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Schlechte Woche für Google: Schmeißt Apple die Suche jetzt auch noch vom iPhone?

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So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein: Apple befindet sich auf einem ungeahnten Höhenflug und Google kommt dagegen aus den schlechten Nachrichten scheinbar gar nicht heraus. Seit Anfang der Woche belastet die Berichterstattung über die vermeintliche Aufspaltung durch die EU den Internet-Konzern und jetzt auch noch das Gerücht, dass Apple erwägen würde, Google als Standard-Suche vom iPhone zu verbannen.

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Tatsächlich wäre dies ein herber Schlag für Google. Im kommenden Jahr werden die Verträge mit Apple über die Voreinstellung auf den iPhones im Suchfeld der Safari-Browser neu verhandelt und wie US-Amerikanische Tech-Blogs berichten, dürfen sich Microsoft und Yahoo durchaus Hoffnungen machen, den Platz des uneingeschränkten Marktführer einzunehmen.

Bislang zahlt Google eine Milliarde Dollar für das Vorrecht, die vorinstallierte Suchmaschine auf den Apple-Smartphones zu sein. Dieser Preis dürfte in dem abzeichnenden Bieterwettstreit wohl noch steigen.

Das Google in solchen Deals zur Zeit verwundbar ist, zeigte sich gerade in den Verhandlungen mit Mozilla. Auch der Browser verhandelte seine Such-Partnerschaften neu und zum ersten Mal bekam nicht der Marktführer, sondern Yahoo den Zuschlag. Das dürfte dem Selbstvertrauen des Google-Konkurrenten nicht geschadet haben.

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Auch Bing befindet sich längst in einer besseren Position, als viele vermuten würden. Denn bereits heute ist die Microsoft-Suche ein wichtiger Bestandteil im Maschinenraum aller iPhones. So greift die Sprachassistentin Siri auf die Recherchehilfe von Bing zurück.

Ein Gewinner dieses Wettstreites lässt sich jetzt schon abschätzen: Apples Konto. Überhaupt scheint der iKonzern gerade geradezu im Geld zu schwimmen. Am Dienstag übersprang der Wert aller Apple-Aktien erstmals die Marke von 700 Milliarden Dollar (564 Milliarden Euro).

Auch bei Google laufen die Geschäfte eigentlich nicht schlecht. Doch die Berichterstattung wird dieser Tage von der Debatte um eine vermeintliche Zerschlagung des Suchkonzerns durch die EU überschattet. Obwohl es längst noch immer überhaupt an den ersten Schritten für eine solche Initiative im europäischen Parlament zu fehlen scheint, dreht sich die Debatte dazu immer weiter. Neuester Spin: Laut FAZ sprachen sich in Washington schon einmal führende Politiker gegen mögliche EU-Pläne aus und drohten vorsorglich, dass sich eine Aufspaltung negativ auf die Handelsbeziehungen auswirken könnte.

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Alle Kommentare

  1. Warum bekommt eigentlich Apple nicht die Auflage – so wie damals Microsoft mit der Browserauswahl – dass der Standardsuchanbieter beim Setup ausgewählt werden muss?
    Dann würde sich das auch mit den enormen Summen erübrigen, die die Unternehmen an Apple zahlen, um Standardsuchanbieter zu werden.
    Vor dem Gesetz sind wohl alle gleich, nur manche eben gleicher….

    1. @oliver – ich stimme dir zu, aber auch den anderen sei gedankt für ihre kommentare.. auch wenn der eine oder andere sich mal wieder im zu kleinen verheddert..
      natürlich sollen alle gleich behandelt werden, deswegen gibt es ja auch klein und groß, arm und reich, einfluss und kein einfluss..
      so lange wir dinge benutzen aus bequemlichkeit die wir anprangern, so lange regiert die bequemlichkeit uns..
      ob die nun gut oder schlecht ist, war der masse schon immer egal – leider.. sonnst würde sie ja was tun – die masse – also wir..

  2. Hm, ich verstehe den Satz(bau) leider nicht wirklich:

    „Obwohl es längst noch immer überhaupt an den ersten Schritten für eine solche Initiative im europäischen Parlament zu fehlen scheint, dreht sich die Debatte dazu immer weiter. „…

  3. Was für ein Quatsch, was hat das eventuelle wechseln der Suchmaschine mit einem Höhenflug von Apple zu tun. Ich für meinen Teil hab Google schon lange von meinen Geräten entfernt, sofern es möglich ist.
    Wer mit Chrome surft ist selbst dran schuld. Es gibt auch Suchmaschinen, die unter anderem auch bei Google suchen, aber die IP-Adresse nicht speichern.

  4. „Das Google in solchen Deals zur Zeit verwundbar ist, zeigte sich gerade in den Verhandlungen mit Mozilla.“

    Es zeigte sich, daSS….

    peinlich, peinlich…

  5. @Wiener: unter Android wird NIEMAND gezwungen, über den Play Store Apps anzubieten. Gerade hier ist es möglich, seine App einfach auf einer eigenen Seite als Download anzubieten. Außerdem gibt es gerade unter Android viele Markt-Alternativen, deren Auswahl jedoch aufgrund einer neuen EU(!)-Richtlinie wohl demnächst kleiner werden wird.

    Mir geht es auf den „Sack“, dass die EU Google zerschlagen will, andere Megakonzerne aber nicht. WENN die EU sowas machen möchte, DANN bitte gleichermaßen auf alle Megakonzerne.

    Ich habe übrigens auch Yahoo und Bing ausprobiert. Beide haben sich natürlich an Google orientiert. Sie sind um einiges schlichter geworden als früher. Dadurch wirkt alles übersichtlicher. Auch die Suchergebnisse sind gut.

    Es wäre natürlich toll, wenn andere Firmen wie bspw. Apple bei der Entscheidung, welche Suchmaschine als Standard eingestellt sein soll, nicht auf das Geld schauen, sondern vielmehr die eigenen Kunden befragen würde. Dann würde die Suchmaschine verwendet werden, die die meisten haben möchten, statt die, die mehr Geld aufbringen kann. Damit würde die Suchmaschine als solches im Vordergrund stehen und jeder Anbieter müsste sich Gedanken machen, wie er seine Suchmaschine dem Kunden schmackhafter machen kann.

  6. Hinweis: iKonzern gerade geradezu im Geld … stolpert man beim lesen 🙂

    Ich sehe das ganze wie Achim … KMUs werden denke nichts davon haben. Es geht wieder nur um schwere Aktienkonzerne und deren Blasen. Wir KMUs mit online Shop im Digitalen Handel können die neusten Auflagen der Ust ab 2015 kaum noch erfüllen (http://alturl.com/d258y).

  7. Sobald ein einziger US-Staatsbürger irgendwo im Firmengeflecht drin ist, wird spioniert. Apple bevormundet die Kunden, Google und Facebook übertreiben das Abernten von Kundendaten. Die meisten kleinen Anbieter für Apps sind mehr oder minder gezwungen, diese über Google Play Dienste laufen zu lassen. Damit gibt es in dieser Welt kaum mehr einen Winkel, in den die Datenkraken nicht hineingreifen – und unsere gekauften Politiker in Wien, Berlin und Brüssel grinsen den Leuten, die das sehr wohl bemerken, selbstgefällig ins Gesicht. Wenn einem schon um diese Tageszeit das Kotzen kommt…

  8. Die Amerikaner „diktieren“ uns Europäern bereits jetzt schon was wir wie tun dürfen.
    Welchen Vorteile das neue Transatlantische Handelsabkommen insbesondere für KMU bringen soll ist mir da schleierhaft.
    Mich schaudert’s!

    NS: Ich bin kein Putin-Versteher – nur fürs Protokoll.

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