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Irres Anti-AfD-Marketing: Sonneborns Partei verkauft Bargeld im Netz

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Es ist schon faszinierend, wie es Martin Sonnenborn und seiner Partei immer wieder gelingt, mit scheinbar wirren Aktionen das politische System mit all seinen seltsamen Besonderheiten bloßzustellen. Neues Beispiel: Ab sofort verkauft Die Partei "echtes Geld" im eigenen neuen "Geld-Shop". Die Polit-Satiriker schlagen so drei Fliegen mit einer Klappe: Sie foppen die AfD, sie bessern die eigene Kasse auf, ohne die Brieftasche ihrer Anhänger über Gebühr zu belasten und sie demaskieren das System der Parteienförderung.

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Denn die aktuelle Regelung sieht vor, dass die Höhe der staatlichen Parteien-Unterstützung mit der Höhe der Umsätze einer Partei steigt. Deshalb verdient die AfD mit ihrem Gold-Handel auch gleich doppelt: Zum einem am Verkauf des Edelmetalls und zum anderen durch ein Plus an Fördergeldern.

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Das perfide an dem System. Es ist unerheblich, wie viel eine Partei verdient. Wichtig sind nur die Umsätze. Deshalb haben sich die Sonneborn-Mannen auch den neuen – scheinbar – irren Marketing-Deal ausgedacht.

„Und so geht’s“, heißt es auf der Seite der Partei: „Sie bestellen hier im PARTEI-Geld-Shop den gewünschten Schein (20, 50 oder besser: 100 Euro) und überweisen den Kaufpreis (25, 55 oder 105 Euro) – wir schicken Ihnen im Gegenzug per Post (versicherter Versand für 4,55 Euro) einen 20-, 50- oder 100-Euro-Schein zu sowie die zwei nebenstehend abgebildeten Postkarten. Dann lassen Sie es mit den gekauften Scheinen mal so richtig krachen – und Die PARTEI kassiert die von Ihnen überwiesene Summe noch einmal aus der Parteienfinanzierung.“

Die Anzeige für den neuen Geld-Shop Der Partei endet mit dem Hinweis. „Und jetzt hopp, auf, überweisen! Alles, was Die PARTEI von den 157 Millionen nicht bekommt, geht an die CDU…“.

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Alle Kommentare

  1. Das Problem ist nun wirklich nicht der Einnahmetrick der AfD, sondern die Parteienfinanzierung an sich.
    Sich wie die etablierten Parteien hinzustellen, und zu behaupten, daß das was die AfD macht nicht von Verwurzelung in der Gesellschaft zeugt, aber gleichzeitig Industriespenden in Millionenhöhe zu kassieren, ist jedenfalls nicht kohärent.

    Daß es anders geht, wenn der politische Wille dazu da ist, zeigt ausgerechnet das von Korruptionsskandalen geplagte Spanien: Dort haben sie Parteispenden durch Unternehmen jüngst völlig verboten. Alle Parteispenden durch Einzelpersonen sind anzeigepflichtig, egal in welcher Höhe.

  2. Sehr lustig wie die Partei immer mehr Aktionen der Spassguerilla und der APPD adaptiert oder verfeinert und somit den ganzen Politzirkus, der er nur ist, entlarvt. In mir wächst die Gewissheit mit meiner Wahlstimmen-ungültig-Machung den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten. Von daher…

    1. … arbeitest Du mit Deinem Nichtwählen aktiv darauf hin, dass sie auch wirklich mal verboten werden. Seltsame Logik. Nur alles scheiße finden bringt halt nicht mehr, als dass alles garantiert scheiße bleibt.

      1. @gewappnet: Wer nicht einmal den Unterschied zwischen Nichtwahl und ungültiger Wahl kennt sollte nicht den Rand so weit aufreißen.

      2. Und sich zwischen Scheiße und Scheiße entscheiden zu dürfen, sorgt auch nur dafür, dass alles scheiße bleibt. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Gewissen beruhigt wird, schließlich hat man ja durch die „Wahl“ alles Mögliche getan, was einem das System an demokratischer Einflussnahme anbietet. Lächerlich.

      3. @replay und @alle: Angenommen es gibt 100 Wahlberechtigte.
        Fall 1: Von den 100 Wahlberechtigten gehen nur 80 wählen (Es gibt also 20 Nichtwähler). Davon wiederum wählen 48 Personen die Partei A und die restlichen 32 Personen Partei B. Wahlergebnis: Partei A bekommt 48/80 = 60% der Stimmen (und damit die absolute Mehrheit!), Partei B bekommt 32/80 = 40% der Stimmen.
        Fall 2: Die 20 Nichtwähler aus Fall 1 schwingen am Sonntag ihren A**** vom Sofa und gehen wählen, wählen aber ungültig. Wieder wählen 48 Personen Partei A und 32 Personen Partei B. Wahlergebnis: Partei A bekommt 48/100 = 48% der Stimmen (keine absolute Mehrheit mehr!) und Partei B bekommt 32/100 = 32% der Stimmen.
        Somit ergäben sich komplett anderen Mehrheitsverhältnisse.
        Deshalb: Lieber ungültig wählen als gar nicht wählen, denn wer nicht wählen geht, wählt automatisch die stärkste Partei!

      4. Kompletter Unsinn. Das Märchen von den ach so mächtigen ungültigen Stimmen ist nicht mehr als das. Die werden genau so raus gerechnet wie die nicht abgegebenen Stimmen. Der einzige Unterschied ist, dass sie evt. – bei entsprechender Höhe – als deutlicherer Protest als das einfache Nichtwählen interpretiert werden könnten. Warum das jemanden kümmern sollte, ist dann aber die nächste Frage. Druck kann man nur über abgegebene gültige Stimmen ausüben. Und wenn man mit den bestehenden Parteien nicht zufrieden ist, muss man halt seine eigene gründen, statt im Internet zu meckern.
        Ich persönlich bin mit der Partei Die Partei allerdings sehr zufrieden. Sie ist sehr gut.

      5. 32% + 48% =80% die Sitze 20% übrigen Sitze im Bundestag bleiben leer? Lieber Erklärbär beschäftige dich doch mal mit dem Wahlgesetz, ungültige Stimmen entsprechen einer nicht abgegebenen Stimme. Es werden nämlich alle Sitze besetzt egal wie viele Stimmen ungültig sind.

  3. @toti: es gibt keinen Unterschied.
    Nicht-Wähler und Ungültig-Wähler haben keinen Einfluß auf die Gesamtanzahl der Stimmen oder der Verteilung.
    Sie sind schlichtweg weggeworfen.
    Sie werden in der Statistik aufgeführt, das wars.

    1. Leider falsch, Keksbäckchen!
      @alle: Angenommen es gibt 100 Wahlberechtigte.
      Fall 1: Von den 100 Wahlberechtigten gehen nur 80 wählen (Es gibt also 20 Nichtwähler). Davon wiederum wählen 48 Personen die Partei A und die restlichen 32 Personen Partei B. Wahlergebnis: Partei A bekommt 48/80 = 60% der Stimmen (und damit die absolute Mehrheit!), Partei B bekommt 32/80 = 40% der Stimmen.
      Fall 2: Die 20 Nichtwähler aus Fall 1 schwingen am Sonntag ihren A**** vom Sofa und gehen wählen, wählen aber ungültig. Wieder wählen 48 Personen Partei A und 32 Personen Partei B. Wahlergebnis: Partei A bekommt 48/100 = 48% der Stimmen (keine absolute Mehrheit mehr!) und Partei B bekommt 32/100 = 32% der Stimmen.
      Somit ergäben sich komplett anderen Mehrheitsverhältnisse.
      Deshalb: Lieber ungültig wählen als gar nicht wählen, denn wer nicht wählen geht, wählt automatisch die stärkste Partei!

      1. Dies, ist leider nicht ganz so einfach und korrekt wie sie es darstellen. Die 20 ungültigen stimmen rechnen sich nicht ins endergebnis sondern ins anfangsergebnis. Somit ist die 0=20. Einfach formuliert, bei ihrem beispiel mit 20 ungültig gemachten stimmen mit wahlmöglichkeit von 2 parteien, werden die prozentualen Anteile, in dem falle 20% an alle parteien verteilt, unabhängig des wahlergebnisses. Die 80 Wählerstimmen werden ungeachtet dessen berechnet und addiert. Dies macht in ihrem Beispiel 48+10/100 und 32+10/100. Das ergebnis, wie sie sehen ist das selbe: eine absloute mehrheit.

  4. Ob Nicht-Wählen oder Ungültig-Wählen einen Unterschied macht, hängt davon ab von was für einer Wahl wir hier reden. Bei den meisten Wahlen (z. B. die Bundestagswahl) macht es keinen Unterschied. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordneten-Haus zum Beispiel zählen alle abgebenen Stimmen (also auch die Ungültigen).

  5. Wenn die Partei „die von Ihnen überwiesene Summe noch einmal aus der Parteienfinanzierung“ kassiert, dann hätte die Partei dem Käufer auch mehr als seine Bezahlung in Bargeld zuschicken können.

    Das wär ein Paukenschlag gewesen.

  6. Ich wundere mich, dass man Geld überhaupt verkaufen kann. Ich dache Geld sei Staatseigentum?! Ich hab auch schon oft gehört, man dürfe Geld nicht vernichten. Oder alles nur moderne Märchen?

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