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„Viel Aufwand, zu wenig Ertrag“: Fast jeder zweite Journalist von Social-Media frustriert

Nicht nur die Digitalisierung im Allgemeinen spaltet Deutschlands Redaktionen. Auch das Thema Social-Media trennt die Journalisten hierzulande in zwei Lager. Wie eine Umfrage von Faktenkontor zeigt, halten etwas mehr als die Hälfte aller Redakteure und Reporter Facebook, Twitter & Co. für einen Segen, wohingegen der Rest den großen Social-Media-Frust zu schieben scheint.

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Grundsätzlich antworteten 56 Prozent aller Journalisten auf die Fragen von Faktenkontor und News aktuell, dass ihre Arbeit durch den Einsatz von Social Media erfolgreicher geworden wären. Interessant: Bei Pressestellen liegt dieser Wert nur bei 53 Prozent. Dabei heißt es bislang ja immer, dass die Unternehmenskommunikation sich durch die verschiedenen Social-Media-Kanäle von ihrer Presse-Abhängigkeit hätte abkoppeln und viel stärker selbst zum Medium werden können. Via Facebook, Newsroom oder Twitter lassen sich die Nachrichten in eigener Sache schließlich direkt und ungefiltert publizieren.

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Aufschlussreich ist der Blick auf die Auswertung, warum sich die Social-Media-Erwartungen der Redaktionen nicht erfüllt hätten. Hier antworteten 51 Prozent, dass dem „vielen Aufwand, zu wenig Ertrag“ gegenüberstünde. 39 Prozent bemängelten zu wenig Interaktion und 33 Prozent gaben an, dass es an der internen Unterstützung hakt.

Die Pressestellen sind dagegen überwiegend von der fehlenden Interaktion gefrustet. Dies bemängeln 52 Prozent. 45 Prozent fehlt es noch an der Hilfe aus dem eigenen Haus. Zudem beklagen sich 36 Prozent über zu wenig Fans und Follower. Das ist ein Problem mit dem dagegen nur die wenigsten Journalisten zu kämpfen haben. Über zu geringe Anhängerschaft im Web sind lediglich 25 Prozent der Redakteure und Reporter gefrustet. Auch die Kritik scheint kaum einen zu schrecken. Von negativen Kommentaren fühlen sich nur vier Prozent aller Journalisten gestört.

Vor allem die letzte Zahl steht in einem erstaunlichen Missverhältnis zu der allgemeinen Wahrnehmung, dass gerade durch Bücher wie Udo Ulfkottes „gekaufte Journalisten“ und viele neue verschwörerische Web-Portale die Kritik an der „Systempresse“ massiv zu steigen scheint.

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