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Neugeburt: Gruner + Jahr ruft bei Eltern die „Revolution“ aus

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Bilderbuch-Kindheit: Vor 48 Jahren brachte Gruner + Jahr Eltern an die Kioske der Republik. Innerhalb weniger Monate schoss die Auflage auf über 1,2 Millionen Exemplare – die erfolgreichste Zeitschrifteneinführung der 60er-Jahre. Davon können sich die Hamburger heute aber nichts mehr kaufen. Nach Digitaler-Transformation, erodierenden Auflagen und schrumpfenden Anzeigen, steht die Redaktion vor einem weiteren Neuanfang. Ab dem 14. Januar setzt die Redaktion auf ein völlig überarbeitetes Heftkonzept.

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„Der Relaunch ist keine Evolution, sondern eine Revolution“, erklärt Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki ihr neues Konzept. Ungewohnt forsche Töne. Die meisten ihrer Chefredakteurs-Kollegen geben sich in vergleichbaren Situationen immer große Mühe den Eindruck einer gewissen Kontinuität zu vermitteln.

Nicht so Lewicki . Sie nennt das Kind beim Namen. Allerdings spricht aus ihr auch eine gehörige Portion Mutterstolz, wenn es um ihr neues Baby geht. Tatsächlich unterscheidet sich die neue Eltern stark von ihren Vorgängern. So wurden als erstes die bisherigen Ressorts aufgelöst. Statt fester Rubriken teilt sich das Magazin nun in drei Abschnitte. So steht am Anfang der Beschäftigungsteil, in dem es vor allem um die Dinge geht, die man mit Kindern zusammen machen kann. Das soll selbst für Säuglinge schon gelten.

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Dann folgt der Wissenteil, der sich in Papier und Layout von den Beschäftigungs-Storys unterscheidet und die typischen Eltern-Service-Stücke zu Still-, Wickel- und Babywagen-Geschichte sammelt. Dritter Heftbereich ist der Mantelteil, der auf optisch opulente Lesestücke setzt. Ziel der Macher ist es hier möglichst nah an die Emotionen der Eltern heran zu kommen. Diese sollen sich in den Artikel einfach aufgehoben und verstanden fühlen.

Möglich wird dies vor allem durch eine Änderung in der Tonalität und Bildsprache. Bislang pflegte Eltern ein eher distanziertes Verhältnis zu seinen Lesern. Die Fotos wurden oft im Studio inszeniert und die Redaktion nahm die klassische Journalisten-Position des Welterklärers ein. Jetzt sollen die Bilder intimer und emotionaler werden und auch die Autoren dürfen zugeben nicht immer alles zu wissen. Viel mehr sollen sie die Leser auf die Suche nach Antworten mitnehmen.

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Druck

Das mit diesen Änderungen Eltern näher an den Neon-Ableger Nido rücken würden, verneinen die Macher aber vehement. Nido richte sich an eine gänzlich andere Zielgruppe und das auch noch an Väter und Mütter älterer Kinder. Zudem stünden bei Nido nicht die Kinder sondern die Eltern im Mittelpunkt.

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Bei der Zielsetzung des Relaunches sind die Eltern-Eltern sehr realistisch. Für sie hätte er sich schon gelohnt, wenn die Auflagen-Verluste mittelfristig gestoppt werden könnten. Im dritten Quartal kamen die Hamburger auf einen Gesamtverkauf von 240.335 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Minus von 7,50 Prozent.

Tatsächlich sehen sich die Macher grundsätzlich ganz gut aufgestellt. Mit Eltern.de und Urbia.de gehören die beiden mit Abstand größten Portale des Segmentes zum Portfolio von Gruner + Jahr. Zudem ist die Redaktion von den aktuellen Sparprogrammen ausgenommen. Seit Jahren arbeiten bereits keine schreibenden Redakteure mehr bei Eltern und Eltern Family. Insgesamt zählt das Team von Lewicki noch 19 Mitarbeiter.

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Alle Kommentare

  1. Falsch! G+J gehören mit Eltern.de und Urbia.de nicht die „mit Abstand größten Portale im Segment“. Das Elternportal „Rund-ums-Baby.de“ verzeichnet laut IVW 7.500.000 Visits pro Monat – Eltern.de gerade einmal 4.500.000 …

  2. Sagt mal, gibt’s bei euch eigentlich kein Lektorat oder Korrektorat? Fehler in Rechtschreibung und Zeichensetzung galore. Und dann auch noch vom Redaktionsleiter…

  3. BITTE KORRIGIEREN!
    Axel Springer gründete 1966 die Zeitschrift „Eltern“.
    Eine von der Bundesregierung eingesetzte Pressekommission bezeichnet Pressekonzentrationen wie den Springer Verlag als Gefährdung für die Pressefreiheit in Deutschland.
    Darauf verkauft Springer 1968 einen Teil seiner Zeitschriften wie „Das Neue Blatt“, „Jasmin“, „Eltern“, „Bravo“, „twen“ und „Kicker“.

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