Selbstlernende Wisch-App „Buzz“: die personalisierte Bild-Zeitung

BUZZ.jpg

Publishing Die Bild-Zeitung will die Smartphones erobern und hat "Buzz" auf den Markt gebracht – eine App, die sich das Verhalten der Leser merkt und ihnen personalisierte Push-Nachrichten schickt. Außerdem können sich die Nutzer innerhalb der App durch das "Spannendste von gestern und heute" wischen. MEEDIA hat sich "Buzz" angeschaut.

Werbeanzeige

„News, die Sie wirklich lesen wollen“: So bewirbt die Bild-Zeitung ihre neue App „Buzz“, mit der sie ihren Lesern eine personalisierte Tageszeitung bieten will. „Buzz“ ist selbstlernend – das heißt, die App registriert das Nutzungsverhalten und verschickt daraufhin passende Push-Nachrichten.

Zu Beginn werden die Leser aufgefordert, sich durch einen Fragenkatalog zu klicken und dabei ihre Interessen anzugeben: Sie sehen Artikelüberschriften und -bilder im typisch-reißerischen Bild-Stil und können anklicken, ob sie solche Nachrichten „vielleicht“ oder „nicht“ interessieren. Die Themenvorschläge reichen dabei von „Polizei stürmt mein Haus wegen Katzen“ über Whats-App-Neuigkeiten bis „Ribéry schwärmt von Dortmunds Reus“.

IMG_3159-1

Anhand dieser Daten schickt die App ihren Nutzern auf sie zugeschnittene Nachrichten, sie können sich jedoch auch direkt innerhalb der App durch die News wischen. Pro Swipe wird ihnen dabei jeweils eine Meldung angezeigt, klickt man darauf, gelangt man auf die mobile Webseite von Bild.de. Dort kann man entweder bleiben oder über den „Schließen“-Button zurückgehen und den gelesenen Artikel bei Facebook oder Twitter teilen sowie per Mail verschicken. Wenn alle aktuellen News durchgewischt sind, geht es wieder von vorne los. „Buzz“ bietet somit einen personalisierten Zugang zu Bild.de. Eigene Inhalte für die „Buzz“-App werden (noch) nicht produziert.

IMG_3167-1
Das Design der Anwendung ist erfreulich übersichtlich und die Handhabung dementsprechend sofort verständlich – die Wisch-und-Klick-Bedienung erinnert an die Dating-App „Tinder“ und ist intuitiv bedienbar. Etwas gewöhnungsbedürftig: Nicht nur der Swipe nach rechts führt zur nächsten Nachricht, sondern auch der nach links, oben oder unten. Um zur vorherigen Meldung zurück zu kommen, muss das Smartphone geschüttelt werden.

„Buzz“ ist kostenlos für sowohl iOS als auch Android verfügbar. Die Bild kündigte bereits an, Buzz-Leser in Zukunft auch verstärkt auf Bildplus-Angebote hinweisen zu wollen.

Das Konzept von „Buzz“ ist absolut sinnvoll – und eine Anerkennung der Leser-Bedürfnisse, schließlich sind die meisten Menschen durch die sozialen Netzwerke an einen individuell Newsfeed – eine individuelle Tageszeitung – gewohnt. Mark Zuckerberg erklärte vor wenigen Wochen, „die perfekt personalisierte Zeitung für jeden Nutzer in der Welt“ erschaffen zu wollen. Auch er plant, „dem Nutzer nur die Dinge zu zeigen, die ihn auch wirklich interessieren“.

Doch der personalisierte News-Mechanismus hat generell einen großen Nachteil: Die Leser bekommen zwar genau die Nachrichten, die sie haben wollen – doch sie verzichten dafür darauf, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Beiträge zu lesen, die nicht zu den eigenen Interessen gehören, wird schwieriger.

Werbeanzeige

Alle Kommentare

  1. „Buzz“ erinnert mich sehr an die App „Zite“ – mit dem Unterschied, dass Zite seinen personalisierten Stream aus vielen verschiedenen Quellen speist. In jedem Fall ein cooles Feature, das sich auf professionellen Contentportalen hoffentlich ähnlich etabliert wie damals RSS – schließlich will der User genau das: sich individuell relevanten Content anzeigen lassen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige