Keine Ideen mehr: Springer schließt seinen Startup-Inkubatur Ideas

axel-springer-ideas.jpg

Springer will keine Journalismus-Startups mehr am Fließband produzieren. Wie der hauseigene Branchendienst Gründerszene.de berichtet, schließen die Berliner nach zwei Jahren, 15 Projekten und acht Launches ihren Inkubator Ideas.

Anzeige

Genauer gesagt macht Springer nur einen von zwei Web-Brutkästen dicht. Ideas Ventures, ein sogenannter Inhouse-Inkubator wird aufgelöst. Zur Zeit werkelt das zehnköpfige Team um Ulrich Machold und Michael Paustian noch an zwei Projekten. Diese sollen noch fertig gemacht werden, allerdings im Rahmen des normalen Springer-Beteiligungsmanagements oder der Verlagsmarken, wie Gründerszene berichtet.

Die zweite Abteilung unter dem Ideas-Dach ist die weitaus größere und kümmerte sich überwiegend um technologische Entwicklungen. Dieses Team unter Leitung des Springer-CIO Daniel Keller, soll hingegen fortbestehen und für den gesamten Verlag weiter Plattformen bauen und Produkte entwickeln. Immerhin stellte Springer mittlerweile alleine für diesen Bereich über 80 Software-Entwickler ein. Diese sollen weiter helfen die Konzern-Kultur in Richtung Digitalisierung zu verändern.

Einer der Gründe für das Aus des Inkubators dürfte darin liegen, dass die Startup-Schmiede nur wenige richtige Erfolgsgeschichten produzieren konnte. Aus der hauseigenen Web-Fabrik ging die Rabatt-App Last Minute Local hervor, die im August eingestellt wurde. Das Second-Screen-Startup TunedIn, das gerade erst Insolvenz anmeldete oder die Gutschein-App PrepaidBild, die es ebenfalls nicht schaffte. Allerdings produzierten die Berliner auch viel beachtete Projekte, wie das iPad-Geschichtsmagazin Epos oder die wegweisende Nachrichten-App Kompakt.

Alleine wegen des Erkenntnis- und Know-How-Gewinns dürfte sich das Engagement des Verlages allerdings gelohnt haben. „Es hat zum einen nicht so gut funktioniert, wie wir das gewollt und von uns selber erwartet hätten“, zitiert Gründerszene Machold. Sein Partner Paustian ergänzt: „Wir haben unglaublich viel gelernt, natürlich haben wir an vielen Ecken ganz klar auch Fehler gemacht“. Immerhin wissen die beiden, dass unter Mathias Döpfner ja durchaus eine neue Fehlerkultur erwünscht ist. Nur so lernt – auch ein Konzern – weiter.

Für Springer bedeutet das Aus von Ideas allerdings keine Abkehr vom Gründen und unterstützen junger Web-Ideen. Das Plug and Play-Programm bleibt bestehen und vor einem Jahr erst stiegen die Berliner beim Company-Builder Projekt A mit 30 Millionen Euro ein.

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wundert mich , dass Springer hier „aufgegeben“ hat. Ist ja bekant dafür ,StartUps sehr erfolgreich machen zu können!Jüngstes Beispiel: kaufda, welches erst in Deutschland Marktführer wurde und durch den Kauf vom größten Konkurrenten Meinprospekt nun Konkurrenzlos dasteht!

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige