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Plague: Neues App-Network macht aus Viral-Inhalten Content-Epidemien

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Diese Geschichten schreibt nur das Web. In Sachen Social-Media und Viral-Content sollte 2014 eigentlich als das große Facebook-Jahr in die Web-Historie eingehen. Facebook entwickelte sich zu einer Rendite-Maschine, bei den Web-Videos läuft der Frontalangriff auf YouTube und die größten Konkurrenten sind die Konzernschwestern Instagram und WhatsApp. Doch auf einmal entstehen spannende Konkurrenz-Konzepte: Neben Ello und This hat vor allem die litauische App Plague das Zeug dazu die FB-Manager – zumindest etwas - zu plagen.

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Bereits der Name von Plague ist faszinierend. Immerhin verrät er schon alles. Das Network ist konzipiert wie eine mittelalterliche Plage. Wie bei einer klassischen Virus-Epidemie wird der Erreger von den Menschen, mit dem er in Berührung kommt, weitergegeben.

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Bei Plague werden jedoch keine echten Krankheitserreger verbreitet, sondern viraler Content. Im Idealfall springt er von Handy zu Handy und vermehrt sich dabei immer schneller.

Praktisch funktioniert Plague simpel. Grundbaustein ist eine App. Mittels Karten bekommen die Nutzer immer den neuesten Viral-Content gezeigt. Findet man diesen jeweils interessant, wischt man die Karte nach oben. Jetzt wird sie an die fünf nächsten Nutzer geteilt. Diese entscheiden dann wiederum, ob sie den Inhalt weiterverbreiten wollen. Beantworten auch sie die Frage positiv teilen auch sie den Content wiederum an die fünf nächsten Mitglieder.

Kettenbrief für Viral-Inhalte

Das Wörtchen „nächsten“ ist wiederum wörtlich zu nehmen. Bei Plague gibt es keine Follower und Freunde. Der Content wird – wie bei einer echten Epidemie an die – räumlich gesehen – Nächsten weiterverbreitet. Zur Zeit liest die App dazu noch die GPS-Daten aller Nutzer. In einem weiteren Schritt könnte dieses weiterteilen auch via Bluetooth funktionieren.

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Plague funktioniert also wie eine Seuche, aber auch wie ein Kettenbrief für Viral-Inhalte. Erfahrene Versicherungsvertreter erkennen zudem sofort auch Elemente von klassischen Schneeballsystemen hinter der App.

Nach der selben Logik wird allerdings auch die virale Verbreitung getoppt. Wenn man einen Inhalt, also ein Bild, ein Text oder ein Video öde findet, wischt man die Karte in der App nach unten. Dann wird die Ausbreitung, zumindest vom eigenen Smartphone aus beendet.

„Ein faszinierendes Networking-Konzept, aber auch ein wenig beängstigend“

In dieser einfachen Verbreitungs-Mechanik liegt eine große Schönheit. Es lauern aber auch einige Gefahren. So lassen sich die Inhalte tatsächlich kaum kontrollieren. Was ist, wenn juristisch problematischer Content in windeseile geteilt wird? Tatsächlich zeigt die App nicht an, welche Person alles einen Text, ein Bild oder ein Video weiterreichten, sondern nur wo sich die Nutzer aufgehalten hatten. Einzig der Name des erste Wirtes, also der Person, von der aus der Viral-Virus seinen Lauf nahm, ist bekannt. Für Kevin Fitchard von Gigaom ist Plague deshalb „ein faszinierendes Networking-Konzept, aber auch ein wenig beängstigend“.

In wieweit es das Zeug hat, auch für Mark Zuckerberg zur Heimsuchung zu werden, lässt sich noch lange nicht absehen. Fest steht jedoch, dass Plague alles hat, um sich zumindest als faszinierende Idee schon einmal in der Tech-Gemeinde wie eine virale Epidemie auszubreiten.

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Alle Kommentare

  1. Wird die virale Verbreitung getoppt oder gestoppt?
    Da klemmte wohl das „S“. Wunschliste für Weihnachten: Neue Tastatur und ein Korrektorat.

  2. Herr Becker! Jetzt aber! Web-Analen! Wir haben alle kein Korrektorat mehr, aber das gehört doch eigentlich zu den Dingen, die nicht passieren dürfen….

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