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Böser PR-Unfall: Uber-Vize droht kritischen Journalisten mit Schmutzkampagne

Gegen das Top-Management von Uber wirkt Oliver Samwer geradezu wie Prinz Valium. Zur Stunde gibt es wohl kein Startup, das aggressiver und offensiver gegen Konkurrenten kämpft, wie das Team um den Gründer und vermeintlichen Testosteron-Protz Travis Kalanick. Beim Vollgas-Ritt auf der Startup-Überholspur bleiben jedoch PR-Blechschäden nicht aus. Der neueste Unfall könnte jedoch böse Folgen haben. So hat Vize Emil Michael laut darüber nachgedacht, es einer kritischen Journalistin mit einer Schmutzkampagne heimzuzahlen.

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Die gesamte Enthüllung ist jedoch etwas delikat. Während eines Dinners mit einflussreichen New Yorker Medienschaffenden (unter anderem Arinna Huffington) hatte Michael angefangen sich über die Journalistin Sarah Lacy in Rage zu reden. Sie schreibt für das wichtige Silicon Valley-Portal PandoDaily und hatte gerade in ihrer Kolumne erklärt, dass sie die Uber-App von ihrem Smartphone gelöscht hätte, nach dem bekannt geworden war, dass Uber in Frankreich mit einem Escort Service zusammenarbeitete. Pikantes Detail am Rande: Auch diese Story wurde von BuzzFeed recherchiert.

Michaels Auslassung gipfelte in der Aussage, dass er am liebsten für eine Million Dollar ein Team aus vier Top-Journalisten und vier Recherche-Profis aufstellen würde, die Lacy einmal so richtig durchleuchten sollten. Immerhin würde die Presse ja auch „unser privates Leben und unsere Familien ganz genau unter die Lupe nehmen“. Es wäre an der Zeit, ihnen einen Schluck ihrer eigenen Medizin zum Kosten zu geben.

Die Aussagen des Top-Managers passen exakt in das Bild, das immer wieder von Uber und seinem Boss Kalanick gezeichnet wird. So ist vom US-Startup bekannt, dass man bereits erfolgreich versuchte Konkurrenten zu schädigen, in dem man im großen Stil Fake-Fahrten orderte und so die Fahrer der Rivalen frustrierte und entnervte. Kaum ein Startup beherrscht die Kunst des wirtschaftlichen Guerillakrieges so gut, wie die Taxi-Killer aus dem Silicon Valley.

Das delikate an der Enthüllung ist nun, dass Buzzfeed wohl gar nicht darüber hätte schreiben dürfen. Denn offenbar gingen die Uber-Manager davon aus, dass alles, was an dem Dinner-Tisch gesagt wird off the record sei.

Keine einfache Situation für BuzzFeed. Deshalb ist es nur verständlich, dass sich die US-Journalisten selbst große Mühe geben zu betonen, dass Michael niemals gesagt hätte, dass bereits ein Team für Schmuddel-Recherchen existiere.

Trotzdem ist der PR-Schaden für Uber natürlich ungleich größer. Gerade erst startet Kalanick eine mediale Charme-Offensive. In einem ersten Statement sah sich sein Vize-Präsident schon einmal gezwungen zu betonen, dass die Unterhaltung nicht nur off the record war, sondern auch nicht die Sicht des Unternehmens widerspiegeln würde. Genau das glauben jedoch immer mehr US-Journalisten gerade nicht.

Noch ist Michaels-Unfall nur ein medialer Blechschade. Die PR-Manager von Uber hoffen wohl jedoch längst, dass kein Totalschaden daraus wird.

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