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Bertelsmann-Zahlen: Strategische Investitionen tragen noch nicht zum Gewinn-Wachstum bei

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Zahl(en)tag im Hause Bertelsmann: Neben der Veröffentlichung der Quartals-Zahlen der Tochter RTL Group hat auch der Mutterkonzern aus Gütersloh Zahlen vorgelegt. Die Aktiengesellschaft feiert den höchsten Umsatz seit sieben Jahren. Dafür hat sie in den vergangenen Monaten u.a. neue Geschäfte erschlossen und unprofitable veräußert. Das Konzernergebnis ist aber schlechter als im vergangenen Jahr.

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Für die ersten neun Monate dieses Jahres weist Bertelsmann 11,82 Milliarden Euro Umsatz aus – eine Steigerung um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beläuft sich mit Abschluss des dritten Quartals auf 1,48 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,46 Millarden Euro).

Zu den gesteigerten Kennzahlen trugen laut Bertelsmann die Transaktionen der vergangenen Monate „maßgeblich“ bei. Die größten Projekte waren dabei der Zusammenschluss der Buchverlage Penguin und Random House sowie die Übernahmen des Finanzdienstleisters Gothia und des E-Commerce-Dienstleisters Netrada durch Arvato. Im Musikgeschäft hat Bertelsmann zudem das Rechteuntenrehmen BMG komplett übernommen. Die EBITDA-Marge betrug 12,5 Prozent (VJ: 12,9 Prozent).

Ebenfalls ausgebaut wurde in diesem Jahr das „Kerngeschäft“, wie Bertelsmann Gruner + Jahr beschreibt. Erst im Oktober nutzte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe die aktuell schwierige Situation des Verlages, für eine Komplettübernahme.

Für das verbesserte EBITDA sorgten nicht nur Zukäufe, sondern auch die Veräußerungen von rückläufigen Geschäften. So trennten sich die Gütersloher von Brown Printing und verkaufte die italienischen Druckereien von Be Printers sowie die Clubgeschäfte in Spanien und Tschechien. Reduziert wurde das Direktkundengeschäft in Deutschland, das im kommenden Jahr ebenfalls geschlossen wird.  

Ausbau des Digital-Geschäfts
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Den Entwicklungen entsprechend stärkt Bertelsmann das digitale Geschäft. Vor allem die Bertelsmann-Töchter und Beteiligungen haben hier investiert. So erwarb die luxemburgische RTL Group die Mehrheit an der Vermarktungsplattform für Online-Videos SpotXchange und stockte ihren Anteil an der Ex-Bertelsmann-Beteiligung StyleHaul auf mehr als 93 Prozent auf. Gruner + Jahr investierte in den französischen Onlinevideo-Vermarkter Advideum. Aktuelle Geschäftszahlen der RTL Group wurden ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht (Diese finden Sie hier). Aktuelle Zahlen und strategische Informationen zum Geschäft von Gruner + Jahr werden erst nach Ablauf des vierten Quartals bekanntgegeben.

Rabe: „Bertelsmann wächst, ist sehr profitabel und kommt bei der Strategieumsetzung gut voran. So ist uns vor wenigen Wochen durch den Erwerb von Relias Learning der Einstieg in den US-amerikanischen E-Learning-Markt gelungen. Wir werden unseren Kurs konsequent fortführen, damit Bertelsmann langfristig wachstumsstärker, digitaler und internationaler wird.“

Wachsende Umsätze, aber Konzernergebnis schwächelt

Die Auswirkungen der strategischen Transaktionen lassen aber auf sich warten. Für den Verlauf bis zum Ende des dritten Quartals ließen sich noch keine positiven Auswirkungen auf das Konzernergebnis identifizieren. Das liegt mit 285 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 623 Millionen Euro. Auch in den vergangenen Monaten feierte Bertelsmann bessere Umsätze, ließ aber steigende Gewinne vermissen. Auf das Ergebnis gedrückt haben laut Bertelsmann eine Wertberichtigung auf die TV-Aktivitäten der RTL Group in Ungarn, wo nun Sondersteuern auf Werbung entfallen. Die veräußerten Geschäfte im italienischen Druckgeschäft sowie die spanischen Clubs waren verlustreich. Die Fusion von Penguin und Random House hat zudem erst mal mehr Kosten verursacht.

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