Was Journalisten bei der neuen Facebook-Suche beachten müssen

facebooksearch.jpg

Auf dieses Feature warten Journalisten schon lange: Facebook ist offenbar endlich entschlossen, eines der größten Recherche-Hindernisse, mit denen Berichterstatter bislang beim US-Netzwerk zu kämpfen hatten, zu beseitigen: die miese Suchfunktion.

Anzeige

Im Gegensatz zu Twitter war es bislang extrem schwierig Postings, Kommentare oder Videos bei Facebook zu finden. Die Nachteile der bisherigen, beschränkten Recherche-Möglichkeiten sorgten dafür, dass die meisten Journalisten, wenn es um Social-Media-Themen ging, stets den Zwitscher-Dienst bevorzugten und auf ihn verlinkten und weniger auf das Zuckerberg-Netzwerk verwiesen.

Bildschirmfoto 2014-12-09 um 11.45.25

Das soll nun besser werden. Ab sofort rollt Facebook in den USA seine neue Schlagwort-Suche aus. Durch sie soll es möglich sein, den eigenen Newsfeed nach Keywords zu durchforsten. Die Eingabe eines entsprechenden Begriffes fördert alle passenden Inhalte aus der eigenen Timeline zu Tage. So ließen sich beispielsweise bei einer Suche nach „Leistungsschutzrecht“ alle Postings, Kommentare und Link-Verweise mit dem entsprechenden Schlagwort finden.

Das neue Features startet zeitgleich in der Desktop und in der iOS-Version von Facebook. Wann auch Android-Nutzer darauf zugreifen können, ist noch genauso unklar, wie die Frage, wann die Suche in anderen Sprachen ausgerollt wird.

 

Bei Facebook steckt nun jedoch leider der Teufel im Detail. Denn das neue Such-Konzept wirft drei Probleme auf.

Erstes: Auch die neue Suche wird dem Twitter-Archiv nicht das Wasser reichen können, weil sie nur den eigenen Newsfeed durchkämmt. Mitglieder, Organisatoren und Medien, denen man nicht folgt bzw. mit denen man nicht befreundet ist, deren Inhalten bleiben auch weiterhin unsichtbar. Das bedeutet, dass es für Journalisten künftig noch wichtiger wird, mit den richtigen Personen, Meinungsführern, Medien und Multiplikatoren verbunden zu sein. Nur so wird aus der neuen Funktion auch ein nützliches Recherche-Tool.

Zweitens: Auch die neue Suche muss auf die Privatsphäre-Einstellungen der Mitglieder Rücksicht nehmen. Ein Privates-Posting, das nur für einen engen, klar umrissenen Kreis sichtbar war, wird auch nur für diesen Kreis in der Suche auffindbar sein.

Drittens: Welche Folgen die neue Suchfunktion für die Formulierung von Posting-Texten hat, lässt sich noch nicht absehen. In dem Moment, in dem sich der Newsfeed nach Schlagwörtern durchforsten lässt, wird es auf einmal relevant, dass die Postings auch die logischsten Keywords enthalten. Damit dürfte die von Google bekannte Keyword-Denke in das Texten von FB-Postings einziehen.

Für Facebook selbst eröffnet die neue Suchfunktion neue Vermarktungschancen. So wäre es künftig auch möglich, dass die US-Company, ähnlich wie Google, Keyword-basierte Werbung verkauft. Zum Start soll die neue Suchfunktion erst einmal werbefrei sei. Erstmal. Schnell kann jedoch aus dem zusätzlichen Service für die Nutzer, auch eine zusätzliche Einnahmequelle erwachsen.

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Es gibt ja bereits eine gute Suchmöglichkeit für öffentliche Inhalte, auch außerhalb der eigenen timeline, nämlich mit Google:
    [site:facebook com Suchbegriff].

    Außerdem würde ich bestreiten, dass die Twitter-Suche gut funktioniert.

    1. Das Suchen von FB-Beiträgen via Google funktioniert aber nicht gut – Google findet nicht alle Beiträge (selbst von Facebook Pages nicht), nur einen Auszug. Ganz zu schweigen von privaten Beiträgen, die ohnehin geschützt sind.

  2. When facebook launched the new search the privacy of the users was exploded but now they have changed the way graph search works and now its pretty safe for everyone.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige