Anzeige

„Die Ära Büchner ist eine dunkle in der Geschichte des Verlagshauses“

buechner_tweets2.jpg

Die ersten Reaktionen auf den Wechsel an der Spiegel-Spitze: Bei Twitter halten sich Häme und Bedauern die Waage. Die ersten längeren Kommentare bei Zeit Online und der SZ.de sparen dagegen nicht mit Kritik. Beeindruckend ist, wie Büchner seinen Abgang selbst via Twitter kommentierte. Er änderte einfach seinen Bio-Text. Jetzt steht dort das Becket-Zitat: "Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better".

Anzeige
Anzeige

Jörg Seewald meint bei Zeit Online: „Die Ära Büchner ist eine dunkle in der Geschichte des Verlagshauses und der deutschen Medien: An seinem Aufstieg und Fall binnen 15 Monaten zeigt sich die Ratlosigkeit vieler, wie mit Journalismus noch so viel Geld zu verdienen sei, dass gewachsene Strukturen erhalten bleiben können, während das Geschäftsmodell umgebaut werden muss.“

Im Interview mit Zapp geht der Medienprofessor Steffan Weichert mit den mächtigen Print-Redakteuren sehr hart ins Gericht. Er meint: „Wolfgang Büchner geht da ohne Gesichtsverlust raus“.

Bei Süddeutsche.de schreiben Claudia Fromme, Claudia Tieschky und Kristina Läsker: „Seit August ist der Spiegel Schauplatz einer Art Seifenoper, die Medienöffentlichkeit bekam fast wöchentlich neuen Stoff vom Zoff zwischen Redaktion und Chef geliefert. Zuletzt waren die Gesellschafter offenbar fast täglich miteinander im Gespräch, um eine Lösung für den Streit zu finden, der die Redaktion seit August spaltet, dabei stehen dem Spiegel entscheidende Tage bevor. Am 10. Januar erscheint das Nachrichtenmagazin erstmals am Samstag statt am Montag. Auch ein neues Digitalkonzept ist angekündigt, Print und Online sollen zusammenwachsen.“

Ebenfalls schonungslos rechnet Marcus Schuler in seinem Blog mit den „Establishment“, der alten „Print-Garde“ ab. Der Spiegel-Redakteur hätte es sich längst vor dem kuscheligen Kaminofen gemütlich gemacht. „Die schmucke Eigentumswohnung im gehobenen Hamburger Stadtviertel ist abbezahlt. Die Ferien auf La Gomera sind zur lieb gewonnenen Gewohnheit geworden. Und dann dieser Störenfried Büchner“. Weiter schreibt der Technologie-Experte der BR-Intendanz: „Wolfgang Büchner mag vielleicht nicht die profilierteste Edelfeder gewesen sein, die je an der Spitze des Magazins aus Hamburg stand. Doch der große Unterschied: Der Mann hatte eine klare Vision. Und er hat etwas, was vermutlich 99 Prozent der Spiegel-Stammbelegschaft nicht hat: Ahnung vom digitalen Zeitalter. Und die Fähigkeit, den Weg dort hin zu managen“.

Via Twitter merkt das Medium Magazin an, dass es „beschämend“ sei, dass der Spiegel nicht „mal den Wechsel glatt hinkriegt“.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*