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Neues Buch: Hubert Burdas Bilanz der digitalen Pionierzeit

Chronist der digitalen Umwälzung: Als einer der Pioniere des Veränderungsprozesses im Medien-Business hat Hubert Burda am Dienstag in München ein Buch vorgestellt, das auf die Entwicklung über zweieinhalb Jahrzehnte nach Einführung des Internets zurückblickt. "Notizen zur Digitalen Revolution 1990 - 2015" heißt das Werk, in dem der Verleger seine persönlichen Erlebnisse bilanziert.

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Vor einem kleinen Kreis von 60 geladenen Gästen stellte Hubert Burda das Werk in seinen Privaträumen vor. „Wir erleben gerade eine digitale Revolution, die alle Lebensbereiche erfasst“, umriss der 74-Jährige sein Thema, „das Stichwort hier heißt ‚Infosphäre‘ – unsere neue Informationsumgebung, in der Menschen, Algorithmen und Geräte miteinander interagieren und kommunizieren.“ Im Buch präsentiert er handschriftliche Notizen und Aufzeichnungen der vergangenen 25 Jahre. Burda erinnert sich, dass er bereits Anfang der Neunzigerjahre sein Unternehmen konsequent auf den digitalen Wandel ausrichtete, weil er schon damals überzeugt gewesen sei: „Die New Economy ist keine Eintagsfliege. Wer das glaubt, der wird Schiffbruch erleiden.“ Detailliert schildert der Verleger auch seine Begegnungen mit digitalen Vordenkern wie Jeff Bezos, Sergej Brin und Bill Gates.

Der promovierte Kunsthistoriker schildert auch, wie die Megatrends in Medien und Technologie die Branche, sein Unternehmen und ihn persönlich geprägt und verändert haben. So habe er früh große Herausforderungen für Branchen wie Banken und Versicherungen durch digitale Disruptoren vorausgesagt. Ergänzt werden die Erinnerungen des Verlegers von seiner ersten Ehefrau Christa Maar, von seinem Sohn Jacob Burda und von Stephanie Czerny, die vor zehn Jahren für Burda die Digitalkonferenz DLD ins Leben gerufen hat.

Hier einige (visionäre) Schlüsselzitate Hubert Burdas aus dem Buch:

„Der Fernseher wird für interaktive Kommunikation eine PC-Tastatur erhalten. Auf dem Laptop wird man fernsehen können. Mit Fingerdruck setzen Sie den touchscreen in Bewegung. Die Übernahme Ihrer Stimme im voice over wird, ein weiteres Werkzeug dieser Veränderung, eine neue Möglichkeit der interaktiven Kommunikation eröffnen.“ (1993)

„Die Aufgabe der Verlage ist meiner Meinung nach klar. Wir sind keine Netzbetreiber, sondern Teile der Software. Die Verlage sind Software-Provider.“ (1993)

„Die Anzahl der Vertriebskanäle reduziert sich: Anstelle der vielfältigen Informations und Kommunikationsmittel kann in Zukunft ein einziger Online-Service treten.“ (1995)

„Die neue Generation von Computern (…) werden sehr handliche Geräte sein, flach wie früher die Schiefertafeln, vielleicht sogar nur so groß, dass sie am Armband

getragen werden können.“ (1995)

„Das Internet ist das erste Medium, das individualisierte Massenkommunikation zulässt.“ (1996)

„Kleinere Unternehmen, die effektives Internetworking betreiben, werden in den meisten Sektoren tendenziell erfolgreicher sein als Großunternehmen.“ (1996)

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„Zu den klassischen Medien – Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften – ist etwas Neues hinzugekommen: Interaktivität. Jeder kann zum Sender werden, und zwar global.“ (1996)

„Mobile business will be the future and electronic devices will become wearables.“ (2000)

„Der größte Fehler vieler Medienhäuser war, sich nach dem Platzen der Internet-Blase an der Börse aus dem Geschäft zurückzuziehen. Ein Neueinstieg ist heute ungleich schwieriger.“ (2006)

„Suchmaschinen, aber auch Provider und andere Anbieter profitieren überproportional von unseren teuer erstellten Inhalten. Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen. Dieses ökonomische Grundprinzip muss auch im digitalen Zeitalter mit seiner „Link-Ökonomie“ gelten.“ (2009)

„Früher bestimmte der fürstliche Sammler über den Inhalt der Wunderkammer. Heute bestimmt der Google-Algorithmus über die Wunderkammer des Internets.“ (2010)

„Man sagt, Facebook sei kostenlos, aber man bezahlt mit seinen Daten.“ (2011)

„Google ist also nicht durch Journalisten zum Medienunternehmen geworden, sondern durch den Algorithmus.“ (2012)

„Das Internet stellt das universale Aufschreibesystem dar, die neue Infosphäre.“ (2014)

 

Das neue Buch von Hubert Burda ist im Petrarca Verlag erschienen und zum Preis von 19,80 € (Hardcover) bzw. 9,80 € (Taschenbuch) erhältlich. BurdaNews hat zudem ein E-Book erstellt, das zum Preis von 9,80 € verfügbar ist.

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Alle Kommentare

  1. Laut seinem Buch „Die Bunte-Story“ hat Hubert Burda auch schon Ende der 70er Jahre Google im Silicon Valley angetroffen…

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