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Schmuddelige Förderung: Freistaat Bayern bezuschusste Porno-Portal mit Innovationsgutschein

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Porno als staatlich geförderte Innovation: Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, hat der Freistaat Bayern durch die Vergabe eines Innovationsgutschein ein Porno-Portal für Hardcore-Streifen gefördert. Die beauftragte Bayern Innovation GmbH hat die Plattform in fünfstelliger Höhe bezuschusst.

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Alle Bundesländer sind stets auf der Suche nach Ideen und Unternehmen, die sie als Innovationstreiber in ihren Regionen fördern können. Ausgerechnet das katholische Bayern hat die Förderung offenbar besonders wild betrieben. Wie das Wirtschaftsministerium des Freistaats dem Bayerischen Rundfunk bestätigt hat, wurde durch einen Innovationsgutschein das Video-Portal Larotika.de gefördert, das sich auf den Verkauf von Hardcore-Erotikfilmen ab 18 spezialisiert hat. Dort werden gebrauchte Sexstreifen in Masse an- und wieder weiterverkauft.

Wie es zu der Föderung kam erklärte Jan Jakob, Mitarbeiter der betreibenden Jakob GmbH, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. So habe sich das familiengeführte Unternehmen vor allem wegen der schwierigen Marktverhältnisse für ein so diskretes Geschäft an die vom Wirtschaftsministerium beauftragte Bayern Innovativ GmbH gewandt und sich um Förderungen beworben. Dort habe man das Unternehmen dann – im Sinne der Gleichberechtigung – wie jede andere Firma behandelt, so Jakob. Infrage gestellt wird, was genau am Porno-Handel, der sich am Konzept ähnlicher Plattformen wie Buchankauf24 orientiert, innovativ sein soll.

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Die Bayern Innovativ GmbH selbst wollte sich auf Anfrage des BR nicht zu den Vorgängen äußern. „Auch weil der umstrittene Gutschein in die Amtszeit eines ehemaligen Geschäftsführers und des früheren Wirtschaftsministers Zeil fällt“, so der BR. Der FDP-Politiker Martin Zeil war von 2008 bis 2013 Mitglied des Bayerischen Landtages und im ersten Kabinett Horst Seehofers Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident. Die Förderung fand 2012 statt. Im Wirtschaftsministerium, das laut BR jährlich rund fünf Millionen Euro an die Innovativ GmbH überweist, habe man sich wenig erfreut gezeigt und erklärte schriftlich: „Die Innovation im vorliegenden Fall ermöglicht insbesondere den Vertrieb unter Beachtung aller Jugendschutzauflagen in Deutschland.“

Eine Äußerung, die Bayerns Politiker ärgert. Noch ärgerlicher für das Wirtschaftsministerium ist aber: Die Seite mit den Schmuddel-Filmchen wirbt öffentlich mit der staatlichen Förderung. Das Förderungszertifikat ist auf der Homepage einzusehen.

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