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Medienmanager unter sich: die Gründer der AG Selbstvertrauen

Ist die Mitarbeiter KG des Spiegel so etwas wie die GdL der Medienbranche? Die Frage von Sebastian Turner wollte G+J-Chefin Julia Jäkel "aus Rücksicht auf die Situation" beim Spiegel nicht beantworten. Überhaupt hatte der immer zu kleinen Spitzen bereite Turner, der das Medienmanager-Panel beim Publishers Summit moderierte, mit einer Art Arbeitsgemeinschaft Selbstvertrauen zu tun. Angeführt von Burda-Vorstand Philipp Welte. Kritische Töne blieben fast aus.

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„Was uns fehlt, ist Selbstvertrauen“, sagte Welte auf dem Panel des „Publishing Summit“ der Zeitschriftenverleger in Berlin. Und wiederholte damit ein Thema, das er sich nicht erst seit einem Interview, das an diesem Donnerstag erschien, zu eigen gemacht hat. „Es ist sehr traurig, mit welcher selbstzerstörerischer Begeisterung wir unsere Produkte selbst entwerten“, sagte der Burda-Mann. Gerichtet waren diese Anmerkungen auch an Verlage, die laut Welte Verkaufsflächen „mit Heften für 49 Cent zuwerfen“. Namen nannte Welte auch auf Nachfrage nicht. Die Branche weiß schon, wer gemeint ist.

Julia Jäkel mochte nicht über den Spiegel reden, an dem G+J beteiligt ist, aber gern über den Verlag ohne die Familie Jahr als Mitgesellschafter. „Wir sind froh, Teil eines gigantischen Hauses zu sein“, sagte sie. Penguin Random House, BMG – das fühle sich doch nicht schlecht an, dazu zu gehören, meinte sie. Vor allem könne Gruner mir nur einem Gesellschafter nun schneller Entscheidungen treffen.

Über die zuletzt verkündeten Entlassungen bei G+J, darunter auch bei Brigitte und Geo, wurden nicht viele Worte verloren. Siehe: nicht so viel jammern, sondern nach vorne schauen. „Wir sind bekannt dafür, dass wir unsere Mitarbeiter außerordentlich gut behandeln“, sagte Jäkel. Wichtig sei die „fantastische Führungsmannschaft“, die G+J jetzt habe. Und natürlich die vielen Magazine, die gut funktionierten. Jäkel nannte dann 11Freunde, das noch junge Magazin Flow und den Stern mit seiner Kohl-Titelgeschichte. Jäkel: „Den Leser machen wir sehr glücklich.“

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Manfred Braun, als Funke-Geschäftsführer nicht nur für Zeitschriften, sondern auch für Zeitungen zuständig, gestand ein, dass Tageszeitungen nicht gerade „Volksorgane für junge Leute“ seien. Vielleicht seien Sportthemen ein Weg, diese zu erreichen. Ob Springer-Vorstand Andreas Wiele Funke nicht auch die Sport-Bild hätte verkaufen können, fragte Moderator Turner. Nein, sagte darauf Wiele, aber Herr Braun habe sich viel mehr für die Musikmagazine Metal Hammer und Rolling Stone interessiert.

Zuvor hatte Allensbach-Chefin Renate Köcher der versammelten Branche erzählt, dass diese ihre Zeitschriften vor allem auf dem Werbemarkt „weit unter Wert“ verkaufe. Damit war freilich der Grundstein für ein weitgehend so harmonisches wie folgenloses Gespräch gelegt. Natürlich gilt auch: wer mehr erwartet, hat schon verloren. In einer halben Stunde Redezeit lobt man lieber, als dass man sich beklagt. Dennoch: die Meinungsmacher in der Branche tendieren dazu, mit dem durchaus berechtigten Appell an mehr Selbstvertrauen gleichzeitig die notwendige Kritik an Fehlentwicklungen unter den Tisch zu kehren.

Gesprochen wurde auch über das Leistungsschutzrecht, dazu später mehr.

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