Axel Springers Quartalsbilanz: Wachstum aber hallo – jedoch nicht mit Journalismus

Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Auf den ersten Blick alles spitzenmäßig bei der aktuellen Quartalsbilanz der Axel Springer SE. Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um fast  sieben Prozent zu. Der operative Gewinn (EBITDA) stieg um gut acht Prozent auf 364 Mio. Euro. Die Rendite beträgt fabulöse 16,7 Prozent. Und jetzt das Aber: Der Großteil des Wachstums stammt bei Springer aus Unternehmensteilen, die nichts mehr mit Journalismus zu tun haben. Eine Umkehr dieses Trends ist nicht abzusehen.

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Der Konzernumsatz kletterte in den ersten neun Monaten auf 2,18 Mrd. Euro. 52 Prozent des Umsatzes und fast 70 Prozent des operativen Gewinns werden mit Digital-Aktivitäten erwirtschaftet. Springer ist und bleibt Deutschlands digitales Muster-Medienhaus. Für alle drei Unternehmens-Segmente (Bezahl-, Vermarktungs- und Rubrikenangebote) wird ein Umsatzanstieg fürs Gesamtjahr erwartet. In das Segment Bezahlinhalte fällt auch das klassische Mediengeschäft mit Werbung und Vertrieb, also beispielsweise Werbung in der gedruckten Bild und bei Welt.de sowie Erlöse aus digitalen Pay-Angeboten und dem Zeitungs-Verkauf.. Unter Vermarktungsangeboten sind reine Werbevermarkter wie der Performance-Marketing-Agentur Zanox zu verstehen. Rubrikenangebote sind Kleinanzeigen im Internet, wie etwa das Stellenportal StepStone. Bei den Bezahlinhalten legten die Erlöse in den ersten neun Monaten nur um 0,9 Prozent zu, bereinigt um Konsolidierungseffekte, gingen sie sogar um 2,6% zurück. Dabei wurde mit Werbung im Segment Bezahlinhalte um Konsolidierungseffekte bereinigt 5,1 Prozent weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Erkenntnis: Dynamisches Wachstum mit journalistischen Inhalten sucht man auch bei Springer vergeblich.

Ganz anders die Vermarktungs- und Rubrikenangebote. Im Vermarktungssegment wurde der Umsatz um 11,8 Prozent auf 565 Mio. Euro gesteigert. Noch dynamischer gewachsen wurde bei den Rubrikenmärkten. Die Erlöse gingen hier um 20,5 Prozent auf 357,1 Mio. Euro nach oben. Der operative Gewinn kletterte bei den Rubriken-Angeboten um 34,6 Prozent auf 160,2 Mio. Euro bei einer einer Fabel-Rendite 45 Prozent. Unternehmungen mit Journalisten können da renditemäßig niemals mithalten.

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Alle Kommentare

  1. Mich würde jetzt mal interessieren, in welchen Bereich die Werbeerlöse von Bild.de und Welt.de fallen. Das dürfte ja (abgesehen vom Paid Content) nicht in die Bezahlangebote fallen.

  2. Sie hätten ruhig mal dazu schreiben können, dass die Bezahlangebote immer noch den größten Posten ausmachen. Deutlich größer als Rubrikenangebote und Vermartkungsangebote.

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