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Angst vor zweiter Insolvenz: Weltbild baut offenbar weitere 200 Stellen ab

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Zentrale der Weltbild-Gruppe in Augsburg

Der neue Investor setzt den Rotstift an: Wie der Weltbild-Betriebsrat mitteilt, plant die Droege Group die Hälfte der Augsburger Verwaltungsmitarbeiter zu entlassen. Das entspräche rund 200 Stellen. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren ein nicht ernsthaft gemeintes Interesse des neuen Geldgebers am Unternehmen "Wir wurden von vorne bis hinten belogen", so der Betriebsrat.

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Er informierte Medienberichten zufolge die Belegschaft über die Pläne von Droege. „Der Milliardär aus Düsseldorf will Weltbild auf Kosten der ArbeitnehmerInnen auspressen und persönlich schnell möglichst hohe Profite einfahren.“ Im Unternehmen schüre sich die Angst vor einer zweiten Insolvenz.

Dafür scheint es mehrere Indizien zu geben. Nach Aussagen des Betriebsrats sei ein geplanter Werbespot für das Weihnachtsgeschäft gestoppt worden, auch die Auflage des Weltbild-Katalogs werde heruntergesetzt. Auch das Filialgeschäft werde weiterhin umstrukturiert.  Wie der Buchreport berichtet, wird in Unternehmenskreisen sogar von Liquditätsengpässen gesprochen. So seien die Oktobergehälter nicht ausgezahlt worden, auch Lieferanten sollen noch offene Forderungen, und deshalb Lieferungen eingestellt haben.

„Wir wurden von vorne bis hinten belogen: Droege plant keinen langfristigen Invest. Der Milliardär aus Düsseldorf will Weltbild auf Kosten der ArbeitnehmerInnen auspressen und persönlich möglichst schnell möglichst hohe Profite einfahren“, echauffiert sich der Betriebsrat.

Droege bestätigt offiziell eine negative Geschäftsentwicklung:  „Die neue Geschäftsführung musste nach dem Grundsatz der vorsichtigen Geschäftsführung auf Grund dieser erheblichen Abweichungen Anpassungsnotwendigkeiten, die sich in allen Bereichen der Weltbild-Gruppe niederschlagen werden, definieren.“ Die Anzahl der Entlassungen hat der Investor nicht bestätigt.

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Die Droege Group erklärte im Juli dieses Jahres 60 Prozent der Anteile an Weltbild zu übernehmen. Die restlichen 40 Prozent hält Insolvenzverwalter Geiwitz. Die Verlagsgruppe Weltbild hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen gehörte mehrheitlich den deutschen Bistümern. Die Gesellschafter wollten kein Geld mehr für die Sanierung ausgeben. 2013 hat Weltbild rund 100 Mio. Euro Verlust erwirtschaftet.

Update, 14.00 Uhr: 

Weltbild weist darauf hin, dass die Oktobergehälter überwiesen worden sind. Und: „Gegenüber den Lieferanten hat Weltbild alle Zahlungsverpflichtungen vollständig á jour erfüllt.“

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Alle Kommentare

  1. Das Foto oben zeigt nicht die Weltbild-Firmenzentrale – das abgebildete Gebäude war früher angemietet, als Weltbild noch weit mehr Mitarbeiter hatte. Im vielfach zitierten Blog der Gewerkschaft verdi kann übrigens jeder anonym Kommentare hinterlassen – wenn das dann hier vom Handelsblatt / meedia als Tatsachenbehauptungen weiter verbreitet wird, ist das schon bedenklich.

  2. Ja, Gehälter wurden auf den letzten Drücker gezahlt. Viele bangten über den 31. Oktober hinaus. Dass ein Milliardär, der sich eines Umsatzes von 7 Milliarden im Jahr und eines Gewinns von etwa 300 Millionen im letzten Jahr, so verhält, ist schamlos. Vier Wochen nach dem Einstieg bei Weltbild! Als er noch versprach, es werde keine Entlassungen geben. Er werde langfristig investieren. Natürlich hat jeder damit gerechnet, dass so ein Milliardär nicht durch Werke der Nächstenliebe zu seinem Geld gekommen ist, dass Droege aber so schnell die Maske fallen lässt, damit konnte niemand rechnen. Wer will so einem Menschen noch die Hand geben? Auf seiner Webseite feiert sich der Mann als Restrukturierer, der abgebrannte Unternehmen durch Kreativität, harte Arbeit, Engagement und und und wieder aufpäppelt – das würden sich seine Mitarbeiter wünschen, nicht als erstes Personalabbau. Worte sind Schall und Rauch.

  3. Es enstpricht nicht der Wahrheit, daß die Oktober Gehälter nicht gezahlt worden sind. Es mag sein, daß es bei dem ein oder anderen Verzögerungen gab.

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