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„Unsere Mütter, unsere Väter“: ZDF-Trilogie gewinnt International Emmy

Foto: dpa
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Großer Erfolg für Nico Hofmann und das ZDF: Die deutsche Produktion "Unsere Mütter, unsere Väter" wurde in der vergangenen Nacht in New York mit einem International Emmy in der Kategorie "TV-Movie/Miniserien" ausgezeichnet. Der Emmy gehört zu den weltweit wichtigsten Fernsehpreisen. Die Auszeichnung kommt überraschend, denn der Dreiteiler stieß in den USA bei Kritikern und Publikum zunächst auf wenig Begeisterung.

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Wilhelm, Friedhelm, Charlotte, Viktor und Greta nehmen im Sommer 1941 voneinander Abschied: Wilhelm und Friedhelm müssen als Soldaten an die Ostfront, Charlotte wird ihnen als Krankenschwester folgen. Greta plant eine Karriere als Sängerin und Viktor will seine Eltern überzeugen, endlich das Land zu verlassen – denn die Familie ist jüdisch. Sie verbringen ein paar letzte unbeschwerte Stunden miteinander und versprechen, sich schon Weihnachten wieder zu sehen. Vier Jahre später treffen sehen sich drei von ihnen wieder.

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Der Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ wurde in Deutschland als das Filmhighlight des Jahres gefeiert. Der Film „markiere eine Zeitwende für das deutsche Fernsehen“, hieß es zum Beispiel bei Spiegel Online. Die Zeit bezeichnete den Dreiteiler als „das am meisten beeindruckende Unternehmen der jüngeren Fernsehzeit“ und Frank Schirrmacher schrieb in der FAZ: „Es ist nicht nur ein Film, es ist eine soziale Plattform.“

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Zahlreiche Preise räumte der Film in Deutschland ab – und wurde nun auch mit einer der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für TV-Produktionen geehrt, dem International Emmy. Bei der 42. Verleihung des Awards gewann die UFA Fiction und ZDF-Produktion in der Nacht zum Dienstag in der Kategorie „TV-Movie/Miniserien.“ Mit dem Preis zeichnet die International Academy of Television Arts & Sciences jedes Jahr die besten, außerhalb der USA produzierten und ausgestrahlten Fernsehsendungen aus. Die Hauptdarsteller Volker Bruch, Tom Schilling, Katharina Schüttler, Ludwig Trepte und Miriam Stein, Drehbuchautor Stefan Kolditz, Produzent Benjamin Benedict, ausführender Produzent Sebastian Werninger sowie die Redakteure Heike Hempel und Thorsten Ritsch waren bei der Gala im New York Hilton Hotel vor Ort.

„Unsere Mütter, unsere Väter“ war Anfang des Jahres als „Generation War“ in den US-Kinos zu sehen – und spielte in gerade einmal sieben Filmtheatern nur 92.000 Dollar ein. Auch die amerikanischen Kritiker zeigten sich wenig begeistert, die New York Times sprach zum Beispiel von einem “fragwürdigen Geschichtsdrama”, in dem das “Übel der Nazis” zwar nicht abgestritten, “aber nur einigen überzeichnet sadistischen SS- und Gestapo-Kommandeuren zugeschrieben” werde, “die fast genauso grausam zu Deutschen wie zu Juden und Russen sind.”

Umso erfreulicher ist nun der Emmy-Gewinn. Für Nico Hofmann, Produzent und Geschäftsführer der UFA Fiction ist es „der glücklichste Moment in meinem Berufsleben als Produzent.“ Fast ein Jahrzehnt arbeitete Hoffman an dem Dreiteiler, Anlass war die Geschichte seiner eigenen Eltern. Im Interview mit der FAZ betonte er letztes Jahr: „In meiner Vorstellung handelt es sich um meine Mutter, um meinen Vater. Der Titel ist Bekenntnis.“

Ebenfalls für einen Emmy nominiert war die deutsche Dokumentation „Wagnerwahn – Mythos und Machenschaften des Richard Wagner“ – die allerdings leer ausging. Stattdessen wurde die kanadische Reportage „The Exhibition“ ausgezeichnet.

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