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Burger King widerspricht RTL: Yi-Ko-Kündigung keine Reaktion auf Wallraff-Recherche

RTL-Reihe „Team Wallraff“ mit Undercover-Reporter Günter Wallraff
RTL-Reihe "Team Wallraff" mit Undercover-Reporter Günter Wallraff

Die Kündigung der 89 Franchise-Filialen der Fast-Food-Kette Burger King ist offenbar eine Reaktion auf erneute Recherchen des "Team Wallraff". Wie RTL behauptet, sei die Mitteilung des Unternehmens eine Woche nach der Konfrontation mit neuesten Recherche-Ergebnissen erfolgt. Gegenüber MEEDIA widerspricht Burger King. Eigene Mitarbeiter hätten erneute Mängel festgestellt. Die Recherchen hätten sich mit dem Zeitpunkt der Entscheidung überschnitten.

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Die Reporter unter der Leitung von Investigativ-Journalist Günther Wallraff haben Burger King vor einigen Monaten in eine schwerwiegende Image-Krise gestürzt. Sie deckten in mehreren Filialen des Franchisenehmers Yi-Ko Holding erhebliche Hygienemängel und miserable Arbeitsbedingungen auf. Nun haben die Reporter für einen Nachdreher erneut recherchiert, berichtet RTL. Die am Mittwoch bekanntgegebenen Kündigung aller Yi-Ko-Restaurants, die eine ungewisse Zukunft für 3000 Arbeitnehmer zufolge hat, sei die Folge von erneuten Undercover-Einsätzen. Dabei hätten die Reporter erneut Mängel in Hygiene und kritische Arbeitsbedingungen festgehalten. In der vergangenen Woche sei Burger King informiert worden.

Damit war die Fast-Food-Kette gezwungen wieder in den Krisenmanagements-Modus zu schalten. Offenbar hat man aus den Erfahrungen gelernt und sich dazu entschlossen vor Veröffentlichung der Recherchen zu handeln. In einer Pressemitteilung zum Entschluss, sich von Yi-Ko zu trennen, nennt Burger King jedoch keine Quelle. Auf Nachfrage von MEEDIA bestreitet Burger King, dass RTL für die Entscheidung verantwortlich sei. „In der Wahrnehmung mag das vielleicht so aussehen. Richtig ist aber, dass wir an dem Thema seit einiger Zeit arbeiten. Sie können sich vorstellen, dass so eine weitreichende Entscheidung, 89 Restaurants zu kündigen, nicht über Nacht getroffen wird. So haben sich die Dinge überschnitten.“ Das Unternehmen legt die Sachlage so aus, dass eigene Mitarbeiter erneute Mängel festgestellt hätten.

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Laut RTL erhielten Mitarbeiter von Burger King weiterhin verzögerte Gehaltszahlungen oder bekämen keine Lohnfortzahlungen bei Krankheit. Zudem sei die Yi-Ko – anders als die anderen Franchisnehmer von BurgerKing – aus dem Tarifverbund BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) ausgestiegen. Bei Neuverträgen ab März 2015 hätte somit nur noch Mindestlohn gezahlt werden müssen, also keinerlei Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge, kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld. Zudem habe das „Team Wallraff“ weitere „Hinweise darauf, dass der ehemalige Yi-Ko-Chef Ergün Yildiz im Hintergrund weiter Fäden ziehe. Der umstrittene Geschäftsführer ist nach den ersten RTL-Recherchen im Mai dieses Jahres zurückgetreten. Burger King leitete danach umfassende Maßnahmen ein, um die Missstände zu beseitigen. Zusätzlich schmiss der Restaurantbetreiber die PR-Maschinerie an, um dem Image-Verlust entgegenzuwirken.

Seine Recherchen wird RTL am kommenden Montag um 22.15 Uhr in der Sendung „Team Wallraff – Reporter prüfen nach“ präsentieren.

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