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Spotify hat bereits 2 Milliarden Dollar an Musikindustrie gezahlt

Legendäre Trennung: Spotify-Boss Daniel Ek (li.) und Taylor Swift (Foto: dpa)
Legendäre Trennung: Spotify-Boss Daniel Ek (li.) und Taylor Swift (Foto: dpa)

Der Streaming-Dienst Spotify steckt plötzlich in der Defensive. Seit Superstar Taylor Swift sich in der vergangenen Woche von der Musik-Plattform zurückgezogen hat, hat das acht Jahre alte schwedische Unternehmen ein ziemliches Image-Problem. Gründer und CEO Daniel Ek versucht nun die Offensive, indem er offenlegt, wie viel Spotify an die Musikindustrie gezahlt hat – und an Taylor Swift. 


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John Mayer & Co könnten ein Lied davon singen: Bloß nicht mit Taylor Swift anlegen! Die 24-jährige ist fraglos der große US-Superstar dieser Tage – der klassich-poppige Gegenentwurf zu Beyoncé, Rihanna & Co. Tatsächlich verkauft sich Swift noch besser: Ihr jüngstes Album „1989“, das in der vorvergangenen Woche erschien, hatte mit 1,287 Millionen verkauften Einheiten nicht nur den besten Wochenstart seit dem Album „The Eminem Show“,  das US-Rapper 2002 vorgelegt hatte – es war gleichzeitig der zweitbeste Verkauftsstart einer Sängerin seit Britney Spears 2000.

Doch nicht alle Musikfans konnten mithören. Die 50 Millionen Nutzer des beliebten Streaming-Dienstes Spotify bekamen zu „1989“ nur eine leere Playlist zu sehen – Taylor Swift boykottierte den Album-Start auf Spotify. Und mehr noch: In der vergangenen Woche entfernte der streitbare US-Superstar auch noch alle älteren Alben aus der beliebten Musik-Plattform!

Swift-Exit trifft Spotify schwer

Die Begründung hatte Swift bereits Monate zuvor in ihrem vielbeachteten Essay im Rolling Stone Magazine vorweggenommen: „Meine Meinung ist, dass Musik nicht kostenlos sein sollte“, erklärte Swift seinerzeit. Am Wochenende legte die Expertin im Schlussmachen auf Yahoo noch einmal kräftig nach: „Die Musikindustrie verändert sich so schnell, sodass sich alles Neue – wie etwa Spotify – wie ein großes Experiment anfühlt. Und ich möchte nicht mein Lebenswerk für ein Experiment zur Verfügung stellen“, erklärte Swift.

Große, harte Worte, die Spotify am Ende mehr beschädigt haben dürften als der eigentliche Rückzug einer der beliebtesten Künstlerinnen unserer Zeit. Entsprechend müht sich der beliebte Streaming-Dienst um Schadensbegrenzung. Zunächst in Form einer direkten Antwort auf das Album-Aus („Es ist doch eine Liebesgeschichte, Baby, sag ja!“), nun mit einem episch langen Blogeintrags des Gründers Daniel Ek, der sich doch wieder um die US-Sängerin dreht.

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Taylor Swift verdiente bei Spotify pro Jahr 6 Millionen Dollar

„Taylor Swift hat absolut recht: Musik ist Kunst, Kunst hat einen Wert, und Künstler verdienen es, dafür bezahlt zu werden“, schreibt Ek und nennt Zahlen. Seit dem Start der Streaming-Plattform 2008 habe Spotify bis Ende letzten Jahres über 2 Milliarden Dollar an die Musikindustrie ausgeschüttet.

Einen gespieltem Song vergütet Spotify mit knapp 0,7 Cent. „Die Auszahlungen an Superstars wie Taylor Swift liegen pro Jahr bei etwa 6 Millionen Dollar – und wir erwarten, dass sich die Summe im nächsten Jahr verdoppelt“, stellt Ek klar, der ebenso herausstellte, dass Spotify bereits über 50 Millionen Nutzer verfügt, von denen 12,5 Millionen – also ein Viertel – zahlende Mitglieder sind.

Taylor Swift entgeht durch die rote Karte für Spotify also gutes Geld, das die 24-Jährige dennoch offenbar problemlos verschmerzen kann – nach jüngsten Erhebungen dürfte die frühere Countrysängerin bereit über 200 Millionen schwer sein…

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Alle Kommentare

  1. Lieber Nils,

    von „Einen gespieltem Song vergütet Spotify mit knapp 0,7 Cent.“ war in Daniel Ek’s Blogpost nirgends die Rede. Das ist dazugedichtet. Als Durchscnittswert kann man das so nicht pauschalisieren. Wenn das so wäre, dann hätten noch weitaus mehr Rechteinhaber die Millionen auf dem Konto…

  2. Die Frage wäre ja: Wie viel verdienen Künstler bzw. Taylor Swift über klassische Albumverkäufe (ohne Touren, etc.)? Bringt Spotify nur einen Bruchteil dessen ein oder genauso viel?

    1. Momentan verdienen Künstler ihr Geld hauptsächlich über Tourneen. Verkäufe physikalischer Tonträger sind lange nichtmehr so rentabel wie vor 15 Jahren, in Deutschland macht dieser Teil aber immer noch ca. 60 % des Umsatzes aus.

      Wenn man nicht gerade Taylor Swift ist, dann bringt Spotify nicht mal einen Bruchteil dieses Umsatzes ein. Wenn man sich dazu entschließt seine Musik über eine Plattform wie Spotify anzubieten, dann muss man sich auf folgendes einstellen: Ein Song gilt offiziell als „gestreamt“, wenn er länger als 45 Sekunden gespielt wird, das heißt dass alles was unter dieser Zeit liegt wird dem Künstler nicht einmal vergütet. Sollte der Song aber tatsächlich über mehr als 45 Sekunden gespielt werden, so kriegt jeder Künstler ausnahmslos einen halben Cent pro gestreamten Song.

      Nun kannst du dir es ja ausrechnen anhand der Plays eines Künstlers…
      Die Idee des Streaming ist als solche wirklich gut, nur nutzen es bisher leider viel zu wenig Leute damit es für die Künstler auch wirklich rentabel ist, und das Abkommen, dass Spotify mit den Labels getroffen hat ist zumindest im Moment auch mehr eine Ausbeute.

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