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Reported.ly: Neues Nachrichtenprojekt von Ebay-Gründer Omidyar soll nur über Social Media laufen

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Das Medien-Start-up von Ebay-Gründer Pierre Omidyar bekommt Zuwachs: Reported.ly soll internationale Nachrichten liefern, aber nicht über eine eigene Website. Die Macher um Journalist Andy Carvin berichten ausschließlich in den Sozialen Netzwerken und setzen auf maximale Interaktion mit den Lesern.

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„Vergiss Native Advertising – wir wollen Native Journalism machen, für Social Media-Communities, in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern“, schreibt Andy Carvin in seinem ersten Beitrag auf Reported.ly.

Der amerikanische Journalist ist Chefredakteur des neuen Social Media-Projekts, das zum Medien-Start-up First Look Media von Ebay-Gründer Pierre Omidyar gehört. Zum Team gehören derzeit fünf weitere Journalisten. Sie sollen Nachrichten aus der ganzen Welt nicht nur liefern, sondern vor allem gemeinsam mit Nutzern aufspüren und entwickeln. „Wir müssen stärker miteinander kommunizieren und kulturelle und linguistische Grenzen überschreiten“, fordert Carvin.

Reported.ly publiziert daher nicht auf der eigenen Website, sondern ausschließlich in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Reddit. Die Macher wollen weg von der Traffic-Mentalität der meisten Medienunternehmen, die Social Media vor allem nutzen, um Leser auf die eigenen Websites zu locken. Stattdessen soll Reported.ly das ganze Potenzial der Masse ausnutzen und stärker aus den Erfahrungen und Blickwinkeln der Nutzer schöpfen. Eine richtige Website gibt es nicht, über das Reported.ly-Profil auf der Plattform Medium.com gibt das Team Einblicke in die Entwicklungen.

Gerade erst gestartet, soll die Berichterstattung in den kommenden Monaten sukzessive ausgebaut werden. Der Dialog mit dem Nutzer aber beginnt sofort: Reported.ly will wissen, was die Leser interessiert, wie man Geschichten über Social Media besser erzählt und wie einzelne Kanäle gezielter eingesetzt werden können.

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Unklar ist  ob und wie das Projekt sich finanzieren und inwieweit es mit dem First Look Media-Flagschiff The Intercept zu tun haben wird. Die Nachrichtenseite soll u.a. weitere NSA-Enthüllungen bringen, ihre Gründer sind Glenn Greenwald und Laura Poitras, die direkten Kontaktleute zu Whistleblower Edward Snowden. Gemeinsam mit dem Sicherheitsexperten Jeremy Scahall bilden sie den Kern der im Februar gegründeten Redaktion.

Finanzier der beiden Journalismus-Portale ist Ebay-Gründer Pierre Omidyar. In der ersten Finanzierungsrunde pumpte er 250 Millionen Dollar in First Look Media, unter dessen Dach die Projekte laufen. „Ich will Wege finden, Mainstream-Leser in engagierte Bürger zu verwandeln“, schrieb Omidyar dazu im Oktober 2013 als Editorial auf der Nachrichtenseite Civic Beats. Der Gründer betreibt die Seite in seiner Heimat Hawaii.

Mit First Look Media will der Omidyar Online-Journalismus fördern. Das Medien- und Technikstart-up existiert seit Februar 2013. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen mit dem Abgang des renommierten Journalisten Matt Taibbi. Der sollte das Tochterunternehmen Racker leiten, verließ First Look Media aber aufgrund von Differenzen mit Omidyar. 

 

 

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