US-Studien zeigen, dass Satire-Shows besser informieren als klassische Nachrichtenmedien

US-Satiriker John Oliver
US-Satiriker John Oliver

Fernsehen In den USA gibt es mittlerweile mindestens zwei wissenschaftliche Studien, die nachweisen, dass TV-Satire-Show wie "The Colbert Report" mit Stephen Colbert oder John Olivers "Last Week Tonight" ihr Publikum besser über komplexe Themen informieren, als traditionelle TV-Nachrichten. Als Beispiele dienten die Berichterstattungen über  US-Wahlkampagnen-Finanzierung und Netz-Neutralität.

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So zeigte eine Studie der University of Pennsylvania, dass Zuschauer, die „The Colbert Report“ während des vergangenen US-Präsidentschafts-Wahlkampfs sahen, besser über Kampagnen-Finanzierung und die Rolle von Geld im Wahlkampf informiert waren, als Zuschauer, die sich hauptsächlich bei „echten“ TV-Nachrichten informierten.

Nun gibt es eine neue Studie der University of Delaware, die zeigt, dass der TV-Satiriker John Oliver in seiner Show „Last Week Tonight“ das komplizierte Thema Netz-Neutralität besser erklärt hat, als „normale“ TV-Nachrichten. Hier ist Oliver in den USA viel beachteter Beitrag:

In Deutschland gibt es auch bereits zarte Ansätze für solche Shows, die die Grenzen zwischen Comedy und Information verwischen. Die „heute show“ und „Die Anstalt“, beide im ZDF, wären hier wohl an erster Stelle zu nennen.

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Alle Kommentare

  1. Wenn Die Anstalt und heute show das sein soll, was Oliver, Stewart und Colbert am nächsten kommt…gute Nacht. Aber wo soll es auch herkommen, wenn Politiker in den Rundfunkräten sitzen.

  2. Wer kommt auf so eine Idee zu behaupten, Sendungen wie die “heute show” und “Die Anstalt” würden die Grenzen zwischen Comedy und Information verwischen? Diese beiden sind hervorragende Satiresendungen. Die eine kommt gar im Gewand einer Informationssendung daher. Das tat „Rudis Tagesshow“ auch. Niemand wäre auf die Idee gekommen zu behaupten, es handle sich um eine Informationssendung oder eine, die die Grenzen zwischen Information und Comedy verwischt. Das einzige, was vermischt wird, sind die Bilder aus realen Informationsbeiträgen und die aus der Satiresendung. Wer hier Information erwartet, für den dürfte eine Reise an die Grenzen des Verstandes ein ausgesprochener Kurztrip werden. Aber vielleicht gibt es sie ja: diejenigen, die in diesen Sendungen zum ersten Mal von einem Sachverhalt hören. Bestenfalls könnten diese sich ja im Anschluss an die Satire einmal über die echten Sachzusammenhänge informieren. Ich hege jedoch Zweifel, dass dies geschieht.

    1. Das ist nicht so ganz richtig. Rudis Tagesshow war in der Tat reine Comedy. Vor allem mit neu synchronisierten und „vergagten“ Ausschnitten aus Bundestags-Debatten oder Nachrichten beitragen. Formate wie „The Daily Show“, Colbert, John Oliver und hierzulande – eingeschränkt – heute show oder Anstalt, nutzen die Mittel der Satire und Komik auch, um Sachverhalte zu erklären und zu verdeutlichen. Das ist eine andere Qualität.

      Weiterer Unterschied: Die genannten US-Formate und auch heute show und Anstalt haben eine klar erkennbar eigene inhaltliche Position, die vertreten wird. Das war bei Carrell nicht so.

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