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Welt baut in Hamburg und Berlin wieder eigene Lokal-Redaktionen auf

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Springers Welt will wieder eine eigene Lokal- und Regionalberichterstattung aufbauen. In den vergangenen Jahren griff die Zeitung in Hamburg und Berlin auf die Inhalte des Hamburger Abendblatts und der Berliner Morgenpost zurück. Ein Vertrag mit den Funke-Titeln läuft jedoch nur noch bis Ende April. Gleichzeitig will Funke auf die Belieferung von überregionalen Inhalten durch die Welt-Gruppe verzichten.

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Ein technischer, ein inhaltlicher und ein finanzieller Grund waren offenbar entscheidend für den Entschluss, den Content-Vertrag mit Funke nicht mehr zu verlängern. So plant der Konzern aus Essen, der die beiden Lokal-Blätter von Springer übernommen hatte, die Einführung eines neuen Redaktionssystems. Dies würde offenbar den Inhalte-Austausch zwischen Springer und Funke verkomplizieren und hätte entsprechend erhebliche Investitionen auf der Welt-Seite zur Folge. Diese Kosten will man sich wohl sparen.

Inhaltlich ergibt eine Entflechtung Sinn, weil Welt und Hamburger Abendblatt in der Hansestadt und Welt und Berliner Morgenpost in der Spree-Metropole mittlerweile Konkurrenten sind. Zudem dürfte das bisherige, eher print-lastige Vorgehen der Funke-Redaktionen längst nicht mehr zu der digital-affinen Online-to-Print-Denke von Welt-Chef Jan-Eric Peters passen.

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Laut Handelsblatt sieht das bisherige Vertragswerk zwischen den Verlagen vor, dass Funke rund 500.000 Euro an Springer zahlt und dafür überregionale Texte von der Welt in den beiden Lokalzeitungen verwenden darf. Im Gegenzug überweist Springer demnach 1,5 Millionen Euro im Jahr für den Regional-Content nach Essen. Weiter berichtete das Handelsblatt, die eigene Produktion der lokalen Welt-Inhalte allein für Hamburg habe vor dem Funke-Deal rund drei Millionen Euro gekostet.

Allerdings dürfte man getrost davon ausgehen, dass sich Springer sein neues Welt-Büro in der Hansestadt bestimmt nicht mehr so viel kosten lassen wird. Für den Journalismus in Hamburg ist die Vertragskündigung eine gute Nachricht. Nach der Zeit vor rund einem halben Jahr kehrt mit der Welt nun ein neuer alter Player auf den Markt zurück. Je mehr regionale Angebote konkurrieren, umso besser ist es für die Leser und die Qualität des Storys.

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