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Billiges Fleisch und echte Spannung: Der neue Lindholm-Tatort „Der sanfte Tod“ im MEEDIA-Check

ARD/NDR TATORT: Der sanfte Tod
ARD/NDR TATORT: Der sanfte Tod

Nach dem Doppeltatort vor zwei Jahren meldet sich Maria Furtwängler aka Charlotte Lindholm im neuen NDR-Tatort "Der sanfte Tod" als Kommissarin zurück – mit einem leisen und dennoch überaus spannenden Fall in einem Familienunternehmen mit Mafia-Charakter.

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Die Story
Der mächtigste Billigfleisch-Fabrikant Niedersachsens, Jan-Peter Landmann, entgeht nur knapp zwei Mordanschlägen. Schon im Vorfeld bekam er zahlreiche Drohbriefe von Konkurrenten und Umweltschützern, seine Mitarbeiter hingegen verehren den Familienunternehmer. Schnell zweifelt die Kommissarin Charlotte Lindholm jedoch daran, dass die Anschläge wirklich Landmann galten, denn sie findet immer mehr über mögliche kriminelle Herstellungsmethoden im Familienbetrieb heraus.

Die Story hinter der Story
Das große Thema des neuen Tatorts aus Niedersachsen ist die Familie. Landmann und seine Sippe präsentieren sich wie eine Mafia – mit der man besser keinen Streit anfängt. Der Sippschaft gegenüber steht die Kommissarin als allein erziehende Mutter, die keine Zeit für ihren Sohn findet.

Die Sätze zum Mitreden
1. „Fleisch ist für alle da, Fleisch ist demokratisch.“
2. „Der Schwarze liebt den deutschen Schweinebauch.“

Was taugt das Drehbuch?
„Der sanfte Tod“ schafft das, was dem Stuttgarter Tatort „Eine Frage des Gewissens“ vor zwei Wochen einfach nicht glücken wollte: echte Spannung. Der Tatort-Zuschauer wird – endlich – einmal nicht unterschätzt und sieht sich mit dem ein oder anderen Schockmoment im Horrorfilm-Stil konfrontiert. Die Spannung ist intelligent inszeniert: Es wird keine explizite Gewalt gezeigt – weder an den Masttieren noch an Menschen – , dafür gibt es umso mehr versteckte Hinweise auf den Kern der Geschichte. Gleichzeitig ist das Drehbuch voller Wortwitz und erleichternden, beinah sarkastischen Momenten. Doch auch trotz Sätzen wie „Angesichts der vielen Leute, die hineinkriechen wollen, braucht der ein Arschloch größer als die Elbphilharmonie“ rutscht Tatort zum Glück nie ins Alberne ab.

Sind die Ermittler in Form?
Vor zwei Jahren ermittelte Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm zuletzt im Tatort: in der Doppelausgabe „Wegwerfmädchen“ und „Das goldene Band“ – und das Comeback ist ihr gelungen. Ein absolutes Highlight des Films ist Frau Bär, die neue und unerfahrene Kommissarin, die Charlotte als Unterstützung zur Seite gestellt wird. Die Zusammenarbeit mit der eigenwilligen Kollegin tut ihr gut, weitere Folgen mit den beiden Frauen sind wünschenswert.

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Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
Regisseur und Drehbuchautor Alexander Adolph hat vor Frau Bärs Zeiten schon mal einen genialen Nebencharakter erschaffen: Gisbert Engelhart im im Bayern-Tatort „Der tiefe Schlaf“. Gisbert war ein junger Polizist, der ums Leben kam, woraufhin die Zuschauer vehement seine Wiederaufstehung.

Eher peinlich
Charlottes Wutanfall gegenüber einer 15-Jährigen.

Offene Fragen
Der NDR-Tatort lässt bewusst viele Fragen offen. Das Publikum will sicherlich aber auch wissen: Gibt es ein Wiedersehen mit Frau Bär?

Fazit
Der mehrfache Grimme-Preisträger Alexander Adolph hat einmal mehr bewiesen, dass er sein filmisches Handwerk beherrscht. „Der sanfte Tod“ ist ein leiser, unheimlicher Film, der sich nur schwer in ein Genre pressen lässt.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1-10
9

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