Medienkonzentration im Norden: Heinrich kauft Anteile der Lübecker Nachrichten

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Die Lübecker und Kieler Nachrichten rücken enger zusammen. Laut dpa will die Heinrich Beteiligungs GmbH Anteile der Lübecker Nachrichten kaufen. Den Rest hält die Verlagsgesellschaft Madsack. Die zwei Unternehmen teilen sich bereits die Kieler Nachrichten. Ihnen würden damit die beiden größten Tageszeitungen von Schleswig-Holstein gehören.

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Der Mehrheitsgesellschafter der Kieler Nachrichten ist die Heinrich Beteiligungs GmbH. Die Minderheitsanteile hält die Verlagsgesellschaft Madsack. Zum 1. Januar will Heinrich nun die Minderheitsanteile der Lübecker Nachrichten kaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Berufung auf den Verleger Christian Tobias Heinrich in Kiel. Mehrheitsgesellschafter der Lübecker Nachrichten wiederum ist ebenfalls Madsack.

Die Minderheitsanteile von 27 Prozent halten bislang der ehemalige Geschäftsführer der Lübecker Nachriten, Günter Semmerow, und die Stiftung des verstorbenen Herausgebers Jürgen Wessel.

Mit dem Kauf würden sich die Hannoversche Verlagsgesellschaft Madsack und die Heinrich Beteiligungs GmbH die Anteile der zwei größten Tageszeitungen in Schleswig-Holstein teilen. Das Bundeskartellamt muss die Eigentumsänderungen daher noch billigen.

Der Deutsche Journalistenverband befürchtet derweil eine weitere Medienkonzentration und warnt vor dem Verlust journalistischer Arbeitsplätze und Angebote. Im November erst war bekannt geworden, dass die Geschäftsführung der Kieler Nachrichten 30 Prozent der Stellen abbauen will. Kritisch äußerte sich auch die Gewerkschaft Verdi: „Durch das Ausscheiden der bisherigen Minderheitsgesellschafter verschwindet eine für den Madsack-Konzern bislang ungeliebte Sperrminorität. Damit wächst die Macht des Madsack-Konzerns an der gesamten Ostsee-Küste erheblich“, sagte ver.di-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann.

Auch die beiden Regionalzeitungen aus Kiel und Lübeck kämpfen mit Auflagenverlusten. Mit einem Minus von 1,3 (Kieler Nachrichten) und 2,2 (Lübecker Nachrichten) bewegen sie sich allerdings weitaus langsamer nach unten als viele ihrer Artgenossen.

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