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Nach nur drei Monaten: taz sammelt bei Genossen sechs Millionen Euro für Neubau ein

Soll das Zeitungsviertel in Berlin optisch dominieren: das neue Verlagsgebäude der taz.
Soll das Zeitungsviertel in Berlin optisch dominieren: das neue Verlagsgebäude der taz.

Die taz wollte für den Bau ihres neuen Verlagsgebäudes bei ihren Genossen Geld einsammeln. Die Zielsumme von sechs Millionen Euro bekam die Genossenschaft nun bereits innerhalb von nur drei Monaten zusammen – dabei wuchs das Eigenkapital der Genossenschaft um 1,3 Millionen Euro.

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Dass so schnell so viel Geld zusammen kommt, hat wohl niemand erwartet. Entsprechend überrascht zeigt sich auch taz-Geschäftsführer Karl Hein Ruch. „Über 800 Mitglieder haben ihre Einlagen als stille Gesellschafter eingezahlt. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass viele unserem Aufruf gefolgt sind und der Genossenschaft beigetreten oder ihre Anteile aufgestockt haben.“ Geplant war eigentlich, das Geld spätestens innerhalb von acht Monaten zusammen zu haben. Nun sind aber schon insgesamt 827 Stille Gesellschafter zusammengekommen, die ihr Geld für fünf oder zehn Jahre bei der linken Tageszeitung anlegen. 357 Genossenschaftsmitglieder sind extra dafür neu eingetreten. Jeder Genosse bringt der taz mindesten 500 Euro Kapital.

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Die eigenen Leser bringen die taz ihrem Ziel damit ein ganzes Stück näher. Bis 2017 soll mitten im Berliner Zeitungsviertel ein repräsentatives neues Verlagsgebäude entstehen. Trotz der investitionsfreudigen Genossen ist die Finanzierung noch nicht gänzlich gesichert. Die neu gesammelten 6,32 Millionen Euro bilden nur eine von vier Säulen. Ebenfalls sicher sind 3,35 Millionen Euro Zuschüsse aus der Staatskasse, weitere drei Millionen Euro hat die taz bereits aus eigenen Kräften aufgebracht. Der wohl größte Teil soll über ein derzeit günstiges Bankdarlehen finanziert werden. 7,5 Millionen Euro braucht die taz. Insgesamt sind für das neue Verlagshaus also mehr als 20 Millionen Euro eingeplant.

Die Art, wie die taz sich das nötige Kapital für ihr neues Domizil beschafft, unterstreicht auch, welche Vorteile eine enge Bindung der Leser an eine Medienmarke haben kann. Seit zwölf Jahren sitzt hinter der Zeitung eine eigene Genossenschaft mit mittlerweile mehr als 14.200 Mitgliedern. Die sichert dem Verlag nun quasi ein Eigenheim, das im Berliner Zeitungsviertel auch als ein Symbol der Unabhängigkeit auffallen soll.

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Alle Kommentare

  1. Hallo danke für den inhaltlich sachlichen Bericht der für mich sehr informativ war. Leider sind sie aber in ihrer Schlagzeile dieser unseligen Stimmungsmache aufgesessen, die leider in unseren „Leit“ Medien üblich ist. Sie schreiben „Taz sammelt bei Genossen sechs Millionen Euro ein“ Das ist zwar sachlich richtig aber trotzdem unredlich. Weil mit dieser Formulierung suggeriert wird, es handelt sich bei der Taz um ein Organ einer politischen Partei. Richtig ist wie sie ja auch im Artikel richtig schreiben, dass es sich um eine Genossenschaft handelt und die Genossenschaftsmitglieder sind mit ihren Zahlungen Anteilseigner. Also bitte etwas genauer formulieren, sonst müsste man ihnen Parteilichkeit unterstellen.

    Mfg Uwe Müller

    Ps. Ich bin kein PDS, ler noch Taz Leser (Genossenschaftler) sondern an sauberen Journalismus interessiert!

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