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Smart, stark, schick: Die „Espresso“-App des Economist überzeugt

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Schnieke, schnieke: Die Espresso-App des Economist

Morgen-Newsletter (u.a. Handelsblatt, Zeit, Bild, Tagesspiegel) und Apps, die nur einige wenige handverlesene Artikel als Überblick über den Tag bieten (Circa, Yahoo News Digest, etc.) gehören zu den Must-Haves von Nachrichtenanbietern. Das nicht ganz neue, aber immer noch bestimmende Buzzword dazu heißt: Finishability, also Abgeschlossenheit. Weniger ist mehr. Der Economist zeigt nun mit seiner neuen "Espresso"-App, wie man das in Vollendung hinbekommt.

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Die App, die seit Ende letzter Woche für iOS und Android-Geräte verfügbar ist, ist zunächst einmal so reduziert wie geschmackvoll designt. Es gibt drei Oberpunkte: Today’s Agenda, The world in brief und Markets and currencies. Herzstück ist die Tagesagenda, die jeweils fünf Texte bereithält. Die sind allesamt nicht viel länger als ein bis eineinhalb Smartphone-Screens, vorgeschaltet ist ein Aufmacherfoto oder eine Infografik. Die Texte können jeweils geteilt werden. Die einzige Navigation ist ein „Home“-Knopf.

Die Themen sind als internationale Mischung angelegt und haben einen politisch-wirtschaftspolitischen Schwerpunkt. Es gibt je nach Region des Nutzers drei verschiedene Versionen. Nicht jeder Text muss sich am streng relevanten Tagesgeschehen orientieren, in einem Dienstag-Text geht es beispielsweise um eine Biographie von George H. W. Bush, die dessen Sohn George W. Bush geschrieben hat. Der Economist, als Medienmarke inoffizieller Gralshüter der gefühlten Relevanz, sagt über „Espresso“: „Lies‘ es – und Du bist bereit für den Tag!“ Die Redaktion destilliere das, was wichtig sei.

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Doch wichtig ist eben nicht nur das, was durch alle Medien und sozialen Netzwerke an Breaking News geschleust wird. Relevanz à la Economist hat auch mit Themen zu tun, die nicht vordergründig Breaking-Charakter haben, sondern Sachverhalte erklären wollen oder die das Augenmerk auf möglicherweise wenig beachtete, aber auch relevante Geschehnisse lenken. Die Dienstleistung liegt in der Auswahl, die immer mit dem Hinweis „kuratiert“ versehen sein muss. Von Redakteuren ausgewählt ist dabei immer einem Algorithmus vorzuziehen, um das Angebot als besonders werthaltig darzustellen. Das mag bei der fortgeschrittenen Leistungsfähigkeit von Algorithmen anachronistisch wirken – aber auch im digitalen Journalismus ist „handcrafted“ ein Qualitätsversprechen.

Für Economist-Abonnenten gibt es den „Espresso“ gratis, Nicht-Abonnenten zahlen 3,99 Euro im Monat. Für einen starken Espresso am Tag ist das nicht zuviel, aber für den britischen Verlag vermutlich ein gutes Zusatzgeschäft. Einen Nachteil freilich hat die App – auch gegenüber den eigentlich als altmodisches Kommunikationsmittel geltenden Newslettern, die im Postfach landen – man muss sich daran erinnern, sie zu öffnen. Oder es braucht einen täglichen Trigger, eine Aufforderung oder einen Anreiz. Beim Economist setzt man vermutlich auf die individuelle Intelligenz der Nutzer.

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