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Familie Springer will erstmals Aktienmehrheit aus der Hand geben

Von Zerwürfnis keine Spur: Verleger-Witwe und Großaktionärin Friede Springer stärkte ihrem CEO Mathias Döpfner zur Bilanz-PK öffentlich den Rücken
Von Zerwürfnis keine Spur: Verleger-Witwe und Großaktionärin Friede Springer stärkte ihrem CEO Mathias Döpfner zur Bilanz-PK öffentlich den Rücken

"Das ist die wichtigste Nachricht, die wir seit vielen Jahren bekannt gegeben haben": Mit diesen gewichtigen Worten erklärte Springer-CEO Mathias Döpfner in einer Telefonkonferenz, dass die Familie Springer erstmals die Aktienmehrheit an dem Medienhaus abgeben will. Dieser Schritt ist nötig, damit die Berliner dem Wachstumsinvestor General Atlantic (GA) seinen Anteil an der Digital Classifieds GmbH abkaufen können. An den Machtverhältnissen ändert sich nichts, denn Springer will zeitgleich seine Unternehmensform ändern.

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So wollen die Berliner das Unternehmen von einer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umwandeln. Dadurch werden die Aktienanteile von den Stimmrechten abgekoppelt. So bleibt der Einfluss der Familie komplett erhalten, der Zugang des Unternehmens zu den Kapitalmärkten soll allerdings erleichtert werden. Henkel und Fresenius gingen in den vergangen Jahren ebenfalls diesen Weg.

Der Deal mit General Atlantic teilt sich in zwei Pakete. Aktuell halten die US-Amerikaner an den Rubriken-Portalen 30 Prozent. 15 Prozent übernimmt der Verlag sofort für 446 Millionen Euro in Bar. Für die zweiten 15 Prozent wurde verabredet, dass Springer den entsprechenden Gegenwert in Aktien tauscht. Laut CEO Döpfner war es zudem der ausdrückliche Wunsch des Investors, einen Teil der Summe in Springer-Papieren zu erhalten und so zu einem wichtigen Anteilseigner des Medienhauses zu werden. Immerhin hätte General Atlantic ein großes Interesse an journalistischen Geschäftsmodellen.

Deshalb auch die Umwandlung der Gesellschaft. Klappt der Deal, besitzt General Atlantic zwar 8,6 Prozent am Medienhaus. Die Familie behält jedoch die komplette Kontrolle.

Im Besitz der Digital Classifieds GmbH sind mittlerweile neun Marktführer

Als die Digital Classifieds GmbH im Frühjahr 2012 an den Start ging, wurde dessen Gesamtwert auf 1,25 Milliarden Euro beziffert. Allerdings bestand die Firma damals auch nur aus den drei Anzeigen-Portalen SeLonger, Stepstone und Immonet. Mittlerweile kontrolliert das Unternehmen zehn Plattformen von denen neun in ihrem jeweiligen Segmenten Marktführer sind.

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2012 betrug der Wert des General Atlantic-Anteils rund 375 Millionen Euro. Stand heute liegt er bei 892 Millionen Euro. Laut Springer erwirtschaftete die Classifieds GmbH in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 einen Umsatz von 357,1 Millionen Euro (Vorjahr: 296,4 Millionen Euro) und ein EBITDA von 160,2 Millionen Euro. Im Vorjahr lag dieser noch bei 119,1 Millionen Euro.

Teil des Deals aus dem Jahr 2012 war zudem die Absprache, dass auf Wunsch des Minderheitengesellschafters Springer die Digital Classifieds GmbH 2015 an die Börse hätte gehen müssen. Das wollte Springer nicht. Längst haben sich die Web-Anzeigen zum am schnellsten wachsenden Segment des gesamten Medienhauses entwickelt. Also entschloss sich Springer, dem Investor seinen 30-Prozent-Anteil abzukaufen. Eine Alternative wäre gewesen, dass die US-Amerikaner ihr Paket an einen anderen Finanzinvestor verkauft hätten. Entsprechende Anfragen lagen laut Döpfner vor.

Sollte der Aktien-Deal mit GA scheitern, wäre Springer verpflichtet, die zweiten 15 Prozent ebenfalls in Bar zu begleichen. Laut Döpfner würde dem Verlag dann allerdings Kapital fehlen, dass man sonst gerne in journalistische Bezahlmodelle investieren würde. Konkreter wollte der Konzernchef an diesem Punkt jedoch nicht werden. Allerdings gab er zu, dass man sich alle digitalen Verlage, wie Buzzfeed, Forbes oder auch Vox Media angesehen hätte oder ansehen würde.

Übrigens: General Atlantic, der kommende zweitgrößte Anteilseigner von Springer, investierte gerade erst in Vox Media.

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Alle Kommentare

  1. Puh,

    der Sachverhalt an sich ist ja schon nicht ganz leicht zu verstehen. Aber die vielen Schreib- und Grammatikfehler machen das Lesen fast zum Horrortrip. Lasst doch mal Leute ran, die die deutsche Rechtschreibung inklusive Interpunktion in all ihren Facetten beherrschen (oder lasst diese Leute wenigstens Korrektur lesen)!

    Nichts für ungut,

    M. Ruffin

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