Anzeige

Audio-Storytelling: Hype um Podcast-Krimi „Serial“ über einen realen Mordfall

Adnan-syed.jpg

Journalismus wie eine gute US-Serie: In dem Online-Podcast "Serial" begibt sich eine Journalistin auf die Spuren eines realen, mysteriösen Mordes. Mit jeder der insgesamt zwölf Episoden veröffentlicht sie neue Erkenntnisse aus dem mittlerweile 15 Jahre alten Fall – und das Publikum rätselt eifrig mit.

Anzeige
Anzeige

In einem kleinen amerikanischen Städtchen wird die 17-jährige Hae Min Lee ermordet aufgefunden. Schnell steht ihr Freund Adnan Syed unter Verdacht, sie aus Eifersucht erdrosselt zu haben. Als sein bester Freund Jay der Polizei gesteht, Adnan hätte das Mädchen tatsächlich umgebracht und er, Jay, ihm beim Vergraben der Leiche geholfen, werden die beiden Jungs verurteilt: Jay auf Bewährung, Adnan lebenslänglich. Dieser bestreitet die Tat bis heute. Und tatsächlich steckt die Geschichte voller Ungereimtheiten: Wieso wurde zum Beispiel genau diejenige Zeugin nicht verhört, die Adnan hätte entlasten können? Und was haben eine geheimnisvolle Notiz und ein mysteriöser nächtlicher Anruf mit dem Fall zu tun?

Was wie der Plot einer fiktiven Krimi-Serie klingt, ist Realität: Der Fall hat sich 1999 genauso in Woodlawn County, USA zugetragen. Heute, 15 Jahre später, rollt die Journalistin Sarah Koenig ihn wieder auf – als Online-Podcast in Serie. Unter dem Namen „Serial“ wurden sechs Episoden bereits veröffentlicht, sechs weitere sollen folgen. Produziert wird die Reportage vom Radiosender WBEZ Chicago.

Was ist damals wirklich passiert? Koenig macht sich auf die Suche, spricht mit Zeugen und rekonstruiert den Tathergang. Dabei dokumentiert sie ihre Gedanken und lässt die Zuhörer so ganz nah an sich, ihre Arbeit und den Mordfall herankommen. Auf der Webseite veröffentlicht sie außerdem Briefe, Timelines sowie Aufnahmen aus den Verhandlungen und Verhören.

Bildschirmfoto 2014-11-05 um 15.34.08
In den amerikanischen iTunes-Charts steht „Serial“ auf Platz eins und Kritiker wie David Carr (New York Times) überschlagen sich mit Lob:

Obwohl die Reportage erst im Oktober gestartet ist, zählt die Facebook-Seite von „Serial“ mittlerweile über 30.000 Likes, auf Reddit diskutieren die Zuhörer über jede neue Episode, spinnen Fortsetzungen und rätseln mit – Phänomene, die eher mit Serien wie „Game of Thrones“ in Verbindung gebracht werden anstatt mit Journalismus.

Woher kommt dieser Erfolg eines journalistischen Formats? Die Antwort ist simpel: Die Geschichte des mysteriösen Mordes hat alles, was ein großes Drama braucht: Liebe, Eifersucht und Verrat.  Ob Sarah Koenig es schafft, den Fall aufzuklären – und gegebenenfalls sogar Adnans Unschuld zu beweisen? Wie es weiter geht, hören Sie in der nächsten Folge…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Nicht ganz unerheblich bei der Frage nach dem „Wer macht das?“ ist wahrscheinlich der Hinweis, dass die Redaktion hinter Serial sich aus Machern von This American Life zusammensetzt. Und was gutes Audio-Erzählen angeht, haben die fast 20 Jahre Erfahrung. … 🙂

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*