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Facebook-Rivale Pinterest: Foto-Buch der Wünsche als Traffic- und Marketing-Maschine

Pinterest-Gründer Ben Silbermann brachte es gerade sogar auf das Cover des US-Wirtschaftsmagazins Forbes
Pinterest-Gründer Ben Silbermann brachte es gerade sogar auf das Cover des US-Wirtschaftsmagazins Forbes

Das Erfolgsgeheimnis von Pinterest ist fix erklärt. Es lautet: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Bis auf Instagram setzt kein anderes großes Social Network derart auf Visualität. Beim Hype-Netzwerk geht es nur um Bilder: von Produkten, Personen, Accessoires oder leckeren Gerichten. Und trotzdem entwickelt sich der Facebook-Rivale zu einer immer mächtigeren Marketing-Maschine und einem immer wichtigeren Traffic-Lieferanten. MEEDIA beantwortet die wichtigen Fragen zum Social Network.

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Wie funktioniert Pinterest?
Bei Pinterest dreht sich alles um Bilder und Pinnwände. Mit einem Klick werden Fotos, die man selbst für beachtenswert hält, auf eine eigene Pinnwand gepinnt. Die Bilder können von jeder beliebigen Webseite oder auch von den Pinnwänden anderer Nutzer kommen. So entstehen ganz individuelle Bilder-Kollagen. Diese Foto-Lesezeichen lassen sich zudem noch thematisch ordnen. So könnte eine Pinnwand mit Lampen, Magazin-Covern oder Star-Pics entstehen.

Natürlich lassen sich die einzelnen Bilder auch teilen, liken und kommentieren. Zudem haben alle Mitglieder eigene Profile.

text-screenshot-seiteEine mögliche Startseite von Pinterest

Wer sind die Pinterest-Nutzer?
Insgesamt besteht die Community mittlerweile aus rund 750 Millionen Pinnwänden, auf denen bislang rund 30 Milliarden Fotos gepinnt wurden. In Deutschland soll die Zahl der Webseitenbesucher mittlerweile bei rund 2,1 Millionen liegen. Weltweit zählte das Netzwerk im vergangenen Jahr über 70 Millionen Nutzer.

Die demografische Zusammensetzung der Pinterest-Kunden ist so etwas wie der virtuelle Traum vieler Marketing-Profis. Nach einer neuen Analyse von GlobalWebIndex ist der typische Nutzer jung (16 bis 34 Jahre) und weiblich. Zudem gilt er als extrem Web-affin, weil er neben seinem Pinterest-Konto noch bei einer Vielzahl anderer Networks aktiv ist. Bei Facebook, YouTube, Google+ und Twitter liegt die Schnittmenge jeweils bei über 80 Prozent.

Allerdings ist Pinterest noch sehr US-dominiert: Fast ein Drittel aller Nutzer kommt aus den Staaten. Zwischen New York und Los Angeles nutzt jedoch schon rund ein Fünftel aller Teenager die Community. Damit der Sog von Pinterest auch hierzulande zunimmt, verpflichtete die US-Company gerade Jan Honsel als neuen Deutschland-Boss.

Warum lieben die Nutzer Pinterest?
Pinterest bietet zum einem einen einfachen Zugang. Bilder sind eine universelle Sprache. Zum anderen ist Pinterest auch ein Gegenentwurf zu Instagram. Bei Facebooks Foto-Netzwerk geht es überwiegend darum, sich und sein Leben, also die Realität, möglichst stylisch und cool erscheinen zu lassen. Bei der Pinnwand-Community zeigt man die Sachen, die man gerne hätte, schön oder beachtenswert findet. Bei Spiegel Online bezeichnet Ole Reismann Pinterest deshalb einmal als „Katalog der Wünsche und Träume“.

Zudem sorgen die Bilderwelten für ein sehr enges Zusammengehörigkeitsgefühl. Je nach Interessensgebiet fühlen die Mitglieder der Community sich stets willkommen und gut aufgehoben.

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Was bringt Pinterest Unternehmen und Medien?
Nach Meinung vieler Beobachter liegt vor allem in diesem Bereich die wahre Macht von Pinterest. Denn aus Marketingsicht bietet die Nadel-Community einen entscheidenden Vorteil gegenüber Facebook & Co.: Viele Besucher der Seite befinden sich in einem “zukunftsorientierten Verwendungsmodus”, wie Honsel einmal der Interworld.de erklärte. “Das heißt, sie sind für sich oder für ihr direktes Umfeld auf der Suche nach Themen, die in Kürze sehr relevant und voraussichtlich realisiert werden. Das können Einrichtungsideen sein, das Kochrezept für den Abend oder das passende Kleid für die Hochzeit der besten Freundin.”

Auch einen zweiten wichtigen Punkt erklärt Honsel: “Wir sind einfach eine extreme Traffic-Maschine”. Jeder Pin dient als Rückkanal und bringt Nutzer und Reichweite. Für Buzzfeed international soll das Bildernetzwerk die mit Abstand zweitgrößte Social-Traffic-Quelle nach Facebook sein. Auch die Vogue hat bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Nadel-Network gemacht.

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Hat Pinterest das Zeug zum Facebook-Killer?
Noch lange nicht wirklich. Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten dann aber irgendwie doch. An das wirtschaftliche Potential des Networks glauben zumindest einige Finanzinvestoren. So wurde Pinterest im Frühjahr erst mit fünf Milliarden US-Dollar bewertet. Damit gehören die US-Amerikaner zu den zehn wertvollsten Startups. Dem Wirtschaftsmagazin Forbes war der Erfolg der virtuellen Pinnwände gerade erste eine Titelstory wert. Zeile: „Move over, Zuck“.

Tatsache ist, dass es für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg noch lange nicht Zeit ist, „rüber zu rutschen“ und Platz zu machen. Ein echter Facebook-Killer ist Pinterest noch nicht. Die extreme Visualität, die hohe Viralität der Inhalte und die jungen, vor allem weiblichen Nutzerinnen versetzen Pinterest jedoch in eine fast ideale Ausgangsposition, um kräftig weiter wachsen zu können. Und dann könnte aus der Plattform dann doch irgendwann ein echter Facebook-Rivale werden.

Noch sind die Amerikaner eine Ergänzung. Aber eine, die längst über eine substantielle Reichweite verfügt. Medien- und Marketing-Profis können es sich nicht leisten, der Kraft der Anziehungskraft dieses Facebook-Herausforderers zu widerstehen.

Weitere Informationen zu Pinterest und den anderen Facebook-Alternativen gibt es auch in den Social-Media-Seminaren von MEEDIA

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