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Wolf Schneider über G+J-Sparkurs: „Das tut mir weh“

Deftige Worte vom Lehrmeister. Seit Jahrzehnten bildet Wolf Schneider den journalistischen Nachwuchs von Gruner + Jahr an der Henri-Nannen-Schule aus. Im Spiegel äußert er sich erstmals zum massiven Sparprogramm am Baumwall. Was er zu sagen hat, dürfte den Entscheidern nicht gefallen. So sehe er zwar keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen dem Ausdünnen einer Redaktion und der Qualität, aber "ein Vorteil kann es unmöglich sein".

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Weiter sagte er dem Spiegel unter dem Eindruck der Stellenstreichungen bei Geo und Brigitte: „In meinen 16 Jahren an der Journalistenschule habe ich regelmäßig zur Begrüßung verkündet, Gruner + Jahr ist unter Deutschlands großen Verlagen der angenehmste und unter den angenehmen der größte. Der Größte ist er ja sowieso nicht mehr und offenbar hört er gegenwärtig auf, der Angenehmste zu sein. Das tut mir weh“.

Neben der wirtschaftlich schwierigen Situation vieler Medienhäuser beklagt Schneider auch das Fehlen von Leitfiguren. „Einen wie Henri Nannen kann man sich nicht backen. Er herrschte über die größte, reichste und angesehenste Illustrierte der Welt.“ Der ehemlige Leiter von G+J-Journalistenschule meint: „Einer wie er könnte vielleicht sogar heute noch den Karren aus dem Dreck ziehen. Vorbei!“

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Der 89-Jährige ist nicht der erste ältere Top-Journalist mit G+J-Vergangenheit, der sich in den vergangenen Tagen geäußert hatte. In der Süddeutschen Zeitung beklagte der ehemalige stern-Chefredakteur Michael Jürgs bereits „eine Woche, in der Ideale verkauft wurden“.

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