunstvolle Ausfüllen des Selbstbeschreibungsfeld zur neuen Kunstform. Passenderweise sammelt sie dann gleich einmal die schönsten Beispiele ihrer Timeline und unterzieht sie einer kleinen Stilkritik. Schönster Ego-Haiku dabei: “Redakteurin. Menschen, Medien, Sensationen”, von Sonja Alvarez.

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Grundsätzlich bietet Twitter seinen Nutzern einen Platz von 160 Zeichen, um sich selbst zu erklären. Die Kollegen von t3n empfehlen, dass es bei der Biografie lediglich darum gehe, „potenziellen Followern schnell und glasklar deutlich zu machen, was man selbst macht und auf welche Inhalte Andere sich freuen können“.

Wie Büchner zeigt, ist in der kurzen Form aber natürlich noch viel mehr möglich. Schön sind aber auch die kleinen Geständnisse, die via 160-Zeichen-Feld möglich sind. So bezeichnet sich W&V-Online-Chef Frank Zimmer als „Microblogger mit Manteltarif“, Nico Lumma als „eigentlich ganz nett“ und Klaas Heufer-Umlauf gibt zu: „Ich heiße Klaas Heufer-Umlauf, bin 12 Jahre alt und möchte später mal Tierärztin werden.“ Nettes gibt es auch von Dieter Nuhr. Er textet: „Geburt/Tod. Am Rest arbeite ich noch“.

Für alle, die jetzt sagen: Ich bin aber nicht so kreativ, was soll ich da nur reinschreiben? Auch denen wird natürlich geholfen. Gleich mehrere spezielle Generatoren spucken automatisch für jeden Nutzer leidlich spannende Biografien aus. Typischer Vorschlag: „Social media buff. Creator. Avid twitteraholic. Entrepreneur. Internet specialist. Problem solver. Web scholar“. So was geht wahrlich immer.

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Alle Kommentare

  1. DASS gibt es bereits seit mind. 1 Jahr, aber eher 2en … IN ITALIEN bzw. deren TwitterAccounts … – meist Sänger (zB.: EMMA) und andere Künstler oder Designer … !!!?!!! 😉
    Nicht immer am eigenen Teller rumgucken!?! – Europa ist grooooß …

  2. DASS gibt es bereits seit mind. 1 Jahr, aber eher 2en … IN ITALIEN bzw. deren TwitterAccounts … – meist Sänger (zB.: EMMA) und andere Künstler oder Designer … !!!?!!! 😉
    Nicht immer am eigenen Teller rumgucken!?! – Europa ist grooooß …

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