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Altkanzler Kohl siegt vor Gericht: Ghostwriter Schwan darf Pöbel-Zitate nicht länger verwenden

Heribert Schwan und die „Kohl-Protokolle“
Heribert Schwan und die "Kohl-Protokolle"

Altkanzler Helmut Kohl hat sich vor Gericht gegen seinen früheren Ghostwriter Heribert Schwan. Demnach darf Schwan 115 umstrittene Kohl-Zitate aus seinem Buch "Vermächtnis: die Kohl-Protokolle" nicht länger verwenden. Kohl hatte sich in den Zitaten teils abfällig über frühere Weggefährten aus der Politik geäußert.

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Schwans Buch basiert auf Tonband-Protokollen, die während der Arbeit Schwans an Kohls Memoiren entstanden sind. Nachdem Schwan von Kohl als Mitarbeiter entlassen wurde, verarbeitete Schwan die Tonbänder zu eigenen, nicht von Kohl autorisierten Buch-Veröffentlichungen. Seitdem streiten sich die Kohls und Schwan um die Tonbänder. In Schwans aktuellem Kohl-Buch wollte der Altkanzler 115 Zitate verbieten lassen. Dem folgte das Landgericht Köln nun mit einem Urteil, das im wesentlichen einem früheren Antrag Kohls auf eine Einstweiligen Verfügung entsprach.

Der Verlag Random House darf nun keine Ausgaben mit den umstrittenen Zitaten mehr verbreiten. Bücher, die bereits im Handel sind, müssen aber nicht zurückgerufen werden. Endgültig ist der Streit zwischen den Kohls und Schwan noch nicht entschieden. Schwan und sein Anwalt haben bereits Berufung eingelegt und wollen vor das Oberlandesgericht ziehen.

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Korrektur: In einer früheren Version hieß es, Helmut Kohl habe eine Einstweilige Verfügung erwirkt, es handelte sich jedoch bereits um ein Hauptsacheverfahren vor dem Landgericht Köln. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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