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„Bisschen rassistisch, bisschen sexistisch“: Warum „Wetten, dass..?“ für Amis der „Albtraum“ ist

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Mit seinen Äußerungen über "Wetten, dass...?" in der Talkshow von US-Moderator Jimmy Kimmel hat Will Arnett wieder einmal die Diskussion um die angeschlagene ZDF-Sendung ausgelöst. Während die Äußerungen etlicher US-Promis zur Show oft arrogant wirkten, liefert das Polit-Magazin New Republic nun einen interessanten Ansatz zur Erklärung, warum US-Promis mit "Wetten dass..?" fremdeln ...

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Sich über „Wetten, dass..?“ lustig zu machen, das ist schon seit einiger Zeit in Mode, könnte man meinen. Tom Hanks regte sich im Radio darüber auf, dass Markus Lanz ihn mit einer Katzenmütze blamierte, Sänger Michael Bublé erklärte vor laufenden Kameras, dass er wohl besser „Pot“ geraucht hätte, wenn er gewusst hätte, was auf ihn zukommt. Will Arnett, in Deutschland auf Promo-Tour für seinen Film „Teenage Mutant Hero Turtles“, gab im amerikanischen Fernsehen zum Besten, dass „Wetten, dass..?“ doch wohl für „What the fuck is happening?“ stünde.

Jedes Mal war nach den Äußerungen von US-Promis über den deutschen Show-Dino die Resonanz in den deutschen Medien enorm. Der New-Republic-Autor Thomas Rogers nahm sich nun in einer ausführlichen Analyse das „Wetten, dass..?“-Phänomen aus der Sicht der Amerikaner vor.

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  • Es bestätige den Stereotyp des Deutschen ohne Humor, der ein wenig „weird“ sei und keine Ahnung von guter, formeller Garderobe hätte
  • Das Konzept, ein Mix aus deutschen und US-Promis, Interviews, Live-Sendung und kuriosen Wetten sei schwer zu verstehen
  • Immer wieder würden US-Promis dazu genötigt, absurde Wetten zu begutachten: Menschen, die Nüsse mit ihrem Hintern knacken oder Toiletten-Sitze blind identifizieren
  • Die Interviews seien „dämlich“ und würden durch die Notwendigkeit einer Simultanübersetzung in die Länge gezogen
  • Wer als Frau Auftritte bei „Conan“ oder „Kimmel“ gewöhnt sei, der empfinde Lanz‘ Art mitunter als sexistisch. Als Beispiel nennt Rogers den Wunsch des Tirolers an Cameron Diaz, zwei Jungen doch einen Kuss zu geben – den sie mit einem High-Five erwiderte

Rogers, der auch für die englische Ausgabe des Spiegel schreibt, bringt damit auf den Punkt, warum der „ratings juggernaut“ (Engl.: Quoten-Gigant) für US-Promis so „weird“ wirkt. Darüber hinaus versucht der in Berlin ansässige Rogers zu erklären, welche Rolle „Wetten, dass..?“ in der deutschen Medienlandschaft spielt und warum die Sendung vor allem nach dem Unfall von Samuel Koch immer häufiger in der Kritik gewesen ist.

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Alle Kommentare

  1. Jau, die Amis, die entweder durch Heirat/ Scheidung, Aufenthalt in der Betty Ford Klinik, Besuche an irgendeiner Kriegs- Front worldwide oder anderen Unfug im Gespräch bleiben wollen, denen gönne ich den Lanz. Warum kommen die denn? Nur um ein Autogramm zu holen? Oder doch ’nen Sack Geld?

  2. Thomas Rogers‘ Interpretation ist gut nachvollziehbar. Warum nun einige Kommentatoren die Peinlichkeit des Showkonzepts mit einem beherzten „Selber“ den Kritikern in die Schuhe schieben wollen, bleibt unerklärlich. Haben denn Jahrzehnte der Fremdschäm-Motivation noch nicht gereicht?

  3. Es ist in der Tat peinlich, wie sich das deutsche TV an mehr oder weniger bekannte US-„Stars“ ranschmeißt, die entweder einen Film oder ein Buch auf dem deutschen Markt promoten wollen. Wen interessiert diese Kritik? Sollen sie doch in den USA bleiben. Dort gibt es ja sooo tolle Shows…

    1. Vollkommen richtig. Diese arroganten, prüden und leider oft auch geistig kleinkarierten Amis sollten bleiben, wo der Pfeffer wächst. Oder – um es botanisch richtig einzuordnene – der Zuckerahorn. Europa kann kulturell gesehen völlig problemlos ohne Hanks, Diaz, Arnett, Bublé und Konsorten überleben. Im Gegenteil: Mehr mediale Distanz zu der Diarrhöe aus Übersee würde auch dazu führen, der eigenen europäischen Kultur wieder mehr Plattform zu geben.

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